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Sauber in die Zukunft

Hintergrund: Die Wunder(?)-Technologie von DBM Energy

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Die Fahrt im Elektroauto von München nach Berlin mithilfe der Kolibri-Akkutechnologie von DBM Energy aus Berlin sorgt nach wie vor für heiße Diskussionen im Web und in den entsprechenden Beiträgen hier, hier und hier bei Cleanthinking.de. Die Redaktion steht in Kontakt zum Pressesprecher von DBM Energy und hat von ihm einige erhellende Antworten zu im Web brennend diskutierten Fragen erhalten. Lesen Sie nun, warum kein Notar dabei war und wieso das Presseauto sich zwei Mal für wenige Minuten vom Lekker Mobil entfernte. Diskutieren Sie mit uns über DBM Energy: Fake oder Wunder(?)-Technologie?

Mirko Hannemann Rekordfahrt Audi A2 Cleanthinking.de
Mirko Hannemanns Rekordfahrt mit einem Elektroauto sorgt bei www.cleanthinking.de und im Web für heiße Diskussionen

]Klar ist nach wie vor: Viele Fragen, die sich einzig und alleine auf die Wundertechnologie des Kolibri-Akkus beziehen, werden nur oberflächlich beantwortet. Die Webseite zum Rekordversuch www.lekker-mobil.de gibt dabei fast genauso wenig Aufschluss wie die immer wieder kritisierte Homepage von DBM Energy.

Wieso war kein Notar dabei? Gab es eine kurzfristige Absage, wie im Web kolportiert?

DBM Energy: Ein Notar war für uns nicht wichtig, hat dementsprechend auch nicht abgesagt. Es waren beispielsweise mehrere Personen des Bundeswirtschaftsministeriums anwesend, die das lekker Mobil zu jedem Augenblick der Fahrt gesehen haben.

Wie schwer war das Auto tatsächlich? Mit und ohne Fahrer?

DBM Energy: Das Gesamtgewicht des A2 betrug mit Fahrer 1260 kg. Fahrer Mirko Hannemann wiegt 90 kg.

Wie sorgt die Kolibri-Technologie dafür, dass beim „Nachtanken“ keinerlei Gefahr von hoher Temperaturentwicklung durch so genannte Dendriten besteht?

DBM Energy: Dafür sorgen spezielle Membranen.

Die Kolibri-Technologie soll eine Laufleistung von 500.000 km haben. Gibt es hierfür Erfahrungen aus der Industrie?

DBM Energy: Die 500.000 Kilometer sind die Mindestreichweite bei zyklischer Belastung der Akkus. Entsprechende Erfahrung bringen wir aus der Industrie mit

Mit welcher Geschwindigkeit fuhr das Auto von Berlin nach München?

DBM Energy: Die Geschwindigkeit auf der Fahrt Berlin-München betrug ebenfalls rund 90 km/h im Schnitt. Das lekker Mobil schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, verbraucht dabei aber selbstverständlich mehr Energie. Bei der Weltrekordfahrt ging es uns nicht um Geschwindigkeit, sondern um die Strecke.

Wieso fuhr das Presseauto mehrmals voraus? Wurde heimlich nachgeladen?

DBM Energy: Das Presseauto fuhr zweimal voraus. Einmal durch einen Kommunikationsfehler (ca. 10. Min.) und auf den letzten Metern, weil dem lekker Mobil noch wenige Kilometer fehlten um die 600 Km zu packen, wir haben daher noch ein kleine Schleife gedreht. Wie und wo sollten wir, selbst wenn das Fahrzeug hier nicht für die Journalisten zu sehen war, so viel Energie nachladen?

Wann wird die Serienfertigung beginnen? Gibt es einen Standort?

DBM Energy: Derzeit laufen die Planungen für die Serienfertigung 2011 – ein möglicher Standort ist die Region Berlin-Brandenburg.

