Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Werbung

EU ProSun begrüßt Verfahren gegen „aggressives Preis-Dumping“

0

Die Europäische Union macht ernst gegenüber chinesischen Solarherstellern: Vergangene Woche eröffnete die EU-Kommission ein Antidumping-Verfahren gegen Solarprodukte aus China – eine Maßnahme, die selbst innerhalb der deutschen Solarbranche heftig umstritten ist. Denn Maschinenbauer wie Manz Automation oder andere befürchten durch mögliche Handelsbarrieren wie etwa Zölle heftige Einbußen ihres Geschäfts. Auch die Verflechtungen zwischen chinesischen und deutschen Unternehmen sind inzwischen vielfältig: So gehört das Solarunternehmen Sunways zum chinesischen Solarkonzern LDK Solar. Die Handelsinitiative EU ProSun hingegen begrüßt das Verfahren gegen Solarprodukte aus China.

Cleantech, Solar News / China, Belgien. Die Entscheidung der EU-Kommission sei ein wichtiger Schritt für fairen Wettbewerb und den Erhalt der Zukunftstechnologie Photovoltaik in Europa, so Milan Nitzschke, Präsident von EU ProSun. „Zudem werten wir das Antidumpingverfahren als starkes Signal, dass die EU China die kontinuierliche Verletzung des Handelsrechtes durch Dumping nicht durchgehen lässt. Dies wird über den Solarsektor hinaus positive Auswirkungen auf den gesamten Bereich der Erneuerbaren Energien und die damit verbundenen Produktionsstätten und Arbeitsplätze in Europa haben.“

China gehe es darum – so die Begründung von EU ProSun -, mit Hilfe von Dumping ein Monopol für Solarstromtechnologie aufzubauen. Dafür würden die chinesischen Hersteller ihre Produkte zu einem Preis verkaufen, der weit unter den Herstellungskosten liege. Die Dumping-Marge liege nach Berechnungen von EU ProSun im Minimum zwischen 60 und 80 Prozent. Die chinesischen Anbieter selbst würden dadurch enorme Verluste realisieren, gingen aber nicht bankrott, weil ihnen die chinesische Regierung unbegrenzten Zugang zu Krediten gewähre.

EU ProSun: Aggressives Preis-Dumping

EU ProSun bezeichnet die Insolvenz von 20 namhaften Solarherstellern in Europa in diesem Jahr als direkte Folge dieses aggressiven Preis-Dumpings. Nitzschke: „China hat keinen Kostenvorteil, im Gegenteil. Lohnkosten machen in der europäischen Solarindustrie im Schnitt gerade mal zehn Prozent aus. Damit ist die Solarbranche eine der Vorzeigebranchen innerhalb der EU. Diese weiter chinesischem Dumping auszusetzen wäre ein verheerendes Signal für die gesamte europäische Industrie. Daher ist es gut, dass die Kommission jetzt handelt und sich nicht von den üblichen chinesischen Drohgebährden unter Druck setzen lässt.“

Chinas Staatsregierung hat in ihrem aktuellen 5-Jahres-Plan explizit das Ziel formuliert, eine marktbeherrschende Stellung im PV-Bereich zu erlangen. Wie aggressiv dieser Plan verfolgt wird, lasse sich an der Marktanteilsentwicklung ablesen: von quasi null Prozent im Jahr 2004 ist der Anteil der Chinesen am Europäischen PV-Markt auf derzeit über 80 Prozent angestiegen.

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.