Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Werbung

Heizen oder Einspeisen: Wärmepumpe mit künstlicher Intelligenz

0 76

Damit dieses System funktionieren kann, braucht es auf der anderen Seite allerdings auch schalt- und steuerbare Verbraucher, mit denen der Energieversorger über die smart grids „kommunizieren“ kann. So können Leistungsspitzen in der dezentralen Stromerzeugung, die durch hohe Erzeugungsleistungen bei Wind und Photovoltaik auftreten können, geglättet und eine energie- und kosteneffiziente Harmonisierung hergestellt werden.

Wärmepumpe mit „künstlicher Intelligenz“

Gerade im Hinblick auf dieses aktive Lastmanagement in intelligenten Stromnetzen hat die Wärmepumpe großes Potenzial, da sie in der Lage ist, elektrische Energie in Wärme und Kälte umzuwandeln und auf diese Weise zu speichern. Diesem Potenzial ist der Energieversorger E.ON in Kooperation mit dem österreichischen Wärmepumpenhersteller NEURA jetzt auf der Spur. In einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt arbeiten die Kooperationspartner an einem neuen System zur besseren Nutzung von dezentral erzeugtem Solarstrom. Dazu hat der Wärmepumpenpionier aus Österreich eine Steuerung mit „künstlicher Intelligenz“ entwickelt.

Das Regelsystem entscheidet selbstständig, ob der aktuell erzeugte Solarstrom in die Wärmepumpe fließt oder in das öffentliche Netz eingespeist wird. Diese Entscheidungen basieren auf Lastprofilprognosen und exakten 24-Stunden-Wetterdaten, die der Energieversorger zur Verfügung stellt. Die Algorithmen, die die verschiedenen Informationsströme verarbeiten können, sind selbstoptimierend. Der Nutzer kann, muss aber nicht in die komplexen Entscheidungen zur Optimierung des Eigenverbrauchs eingreifen.

Erste praktische Erfahrungen werden derzeit mit einer Pilot-Anlage am Firmensitz im oberösterreichischen Regau gesammelt. Feldtests, mit denen die zugrundeliegenden Berechnungsmodelle optimiert werden können, laufen bereits. Für diese Tests wurden 20 Haushalte in Bayern mit den entsprechenden Systemen ausgestattet. Der Süden Deutschlands ist als Testregion besonders geeignet, weil hier die PV-Dichte überdurchschnittlich hoch ist. Der Solarstrom-Anteil liegt hier bei etwa acht Prozent.

Bis 2020 über 1,2 Millionen Wärmepumpen in Deutschland

Aber nicht nur der weit fortgeschrittene technologische Entwicklungsstand hat das Interesse der Energieversorger geweckt. Vor allem das Marktpotenzial, das der Wärmepumpe in Deutschland prognostiziert wird, bietet effektive und vergleichsweise schnell umsetzbare Möglichkeiten im Netzlastmanagement auf Endverbraucherebene. Der Feldbestand in Deutschland von rd. 500.000 Heizungswärmepumpen hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Bis 2020 wird nach konservativer Schätzung eine weitere Steigerung auf 1,2 Millionen Einheiten erwartet. So zeigt die Branchenstatistik des Bundesverband Wärmepumpe (BWP) nach zwei verhaltenen Jahren für 2011 wieder einen deutlichen Anstieg der Absatzzahlen. Mit rd. 57.000 Stück wurden im Vergleich zum Vorjahr 11,8 Prozent mehr Heizungswärmepumpen verkauft.

Das klare Bekenntnis der Verbraucher an eine regenerative Energieversorgung und vor allem die Kostenvorteile gegenüber anderen Heizformen werden als Hauptgründe für die positiven Marktprognosen genannt (siehe Kasten: Kosten-Vergleich).

Über den Autor dieses Gastbeitrages: Dr. Hannes Jakob ist promovierter Physiker und CEO der NEURA AG. Darüber hinaus ist er auch Geschäftsführer der NEURA – Deutschland GmbH in Mainz.

[wp_campaign_1]

Das könnte dir auch gefallen

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More