Darüber hinaus stellte uns DBM Energy ein allgemeines Papier zur Kolibri-Technologie zur Verfügung, das allerdings kaum Fragen beantwortet, sondern nur die Quadratur des Kreises, die  der Wunder-Technologie gelungen zu sein scheint, wiedergibt. Lesen Sie selbst:

Die KOLIBRI AlphaPolymer Technology der DBM verfügt derzeit über die höchsten am Markt verfügbaren Wirkungsgrade (größer als 97 %) und Leistungsparameter und ist in der Lage, diese auch
unter Extrembedingungen im Arbeitsalltag zu leisten. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und reichen von der industriellen Stromversorgung / Flurförderzeuge über stationäre Anwendungen bis hin zur Elektromobilität.

Die intelligente Steuerung im KOLIBRI Akkus versorgt jede einzelne Zelle, kann diese gezielt ansteuern und bringt so alle Zellen auf eine einheitliches Energieniveau.

Die KOLIBRI Technologie besteht vollständig aus hochwertigen und recyclebaren Materialien. Die Zellen sind frei von Schwermetallen, giftigen Gasen, Flüssigkeiten und Säuren. Dadurch sind die Batterien nach Ende der Lebensdauer kein Sondermüll, sondern fließen dem Wertstoffrecycling zu.

Die DBM verfügt ebenfalls über verschiedene Ladeverfahren, sowohl über konventionelle Ladegeräte als auch intelligente on-board-Ladeelektronik oder über Schnellladeverfahren für Ladezeiten unter 20 Minuten. Bereits jetzt arbeitet die DBM Energy GmbH an der Entwicklung von neuartigen Verfahren, die es ermöglichen, Energiespeichersysteme innerhalb von sechs Minuten wieder voll aufzuladen.

Immerhin ein paar erhellende Worte zum Rekordversuch vergangene Woche sind dabei. Wir werden alle die nächsten Monate, eine mögliche Serienfertigung und viele andere Aspekte abwarten müssen, um uns ein abschließendes Urteil erlauben zu können. Bis dahin werden wir vermutlich mit den Marketing-lastigen Aussagen des Unternehmens – ohne konkret zu werden – leben müssen. Positiv ist aber die neue Offenheit durch den frisch engagierten Pressesprecher, der Seriosität ausstrahlt und um offene Beantwortung bemüht ist. Lassen wir uns überraschen!

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% S Kommentare
  1. […] und heiß über die Rekordfahrt des lekker Mobil von München nach Berlin diskutiert wird (vgl. unseren aktuellen Beitrag zur Kolibri-Technologie von DBM Energy), bastelt der amerikanische Elektroautobauer Tesla Motors weiter an hochkarätigen und globalen […]

  2. […] Hintegrund: Die Wunder?-Technologie von DBM Energy Kategorien Presse -andere-, pressw0rds Artikel LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. […]

  3. Martin Jendrischik sagt

    Es gibt Neuigkeiten von DBM Energy: Das Unternehmen bittet um Zeit, um sich professionelle Strukturen zu verpassen -> http://bit.ly/dbm-energy

  4. Martin Jendrischik sagt

    Die aktuelle Entwicklung zu DBM Energy haben wir hier niedergeschrieben: http://bit.ly/dbm-energy

  5. […] Wochen häuften sich negative Medienberichte zum Berliner Cleantech-Unternehmen DBM Energy – Sie erinnern sich, die Jungs mit der Elektroauto-Rekordfahrt von München nach Berlin und der (phän…. Oft wurde gefragt: Geht dem Unternehmen bereits die Luft aus? Wieso dringt nichts mehr in die […]

  6. Karl Wirth sagt

    FÜr mich ist von großem Interesse, inwiewiet die Kolibri-Technologie sich auch für die Speicherung von PV-Strom eignet (sicherlich ja) und wie weit man da schon vorangeschritten ist.

    Das gäbe ja ganz tolle Anwendungsmöglichkeiten.

    Wer weiß mehr?

