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EON und RWE dürfen Innogy aufteilen – Lichtblick sieht Energiewende in Gefahr

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Die zwei mit Abstand größten, deutschen Energieversorger dürfen verschmelzen. Das hat die EU-Kommission jetzt beschlossen. Damit bündeln RWE (heute Innogy) und EON nun ihre Geschäfte – und erhalten große Marktmacht. „Wettbewerb und Innovation werden auf der Strecke bleiben“, kritisiert Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei LichtBlick SE. „Eine solche Machtkonzentration hat es im deutschen Energiemarkt noch nie gegeben.“

Zu Beginn des Jahres 2020 will EON nun die Sparten Netz und Vertrieb der bisherigen RWE-Tochter Innogy übernehmen. Im Gegenzug bündelt RWE die gesamte Stromerzeugung beider Konzerne unter einem Dach. Durch eine 16,7 prozentige Beteiligung der RWE an EON sichern sich beide Energiekonzerne in ihren Strategien gegeneinander ab.

Von insgesamt 14 Millionen Strom- und Gaskunden in Deutschland wird die neue EON in Deutschland gerade einmal 266.000 Heizstromkunden abgeben müssen. Hinzu kommt, dass EON den Betrieb von 34 Ladesäulen an deutschen Autobahnen wird aufgeben müssen. In Ungarn dagegen muss die E.On als Voraussetzung der Fusion das gesamte Stromkundengeschäft abgeben. In der Tschechischen Republik wird Innogy sich vom gesamten Strom- und Gaskundengeschäft trennen müssen, um den Auflagen der EU-Kommission gerecht zu werden.

Trotz des Verkaufs der Heizstromkunden wird die neue EON durch die hinzugekommenen Anteile von Innogy, eprimo sowie verschiedene Stadtwerke-Beteiligungen im Heizstrommarkt zukünftig deutlich mehr Kunden als derzeit versorgen können. Bei den Ladestationen an den Autobahnen wird EON nach wie vor knapp 50 Prozent aller Ladesäulen betreiben und damit marktbeherrschend bleiben.

Deutschlands größter Stromanbieter: EON

Auf zwei Drittel der Fläche wird die neue EON zu Deutschlands größtem Stromanbieter – mit dort über 70 Prozent Marktanteil. Mit 160 Strom-Marken, 840 Strom-Tarifen und gut gefüllten Kassen wird das Unternehmen den Wettbewerb nach Belieben beherrschen. Der Kunde wechselt zu einer anderen Marke, ohne zu merken, dass er in der EON-Welt bleibt.

Die neue EON wird – inklusive ihrer über 300 Beteiligungen – rund 20 Millionen Zählpunkte in Deutschland kontrollieren. Sie ist damit im gerade erst entstehenden Smart-Metering-Geschäft von Anfang an marktbeherrschend und wird zugleich zum führenden Datenkonzern in der Energiewirtschaft.

Dazu erklärt: Wir können nicht nachvollziehen, dass dieser Deal gerade für Deutschland faktisch ohne gravierende Auflagen einfach so durchgewunken wird. Wenigstens die konsequente Trennung der drei Geschäftsbereiche Strom- und Gasnetze, Messen und Daten (smart metering) sowie Vertrieb hätte die Wettbewerbskommission durchsetzen müssen (ownership unbundling). So wird die Marktdominanz der E.ON zementiert und der Energiewende ein Bärendienst erwiesen“, so Lücking weiter. LichtBlick prüft als nächstes die Möglichkeit einer Klage am Gericht der Europäischen Union (EuG).“

Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei LichtBlick SE
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