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Genthin: Gasverteilnetz wird erstmals mit 20 Prozent Wasserstoff getestet

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Avacon startet ein Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt, gemeinsam mit dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches DVGW.

Die Bedeutung von Wasserstoff für die Energiewende in Deutschland kristallisiert sich immer klarer heraus. Das vielfältige Gas wird als Langzeitspeicher gebraucht und für den Pfad in Richtung synthetisches Methan, Synthesegas und künstlichen Erdölersatz. Für die Rolle als Langzeitspeicher ist entscheidend, wie das flüchtige Gas beigemischt werden kann. Genau die 20-prozentige Beimischung zu Erdgas wird von Avacon in Genthin ab sofort ausgetestet.

In Schopsdorf in Sachsen-Anhalt soll die Beimischung von Wasserstoff ins Erdgasnetz des Unternehmens Avacon erfolgen. Konkret handelt es sich um das Gasverteilnetz und den Übergabepunkt in Schopsdorf, einem Ortsteil von Genthin. Gezeigt werden soll, dass es machbar ist, einen höheren Wasserstoff-Anteil in existierende Gasnetze einzuspeisen. Gelingt das Vorhaben, wird es bundesweite Relevanz für an dere Gasnetzbetreiber haben.

„Durch die Nutzung des Gasnetzes als Transport- und Speichermöglichkeit kann der Strom aus erneuerbaren Energien besser integriert und die Stromnetze entlastet werden“, hebt er einige Vorteile hervor.

Avacon-CEO Marten Bunnemann zum Genthin-Projekt

Das Projekt von Avacon und DVGW in Genthin ist Teil einer EON-Initiative „Grünes Gas aus Grünem Strom“ (vgl. Artikel zum Helmstedter Revier). Schwerpunkt bilden dabei Power-to-Gas (P2G)- Anlagen, die dezentral erzeugten Strom aus Windkraft- und Solaranlagen in grünen Wasserstoff wandeln sollen. Dieses kann in zulässigen Grenzen direkt in die Gasverteilnetze eingespeist und unmittelbar beim Kunden dazu genutzt werden, Gebäudewärme CO2-reduziert zu erzeugen.

Durch diese Dekarbonisierung besteht großes Potenzial, um aus der Stromwende eine umfassende Energiewende zu machen: Denn bereits heute sind 95 Prozent der Erneuerbaren Energien-Anlagen deutschlandweit an das Verteilnetz angeschlossen. Für eine bessere Integration und Nutzung der Erneuerbaren Energien kommen zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten für die Gasinfrastruktur hinzu – etwa die Speicherung und der Transport großer Energiemengen aus der Überschussproduktion regenerativen Stroms.

Denn die Klimaziele in Deutschland sind nur erreichbar, wenn in allen Sektoren CO2 deutlich reduziert wird. Ein möglichst hoher Anteil von grünem Wasserstoff in den Gasnetzen ist ein bedeutender Schritt zu einer CO2-freien Energiewelt. Deshalb setzt dieses Projekt in Genthin durchaus Maßstäbe in der Branche.

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