  7. Richard Siepmann sagt

    Die Behauptungen zur Leistungsfähigkeit des Kolbri-Akkus sind erstaunlich. Ich weiß zwar nicht, warum in gleichen Gabelstablern ein herkömmlicher Akku erheblich mehr Amperestunden benötigt.
    Aber warum versuchen die meisten den Akku totzureden. Wenn er wirkliche Vorteile hat, muß er dies nicht nur im Demonstrationseinsätzen beweisen. Ohne überzeugende Tests in unabhängigen Instituten würde ich mich mit Investitionen zurückhalten. Auch vor einem Einsatz in Serienfahrzeugen werden alle Komponenten auf ihre Sicherheit überprüft, und ich gehe davon aus, dass die Prüfer mehr Sachkenntnis haben als die, die vorschnell alles ablehnen.

  8. einer sagt

    komisch: echauffiert man sich hier über den „zu kleinen“ Sponsor der Rekordfahrt, dabei schöpfen die aus einem der weltgrößten Technologie-Pools: „mithilfe von 3M produzierte … Batterie“ (http://www.zeit.de/auto/2010-12/batterie-elektroauto). Keine Sorge, die brauchen Siemens nicht mehr …

  9. Eberhard Mayer sagt

    Wenn sich jemand eigehend mit den verschiedenen Li-Chemie beschäftigt hat, wird wissen, das die angenommene energiedichte von 350Wh/kg realistisch sind. Bitte vergesst nicht, der Tesla Roadster fährt nun seit 3 jahren 6831 Zellen je 44,5 gramm spazieren, macht 304kg gewicht. Der Rest zu den 450kg sind kabel, die crashbox, Kühlflüssigkeit etc.
    Panasonic hat eine neue Zelle mit 3100mA/h und sogar eine mit 4000mA/h angekündigt, jedoch bei 50g Zellengewicht. Also schafft Panasonic bereits locker über 280Wh/kg.

  10. Hagen sagt

    Der Streitpunkt scheint ja das Abreißen des Kontaktes zu den Pressenasen zu sein. Wann ist denn der Kontakt abgerissen? Auf halber Strecke oder auf den letzten Kilometern in Berlin? Wenn es in Berlin war, ist es wohl unerheblich für den Erfolg des Projektes, denn dann stehen immer noch 550km auf der Uhr, die kein anderer bisher gezeigt hat und die letzten 50km sind in der Tat nur für das Marketing interessant.
    Und was das Offenlegen der Technologie betrifft, sollte man auch immer berücksichtigen, dass es hier um einen Milliarden – Markt handelt, der bekanntlich heiß umkämpft ist. Warum sollte jemand, so er wirklich die entscheidende Idee hat, diese publizieren, wenn ihm selbst die Mittel fehlen, dies marktreif zu machen und in die Serie zu überführen. DBM will sicher nicht von verkauftem Patent leben, dass dann in der Schublade von VARTA verschwindet, weil man dort einfach kein Interesse hat an einer neuen Technologie. Das Verhalten von DBM ist wirtschaftlich absolut nachvollziehbar, auch wenn es den Zweiflern und Nörglern nicht in den Kram passt.

  11. Skeptiker sagt

    Es wäre zu schön, um wahr zu sein.
    Ich hatte schon einmal das „Glück“, mit Herrn Mattke an einem Tisch zu sitzen. Wir waren sehr interessiert, unsere Fahrerlosen Transportfahrzeuge mit dieser Technologie auszurüsten und zu testen.
    Nach dem man uns dann über 2 Stunden warten ließ (anläßlich der Rekordfahrt bei Pappstar hatte Herr Hannemann leider keine Zeit für uns trotz Termin, da er Presseerklärungen abgeben musste – von übermäßiger Presseanwesenheit haben wir aber nichts gesehen), kam dann doch der an dem Tag eigentlich kranke Herr Mattke, um so unsachlich zu diskutieren (DBM demnächst Weltmarktführer, man sucht sich seine Kunden aus, Verfolgungswahn durch die großen Konzerne etc.), dass wir uns sehr schnell enttäuscht auf die 3 stündige Heimfahrt gemacht haben.
    Das Umgehen des Unternehmens mit dem Vorfall bei Pappstar (Feuerwehreinsatz) hat mein Mißtrauen gegenüber der Firma DBM noch weiter verstärkt.
    Mich persönlich hat dieser Termin sehr enttäuscht, da wir mit 3 Leuten angereist wahren, und nur Luftblasen zu hören bekamen.
    Ich würde es DBM Energy wahrlich gönnen, ein effizientes und zuverlässiges Produkt serienreif entwickelt zu haben. Professionelles Verhalten ist aber etwas anderes.

