Wie Graphen die Energieeffizienz von Aufzügen radikal verbessert

Ultrakondensatoren auf Basis von Graphen sind Herzstück eines Kinetic Energy Recovery Systems, das das spanische Cleantech-Unternehmen Epic Power jetzt einsetzt.

Alleine in Deutschland gibt es 640.000 Personen- und 110.000 Lastenaufzüge, die millionenfach tagtäglich genutzt werden. Dabei werden große Mengen Energie verbraucht. Mit dem KERS-System von Skeleton Technologies, das Epic Power in neue Aufzüge integriert oder in bestehenden Systemen nachrüstet, lässt sich der Energieverbrauch zwischen 50 und 70 Prozent reduzieren. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Ultrakondensatoren von Skeleton Technologies – auf Basis von Graphen.

Beide Cleantech-Unternehmen gaben jetzt ihre strategische Partnerschaft bekannt, um die bereits erfolgreiche Zusammenarbeit weiter auszubauen. Nach Angaben von Skeleton ist das KERS als Teil des ERS 2G genannten Systems von Epic Power bereits in zahlreichen Gebäuden europaweit im Einsatz – sowohl im öffentlichen, wie auch im privaten und gewerblichen Bereich.

Ein Aufzug kann sowohl beim Herunterfahren der Last als auch beim Hochfahren der leeren Aufzugskabine über den Aufzusmotor Energie zurückgewinnen. Allerdings geht diese Energie bei der Nutzung von Bremssystemen verloren. Für die Rückführung der Energie in das Stromnetz ist ein regenerativer Frequenzantrieb notwendig.

So wird im System von Epic Power Energie generiert.

Hierzu eignet sich das auf Graphen-Ultracaps basierende KERS von Skeleton sehr gut, weil Ultrakondensatoren dank hoher Leistungsdichte sehr schnell Energie aufnehmen können und im Gegensatz zu Batterien Millionen Zyklen überstehen. Diese zwischengespeicherte Energie kann anschließend wieder abgerufen werden, wenn der Aufzug wieder Energie benötigt.

Das Besondere: Das KERS kann sowohl bei Neuinstallationen wie auch für die Nachrüstung bestehender Aufzüge eingesetzt werden – diese haben meist eine Leistung von bis zu 15 Kilowatt. Ist größerer Bedarf vorhanden, können mehrere Systeme parallel geschaltet werden.

Ultrakondensatoren und die Innovation, die Skeleton Technologies auf den Markt gebracht hat, ist nicht nur eine großartige Technologie, sondern auch ein hervorragender Business Case. Ultrakondensatoren bieten eine hohe Leistungsdichte und eine erstaunliche Haltbarkeit. Mit optimierter Dimensionierung, Plug-and-Play-Funktionalitäten und dem bestmöglichen Wirkungsgrad durch SiC-basierte DC/DC-Wandler macht die Energierückgewinnung in Bremsanwendungen viel Sinn

Pilar Molina, die CEO von Epic Power

Ein Flyer zu dem ERS 2G genannten System von Epic Power kann hier heruntergeladen werden. Wenn die Angaben der Cleantech-Unternehmen zum Energieverbrauch so nachweisbar sind, sollte das System aus unserer Sicht konsequent überall nachgerüstet werden, wo es Aufzüge gibt. Besonders interessant: Auch eine Kombination mit Photovoltaikstrom ist möglich, wie das nachfolgende Video demonstriert:

So funktioniert das System von Epic Power und Skeleton Technologies.

Lesen Sie auch: Ultrakondensatoren: Tesla kauft Maxwell

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

EnergiespeicherGebäude