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Handelsblatt Jahrestagung Energie: Brüderle will Solarförderung weiter und schneller reduzieren

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Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle bei der 18. Handelsblatt Jahrestagung "Energiewirtschaft 2011" in Berlin(Foto: EUROFORUM/Dietmar Gust)
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle bei der 18. Handelsblatt Jahrestagung „Energiewirtschaft 2011“ in Berlin(Foto: EUROFORUM/Dietmar Gust)

Im Berliner Hotel Intercontinental läuft derzeit die Handelsblatt Jahrestagung Energie mit hochkarätigen Referenten, Podiumsdiskussionen und viel Raum für Networking zwischen den einzelnen Vorträgen. Dabei gibt es nach jedem Vortrag viel Raum um Fragen zu stellen – Fragen, die aus dem Publikum eingereicht werden. Zum Auftakt der Handelsblatt Jahrestagung Energie verteidigte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle das Energiekonzept der Bundesregierung. „Das Energiekonzept der Bundesregierung kann zum Leitkonzept für Energiepolitik in Europa werden“, so Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. Als Beispiel gebend betrachten die Gäste im Publikum aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft das Energiekonzept der Bundesregierung aber eher nicht: 18 Prozent der Gäste finden das Energiekonzept der Bundesregierung mangelhaft oder ungenügend, weitere 23 Prozent sehen es als „ausreichend“ an und 32 Prozent geben dem Konzept die Schulnote 3 für befriedigend. Minister Brüderle kündigte während seiner Rede, die Solarförderung früher als bislang vorgesehen zu kürzen. Man solle ernsthaft prüfen, nicht erst 2012 die nächste Novelle für die Förderung erneuerbarer Energien zu beschliessen, sondern möglicherweise schon vorher tätig zu werden.

Trotz der Kritik am Energiekonzept der Bundesregierung ist Rainer Brüderle sicher, damit wichtige Weichen für eine zukunftsfähige Energiepolitik auf „Go“ gestellt zu haben. Brüderle äußerte sich durchaus besorgt über den – nach seiner Sicht – ungebremsten Ausbau der Solarenergie. Es sei keine besonders effiziente internationale Arbeitsteilung, wenn im wenig sonnenreichen Deutschland wie 2010 die Hälfte aller Solaranlagen installiert würden. „Ich wüsste auch nicht, dass Deutschland sich auf den Anbau von Orangen und Bananen spezialisiert hat“, so Wirtschaftsminister Rainer Brüderle.

Eine größere Bedeutung soll nach den Worten von Brüderle dem Thema Energieeffizienz beigemessen werden. So gebe es einerseits den Energie- und Klimafonds, andererseits werde das CO2-Gebäudeinvestitionsprogramm fortgeführt. Auf diese Weise soll bis 2050 der Primärenergiebedarf um 50 Prozent reduziert werden. Dies sehen allerdings viele Experten extrem kritisch und fordern stärkeres Engagement.

Apropos die Sorgen der Bürger: An der CCS-Technologie will Brüderle festhalten. „Ich werde mich weiterhin für die CCS-Technologie einsetzen“, so Minister Rainer Brüderle auf der Handelsblatt Jahrestagung Energie. In Italien beispielsweise werde das Thema Carbon Capture and Storage schneller vorangetrieben als in Deutschland.

Einen interessanten Aspekt gab es letztlich noch: Rainer Brüderle sagte, er sei ein Freund von „unternehmensneutraler Forschungsförderung“. Dies stellte Brüderle in den vergangenen Monaten durch sein Engagement für das Unternehmen DBM Energy und die Rekordfahrt des lekker mobils nicht wirklich unter Beweis. Hier galt eher das Motto: Volle Unterstützung für zweifelhafte Technologie. Das Wirtschaftsministerium hatte die Rekordfahrt des lekker Mobils im Oktober mit 275.000 Euro gefördert – und Brüderle hatte die Ankunft des Fahrzeugs in Berlin als „Durchbruch für Elektromobilität“ gefeiert. Weitere Infos zu DBM Energy gibt es hier.

1 Kommentar
  1. Rica sagt

    Von welcher zukunftsfähigen Energiepolitik spricht Herr Brüderle? Schließlich hat seine Partei der Laufzeitverlängerung zugestimmt!

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