  12. E.Ebermann sagt

    Hallo e-auto freunde!Gruß auch an die gegner!
    Laßt euch nicht von den gegnern im glauben an das unmögliche beirren.Der glaube versetzt berge, auch die tüftler in berlin glaubten an das unmögliche,nur so haben sie es geschaft,aus schrott(alter akku-typ)einen superakku zu machen.
    Man griff in die schrottkiste holte dort einpaar ne-metalle herraus, machte sie zu nanopartikel und mischte sie mit einen hauch lit. ALl ist superleicht und leitfähig, der akku hat 9,3volt bei 32000mA und das bei einer größe vom typ aaa.Achja, gewicht 13g.
    die verkabelung ist 1/3 des akku-gewichts,nicht der akku kann brennen sondern die verkabelung. Denn wenn 430 volt anliegen ist besondere sorgfalt von nöten.
    So,und nun bringt allen automobilherstellern erst einmal bei, die Fahrzeuggewichte auf 800kg zu senken(jahrgang 1965) dann klappts auch mit der reichweite von 1000km ohne akku zuladen.

  13. Zyniker sagt

    Hey Leute, ich habe gerade meinen neuen Warp-Antrieb getestet. Erstaunlich, was man alles in einer Garage zusammenschrauben kann. Als Energiequelle habe ich einfach einen Ventilator auf mein Dach geschraubt und den Saft per WLAN zu den Warpgondeln transferiert. Dank supraleitendem Eiswasser aus meinem Kühlschrank hab ich auch das Kühlproblem gelöst. An dieser Stelle einen Dank nach Berlin für die erstklassigen Gesetze, daß Kühlschranksteuern nicht zur Finanzierung bekloppter Rekordfahrten verwendet wurden. Naja, die erste Warp-„Fahrt“ ist im Sack. Mein Pfarrer war Zeuge (leider ist er schon 90 und erblindet), aber der war wenigstens anwesend, wie auch bei der Erstausstrahlung von Star Trek mit J.T.Kirk und bei der Geburt von Roddenberry. Außerdem hat er mir geholfen daran zu glauben, dass ich den Raum vor mir falten konnte. Jetzt brauchte ich nur noch einen Journalisten. Ich hab da son Käseblatt aus Südspanien gefunden. Die jedoch haben ihren naturwissenschaftlichsten Schreiberling geschickt, der vor Ort war (sein Onkel war Kfz.-Schrauber, was ihn voll qualifiziert hat, an meinem Testflug teilzunehmen). Zugegeben, er war nicht während des gesamten Flugs zugegen, naja, eher gar nicht zugegen, aber ich hab ihm meinen Flug dann mit meinem Stuntman Patrick Stewart audiovisuell nachstellen lassen. Das hat ihm voll gereicht (seinen wissenschaftlichen Ansprüchen genügt). Eine Kopie ging nach Berlin und ich warte nun noch auf den Scheck vom Ministerium für mein Käse-Sahne-Antrieb, den ich heute entwickeln werde.

    Die Macht mit Euch möge sein …

  14. K.Buschmann sagt

    >>>Das ist halt der deutsche Michel, er diskutiert, während andere machen.

    >>>Warum sind unsere Macher, egal was sie auch erfunden haben, ins Ausland gegangen, ..na???

