Faun startet Produktion von Nutzfahrzeugen mit Wasserstoff-Antrieb

Bluepower-Müllfahrzeuge und Kehrmaschinen werden in Osterholz-Scharmbeck ab 2021 in Serie gefertigt.

Die Möglichkeiten für Städte, Gemeinden und kommunale Unternehmen, auf emissionsfreie Nutzfahrzeuge umzusteigen, werden besser: Ab 2021 produziert der Nutzfahrzeug-Hersteller Faun aus Osterholz-Scharmbeck die ersten Müllfahrzeuge und Kehrmaschinen mit Wasserstoffantrieb. Dieser heißt bei Faun Bluepower. Den offiziellen Startschuss für die Serienproduktion gab jetzt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.

„Ich freue mich, heute den Auftakt zu einer zukunftsweisenden Technologie zu geben. Aus Niedersachsen kommen Wasserstofffahrzeuge, die künftig zu einer klimaneutralen Infrastruktur beitragen werden“, sagte der Ministerpräsident während der Eröffnung. Faun beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Brennstoffzellen für die eigenen Nutzfahrzeuge – jetzt folgt erstmals eine größere Serienfertigung.

Für Patrick Hermanspann, CEO von Faun, sind emissionsfreie Städte das Ziel. „Ich stelle mir eine energiesorglose Zukunft vor.“ Diese sei, so der Unternehmer, nur mit Wasserstoff im Verkehrssektor zu erreichen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir innerhalb von fünf Jahren mehr Wasserstoff- als Dieselfahrzeuge ausliefern werden.“

Im nächsten Schritt soll aber zunächst ein Alltagstest eines Wasserstoff-Fahrzeugs von Faun beginnen: In Bremen. Die ersten Kundenfahrzeuge sollen dann im Herbst ausgeliefert werden – ab 2021 dann die skalierte Serienfertigung starten.

Gerade die Betreiber von Müllfahrzeugen haben in der Regel auch Müllverbrennungsanlagen im Betrieb. Die dort entstehende regenerative Energie kann auch zur Produktion von grünem Wasserstoff verwendet werden – und so eine wichtige Symbiose ergeben. Elektrische Energie aus Windkraftanlagen oder Photovoltaikkraftwerken kann zum Betrieb der Elektrolyse natürlich auch genutzt werden.

Faun Gruppe gehört zu Kirchhoff Ecotec

Die Faun Gruppe beschäftigt weltweit mehr als 2.000 Mitarbeiter. In Niedersachsen sind es 550. Der Aufbauhersteller ist in Europa einer der führenden Anbieter von Abfallsammelfahrzeugen und Kehrmaschinen. Das mittelständische Unternehmen, das inhabergeführt ist, ist Teil der Umweltsparte Kirchhoff Ecotec. Weltweit sind hier 13.000 Beschäftigte in 56 Werken tätig.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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