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Geothermie: Zwischen Hoffen und Bangen ins Jahr 2010

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Die junge Erneuerbare Energie Geothermie hat zahlreiche Facetten und ganz unterschiedliche Funktionsweisen. Dennoch wird Geothermie in der Öffentlichkeit bislang kaum differenziert dargestellt – vereinzelte Problemfälle werden in den Medien hervorgehoben (zu Recht!), allerdings wird völlig zu Unrecht generell negativ über Geothermie in Deutschland berichtet.

Um diese einseitige Berichterstattung zu ändern, haben wir uns bei Cleanthinking.de ausführlich mit dem Thema Geothermie beschäftigt. Den Auftakt von mehreren Beiträgen bildet ein Überblick über unterschiedliche Geothermie-Verfahren in Verbindung mit Informationen über die Firma rds energies GmbH, deren Geschäftsführerin Eva-Catrin Reinhardt uns kürzlich Rede und Antwort stand.

Geothermie: Eine Branche zwischen Hoffen und Bangen – wird 2010 ein Schicksalsjahr für die Akzeptanz der Geothermie in Deutschland?

Grundsätzlich lassen sich folgende Arten der Geothermie unterscheiden:

  • Oberflächennahe Geothermie / Erdwärmesonden – im Segment der Wärmepumpen gibt es bereits einen stabil wachsenden Markt, den u.a. Stiebel Eltron sehr aktiv bearbeitet.
  • Hydrothermale Geothermie – Die Hydrothermalen Verfahren sind auf die Fündigkeit von Heißwasserquellen in Tiefen von 3.000-4.500 m angewiesen. Die Quellen werden durch Bohrungen erschlossen und das heiße Wasser wird aus der Erde zur Verstromung in einem Kraftwerk gefördert. Voraussetzung für einen erfolgreichen Betrieb ist somit die zielgenaue Anbohrung einer Heißwasserquelle.
    Daher hat es nicht das große Potenzial, denn die Bohrungen sind aufwändig. Außerdem sind solche Quellen nur in stark eingegrenzten Regionen in Deutschland (Rheingraben, Molassebecken) möglich. Dennoch ist dieses Verfahren im Markt mehr verbreitet als die pethrothermale Geothermie.
  • Pethrothermale Geothermie – Das HDR-Verfahren nutzt die im Tiefengestein (in der Regel kristalline Vulkanite) gespeicherte Wärmeenergie, welches gerade in Deutschland in ca. 5.000 m Tiefe überall zu finden ist. Nach einem Aufbrechen des Gesteins wird somit ein unterirdischer Wärmetauscher geschaffen, in den mit einer Injektionsbohrung kaltes Wasser eingepresst wird, welches sich im Wärmetauscher erhitzt und durch eine Förderbohrung wieder entnommen wird. Das Fündigkeitsrisiko eine Heißwasserquelle zu finden, spielt bei diesem Verfahren also keine Rolle.
    Das HDR-Verfahren kann durchaus ein Baustein zur Lösung der globalen Klimaproblematik sein – allerdings gibt es bislang kaum eine Lobby in Deutschland, die dieses Thema tatsächlich unterstützt. Gerade das Ingenieurs-Land Deutschland könnte Maßgebliches in diesem Bereich der Kraftwerkslandschaft bewegen.

rds energies aus Berlin hilft Geothermie-Unternehmen dabei geeingte Kapitalpartner oder strategische Partner zu finden und unterstützt das jeweilige Unternehmen bis zur endgültigen Vertragsunterschrift bei allen Schritten. Dabei ist rds energies nicht nur auf Geothermie-Projekte spezialisiert, sondern ebenfalls auf den Wind- und Photovoltaikmarkt.

Eva-Catrin Reinhardt, Geschäftsführerin der rds energies GmbH, zu den aktuellen Investmentoptionen:

Eva-Catrin Rehinhardt Geschäftsführerin rds energies GmbH„Wir haben verschiedene Vermarktungsmandate für Geothermie im dreistelligen Millionenbereich – jedoch ist die Platzierung dieser Investments in de jetzigen, pessimistischen Wirtschaftsstimmung nicht einfach.

Wir wissen aus vielen Gesprächen, dass noch einiges zu tun ist, um gerade auch die Geothermie in Deutschland investmentfähig zu machen: Projektangebote mit einer erwarteten Rendite von zehn Prozent entsprechen meist nicht den Erwartungen der Investoren. Daher haben wir ein Konzept der Risikostreuung entwickelt, in dem wir Geothermie-Investments mit anderen Investments kombinieren.

Damit hoffen wir, das Thema Geothermie in Deutschland im Jahr 2010 entscheidend voran bringen zu können.“

Die negativen Schlagzeilen, die die Geothermie in letzter Zeit umgeben, sind laut Reinhardt „Gift für die Branche“. Demnach muss noch mehr getan werden, um die Chancen und Risiken in der Öffentlichkeit besser darzulegen – und die Potenziale der Geothermie, die diese Erneuerbare Energie selbst in Deutschland hat, endlich zu nutzen.

Dazu beitragen soll eine Studie, die rds energies derzeit in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin erstellt. Unterstützt wird die Umfrage auch vom Berliner Senat im Rahmen eines Projektes zum Thema Nachhaltiges Wirtschaft in Berliner Betrieben. Ziel der Studie ist es, die vorhandenen Investitionshemmnisse zu lokalisieren und innovative Beteiligungslösungen zu entwickeln.

Die Umfrage zur Geothermie  richtet sich u.a. an interessierte Marktteilnehmer der Energie- und Finanzbranche und sollte auch bei Cleanthinking-Lesern auf reges Interesse stoßen. Um eine Teilnahme, die lediglich ca. sieben Minuten beträgt, wird gebeten. Hier geht es zur Umfrage.

Der kurze Überblick zu Geothermie und einzelne Verfahren zeigt, wie komplex diese Technologie letztlich ist – die Information der Öffentlichkeit hierüber sollte von Verbänden und politischer Seite deutlich verstärkt werden. Denn: Gerade das Thema Grundlastfähigkeit, das oft als großes Hemmnis für eine vollständige Umstellung auf Erneuerbare Energien angesehen wird, ist mit Geothermie als ständig verfügbarer Energie kein Thema mehr.

Ein ganz wichtiger Punkt, um aus dem Hoffen und Bangen der Branche ob ihrer Akzeptanz mehr zu machen, wird es sein, dass die Geothermie im von Bundesumweltminister Norbert Röttgen breit angekündigten Energie-Gesamtkonzept eine Rolle spielen wird oder nicht. Seien wir gespannt. Cleanthinking.de wird weiterhin über alle Facetten der Geothermie-Branche berichten.

1 Kommentar
  1. Pascal sagt

    Schöner Beitrag und ein wichtiges Thema. Die Umfrage hat einen Teilnehmer mehr und ich werde versuchen diese Umfrage auch auf meiner Seite zu integrieren.

    Auf http://www.heizungsfinder.de/waermepumpe versuchen wir Verbraucher in einfachen Worten für diese Technologie zu sensibiisieren. Es kann auch Kontakt zu Fachbetrieben aufgenommen werden. Vielleicht ja ein Link Wert in Ihrem Artikel, der Bundesverband Geothermie hat uns auch in der Linkliste.

    Viele Grüße!

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