    Sie meinen Benz, Bosch, Röntgen, Zuse, Gutenberg, Diesel, Lilienthal, Planck, Liebig, Siemens usw.? Keine Ahnung, warum die alle weg sind. 😉

    Aktuell liegts in Sachen Produktion je nach Umfrage an zu hohen Lohnkosten dicht gefolgt von Steuern und Abgaben und in Sachen Forschung an zu niedrigen Löhnen, gefolgt von Infrastruktur, allgemeinen Karriereaspekten und gesetzlichen Einschränkungen.

    Wenn Sie in Ihrer ganz persönlichen Einschätzung „Mangelnde Leichtgläubigkeit in Internetforen“ ganz oben stehen haben, machen Sie irgend was falsch.

    >>>warum müsst ihr immer rummekeln? Man bekommt wirklich den Eindruck, dass irgendwie einige hier, die sich immer wieder gegen die Entwicklung sperren, mit der Öllobby zu tun haben.

    Ich bin sicher, dass man sich gerade bei der „Öllobby“ vor Freude die Hände reibt, wenn man von DBM und 330Wh/kg Märchen liest. Nichts lähmt Investitionen in Technologie so sehr wie die Erwartung, dass diese Technologie schon kurzfristig überholt sein könnte. Ein Problem hätten die nur dann, wenn es diese Batterien tatsächlich gäbe und sie, wie behauptet, billiger zu produzieren, langlebiger und sicherer wären als die etablierten Technologien.

    Also, Herr Hannemann, lassen Sie die Katze aus dem Sack. Entweder Sie haben Recht und retten die Welt (sicher nicht zu Ihrem Nachteil) oder Sie lügen uns allen was vor. Dann könnten wir uns kurz ärgern und mit dem weitermachen, was wir angefangen haben (denn zu behaupten die deutsche Forschung und Industrie sei ausgerechnet bei diesem Thema untätig oder unflexibel ist schlicht falsch).

  15. Dater sagt

    es hat sich nichts geändert, gar nichts.
    Als die ersten Motoren brummten, haben die Menschen gesagt, das braucht man nicht, hat keine Zukunft.
    Jahre nach dem Flug der Gebrüder Wright hat man noch festgestellt, dass fliegen unmöglich ist.

    Das ist halt der deutsche Michel, er diskutiert, während andere machen.

    Warum sind unsere Macher, egal was sie auch erfunden haben, ins Ausland gegangen, ..na???

  16. Brux sagt

    Liebe Leute,
    warum müsst ihr immer rummekeln? Man bekommt wirklich den Eindruck, dass irgendwie einige hier, die sich immer wieder gegen die Entwicklung sperren, mit der Öllobby zu tun haben.
    Lasst die Jungs doch einfach machen und wartet ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles nur so aus der Nase gezogen wurde. Eine(r) will hier immer schlauer als der oder die andere sein. Ihr spekuliert doch alle nur.
    Wenn das alles so funktioniert wie angepriesen, sollte man sich eher freuen und abwarten und nicht mit aller Gewalt versuchen dieses Projekt zu verteufeln. Das unsere Autoindustrie unter dem amerikanischen Scheffel steht weiß ja nun langsam jedes Kind. Ich würde mich freuen, wenn wir uns endlich davon abnabeln können und wieder wie früher das Zepter selbst in die Hand nehmen.

  17. K.Buschmann sagt

    Herr Wolff,

    sicher ist Ihnen der Werdegang bzw. die Entstehungsgeschichte von lekker-Energie (Nuon, Vattenfall etc.) bekannt und Sie haben zumindest eine ungefähre Vorstellung von der Größe und Struktur des Unternehmens. lekker IST klein. Was an dieser Feststellung „herablassend“ sein soll, wird Ihr Geheimnis bleiben müssen.

    Und selbstverständlich ist Ihnen unbenommen, angesichts eines jeden noch so substanzlosen Presseberichtes über revolutionäre Durchbrüche in heftigst umkämpften High-Tech Märkten öffentlich Purzelbäume zu schlagen und das für konstruktiv zu halten, wen auch immer Sie wollen nicht mit der Leitung Ihrer Unternehmungen zu betrauen oder Herrn Hannemann ganz fest die Daumen zu drücken – nur nutzen wird es am Ende niemanden.

