Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Heizen oder Einspeisen: Wärmepumpe mit künstlicher Intelligenz

0 73

Wärmepumpensysteme bieten ein großes Potenzial für das Lastmanagement in intelligenten Stromnetzen. In einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt arbeiten der Energiekonzern E.ON und der österreichische Wärmepumpenhersteller NEURA an einem neuen Regelsystem zur besseren Nutzung von dezentral erzeugtem Solarstrom. Bereits in der kommenden Heizsaison sind erste Feldtests in Bayern vorgesehen.

Wärmepumpen Hintergrund / Gastbeitrag von Dr. Hannes Jakob. 2011 wurden rund 122.000 GWh Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt. Dies entsprach 20 Prozent des gesamten Stromverbrauchs Deutschlands. Bis 2020 soll sich dieser Anteil nach Vorgaben der Bundesregierung auf mindestens 35 Prozent erhöhen. Mehr als die Hälfte davon machen die stark volatilen Energiequellen Wind und Photovoltaik aus. Der steigende Anteil regenerativen Stroms führt jedoch auch zu immer größeren Lastschwankungen im Stromnetz. Wenn der Wandel hin zu einer regenerativen Energieversorgung gelingen soll, ist es notwendig, die Netze an die neuen Herausforderungen anzupassen.

Stromnetze sind komplexe Systeme, in denen immer in etwa die Energiemenge bereit stehen muss, die gerade verbraucht wird. Ist zu wenig Strom da, drohen Ausfälle. Bei zu viel Energie im Netz kann es zu Schäden durch Überlastung kommen. Mehr als 1.000 Megawatt hat man an einem hellen Wochenendtag schon mal zuviel im Netz. Dann fehlen die Verbraucher, während hunderttausende PV-Anlagen auf Hochtouren laufen.

Neues Nutzerverhalten erfordert intelligente Netze

Die naheliegendste Lösung bei zuviel Energie im Netz wäre natürlich ein physikalischer Netzausbau. Dieser ist aber kostspielig, für die Netzbetreiber und in weiterer Folge auch für die Verbraucher. Darüber hinaus nimmt der Bau zusätzlicher Stromleitungen durch langwierige Genehmigungsverfahren auch immer mehr Zeit in Anspruch. Zeit, die man im Hinblick auf die ambitionierten Ziele nicht hat. Von den 1.834 Kilometern Leitung, die vom deutschen Gesetzgeber als vordringlich erklärt wurden, waren Ende 2011 nur 214 Kilometer tatsächlich gebaut.

Zur Bewältigung des Paradigmenwechsels von der verbrauchsorientierten Erzeugung zum teilweise erzeugungsabhängigen Verbrauch bedarf es intelligenter Netze. Diese sogenannten „smart grids“ müssen in der Lage sein, bidirektional zu arbeiten, da sich das Nutzerverhalten der Stromkunden hin zum „Prosument“ – Stromproduzent und -konsument – entwickelt hat.

Das könnte dir auch gefallen

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More