    Was mich speziell an Geschichten wie dem Getöse um diesen „Weltrekord“ so nervt (Verbitterung ist was anderes) ist, dass sie vollkommen überzogene Erwartungen wecken. Da stellt sich der Wirtschaftsminister ins Blitzlichtgewitter und verkündet die Forschung sei abgeschlossen und jetzt gehe „das Verkaufen“ los. Menschen die es besser wissen sollten fragen, ab wann man das „lekker mobil“ denn nun erwerben könne. In einer Auto Zeitschrift wird davon abgeraten, sich einen i-Miev zu bestellen, weil die Technologie ja in Kürze dank des DBM „Durchbruchs“ sowieso überholt sei – und wer will schon ein Auto mit 80km Reichweite für 40.000 Euro kaufen, wenn es doch sehr bald eines mit 600km gibt, das noch dazu garantiert viel schneller, praktischer, sicherer und vor allem billiger ist, weil dank DBM die Produktionskosten für LMP plötzlich viel günstiger sind als die für Li-Ion. So lange DBM nicht wenigstens so was wie ein (mit einem halbwegs seriösen, offiziellen Messprotokoll hinterlegtes) Specsheet für seine Kolibri Technologie veröffentlicht, bleibt das alles in meinen Augen Spekulation – und zwar die Art Spekulation, die niemandem hilft.

    Das einzig halbwegs nachvollziehbare was bisher von DBM kam, war eine Art „Bericht“ über den Einsatz der LMP bei Papstar. Daraus ergaben sich wenig spektakuläre Energiedichten von ca. 115 Wh/kg – nicht wirklich schlecht aber auch nicht umwerfend. Nun wurde dieser Wert (je nach Pressemitteilung) etwa verdreifacht. Das ist so als würde die VW Werkstatt hier um die Ecke das Ein-Liter-Auto ankündigen und behaupten, es sei ein ganz normaler Golf mit einem hier und da etwas optimierten Dieselmotor, auf dessen revolutionäre Details die Betonköpfe in der Entwicklung bei Volkswagen einfach nicht gekommen sind. Bestimmt gäbe es auch da Leute, die es bedenkenlos glauben und spontan in Jubelgeschrei ausbrechen würden.

    Und zu den „jungen Unternehmern“ – ja, Bill Gates hat auch sein Studium abgebrochen. Aber als er bei IBM das DOS vorstellte (damals übrigens im Grunde auch nicht revolutionärer als es ein LMP Akku vor zehn Jahren war), tat er das nicht auf einer Pressekonferenz und unter Geheimhaltung des Source Codes und er sagte nicht „Seht her – hier läuft die Zukunft der Menschheit und ich sag keinem wie es funktioniert – glaubt es mir einfach.“

  18. Alexander Wolff sagt

    Gute Frau Buschmann,

    was verbittert Sie eigentlich so? Warum können Sie sich nicht einfach darüber freuen, dass sich nun auf diesem so wichtigen Innovationsfeld endlich einmal etwas tut, nachdem die Großen die Entwicklung komplett verschlafen haben? Bitte also nicht meckern, sondern KONSTRUKTIV zur gemeinsamen Sache beitragen. Ob Notar oder nicht, ist doch nun wirklich vollkommen egal. Und was ist denn so falsch daran, die Presseöffentlichkeit direkt mit einzubinden? Als kleiner Unternehmer bin ich sehr für unkonventionelle und wirkungsvolle Lösungen. Niemals aber würde ich mich so herablassend über kleine Energieversorger auslassen. Sind es nicht oft genug gerade die ganz jungen Unternehmen, die die Welt umgekrempelt haben? War Daimler oder Microsoft nicht auch mal ganz klein? Mit großtuerischem Gehabe und ewiger Besserwisserei werden ganz bestimmt keine großen Ideen geboren oder große Dinge für die Menschheit und Umwelt bewirkt. Mhh, bisher habe ich auf Frauen in verantwortungsvollen Positionen immer sehr große Stücke gehalten und dies auch in meinem Unternehmen entsprechend gefördert, indem ich einer Frau die Geschäftsführung übertragen habe. Sie aber würde ich mit einer solchen Position nicht betrauen, so wie Sie sich hier mit nur wenigen Aussagen bisher präsentiert haben. Ich kann nur hoffen, dass die DBM Energy unbeirrt ihren Weg weiter geht.

  19. K.Buschmann sagt

    Einige haben hier äußerst merkwürdige Vorstellungen davon, wie die Einführung „neuer“ Technologien funktioniert (und dabei ist LMP nicht mal eine „neue“ Technologie). Nehmen wir an, es sei einem kleinen Startup in Berlin tatsächlich gelungen, LMP die bekannten Nachteile auszutreiben und trotzdem die proklamierten Energiedichten zu erzielen – dann läge der Weg zu einer Nutzung dieser Technologie idealerweise darin, diese Eigenschaften zertifizieren und sich die selbst entwickelten Komponenten oder Fertigungsprozesse patentieren zu lassen. Damit könnte man sich auf den Markt trauen, um Produktionspartner und Lizenznehmer werben usw.

    Was man garantiert NICHT macht ist, sich mit einem kleinen Energieversorger zusammen tun und ein Auto umbauen – einen Haufen Journalisten in einen Bus packen – einen Notar für unwichtig halten bzw. vergessen und mit der ganzen Bande von München nach Berlin fahren.
    Hätte DBM wirklich einen technologischen Durchbruch geschafft dann wäre dies das mit Abstand ungeschickteste, unsicherste und unglaubwürdigste Kickoff aller Zeiten. Geht es einem hingegen nur um die veröffentlichte Meinung für eine oder zwei Wochen, dann hat man mit sowas natürlich bessere Karten als mit der konventionellen Methode.

  20. H.-R. Meißner sagt

    Die Rekordfahrt über 600 km mit einer Batterieladung wurde im Rahmen der E-Mobilitätsprojekte des Konjunkturpaketes II öffentlich gefördert. Das BMWi hat damit dem Berliner start-up die Möglichkeit eröffnet, die Leistungsfähigkeit seiner Kolibri-Technologie unter Beweis zu stellen.

    Wie sich jede/r vorstellen kann, sind die Begehrlichkeiten, mehr über die Technologie zu erfahren groß – genauso groß oder gar größer ist das Interesse des „Erfinders“, sich hier NICHT in die Karten schauen zu lassen. Sein erster Versuch, die Batterie in einen E-Porsche einbauen zu lassen, ist z.B. an Siemens gescheitert, die zunächst genau in die Batterie hineinschauen wollten.

    Die Ankündigung einer Serienproduktion ist für den Industriestandort Berlin von besonderem Interesse – offenbar werden hier bereits Gespräche geführt, sonst wäre eine solche Ankündigung „tödlich“.

    Ich stelle mir nur im Geiste vor, was nun mit dem Förderprogramm Li-Ion 2015 passieren wird, bei dem alle beteiligten Großunternehmen auf Li-Ion-Technologie mit ihren Begrenztheiten setzen. Darüber hinaus müssten alle Automobilhersteller dringenstes Interesse daran haben, sich den Zugang zur Kolibri-Technologie zu sichern. Und hier „verhandeln“ dann die Großunternehmen mit ihren Apparaten und ein start up aus Berlin über die grundlegende Technologie, den größten Wertschöpfungsbeitrag zur E-Mobilität!

    Ich bin gespannt, wie sich Berliner Wirtschaftspolitik in diesem Zusammenhang positionieren wird.

  21. Dr. Manfred Semlitsch sagt

    Ich gebe mich also damit zufrieden, dass
    uns die Sonne ununterbrochen Energie schenkt und dass stationäre Windkraftanlagen zukünftig Strom produzieren werden. Danke für die
    Aufklärung, sehr verehrte Frau Buschmann.

  22. K.Buschmann sagt

    Herr Dr. Semlitsch – noch mal ganz langsam: Wenn Sie eine Turbine in den Fahrtwind stellen – ganz egal, ob nun hinter den Kühler, an die Kabinenentlüftung, auf das Dach oder sonst wo hin – dann müssen Sie zur Überwindung der Fahrwiderstände und/oder zur Kühlung und/oder zur Durchlüftung x Watt ZUSÄTZLICH aufwenden. Von den x Watt bekommen Sie durch die Turbine aber nur einen Bruchteil zurück. Lassen Sie die Turbine also einfach weg, dann sparen Sie nicht nur Geld und Gewicht, sondern auch Energie. Ihre „Vision“ von einem Range Extender wäre nichts weiter als ein (teurer) „Range Reducer“. Können Sie mir so weit folgen? (Und by the way – wenn schon förmlich, dann bitte Frau Buschmann).

  23. Dr. Best sagt

    Herr Semlitsch,

    vielleicht sollen Sie den ersten Satz von Dieter Nuhr beherzigen und sich dann mal mit den Grundlagen der Thermodynamik befassen.

    Vielleicht bleibt Ihnen ja auch noch etwas Zeit, sich mit dem Wirkungsgrad von den guten alten Seitenläuferdynamos auseinander zu setzen. 15 Watt mechanisch reingesteckt ergeben miese 3 Watt elektrische Leistung, die dann möglicherweise in einer veralteten Funzel mit sagenhaften 5% eta in Licht umgewandelt wird.

  24. Dr. Manfred Semlitsch sagt

    Herr Buschmann, akzeptieren Sie den simplen Fahrraddynamo zur Erzeugung von Strom für die Fahrradlampe als alltagstauglich? Da geht mir wenigstens nicht der Vorrat in einer Batterie aus und ich habe immer Licht, so lange ich meinen Drahtesel trete!
    Haben Sie einen tauglichen Vorschlag zur Aufladung der Elektromobil-Batterie ohne Einsatz eines Range Extender Motors?
    Meine Vorstellung ist ein Universalauto für die Stadt und für weite Strecken, am liebsten mit Vierradantrieb auch für glatte Winterstrassen in den Bergen.
    Wie ist Ihre Zukunftsvision der Auto-Mobilität?

  25. K. Buschmann sagt

    … und vom zweiten Hauptsatz der Thermodynamik haben Sie als Chemiker noch nicht gehört? Energie gibt es grundsätzlich nicht geschenkt. Wenn Sie z.B. in den Luftstrom der Bremskühlung ein Windrädchen stellen, dann wird sowohl der Durchsatz verringert, als auch der Widerstand erhöht. Letzteres „kostet“ immer mehr Energie, als sie aus einer egal wie effektiven Turbine gewinnen könnten – ersteres bewirkt, dass der Durchsatzverlust z.B. durch grössere Einlässe kompensiert werden muss. Beides würde an jeder Stelle im oder am Auto zuschlagen – selbst bei der Entlüftung.

  26. Dr. Manfred Semlitsch sagt

    Dieselmotoren funktionieren auch erst so richtig, seit die bei SULZER in Winterthur entwickelte Turbotechnologie von Schiffs-Dieselmotoren auf Personenautos übertragen wurde.
    Die Antwort von Herrn Buschmann auf meine Frage zur mobilen Fahrtwindnutzung hat mich enttäuscht, weil er es als anscheinend Fachmann nicht wert befunden hat, mit handfesten Argumenten zu kommen, aus denen ich wenigstens etwas lernen könnte; bekanntlich sind solide ausgebildete Chemiker-Metallurgen, wie ich einer bin, immer an technischen Fortschritten interessiert. Aber vielleicht bekomme ich ja noch sachlich formulierte Antworten.
    Dass es kein Perpetuum mobile gibt, weiß ich allerdings schon.

  27. […] und heiß über die Rekordfahrt des lekker Mobil von München nach Berlin diskutiert wird (vgl. unseren aktuellen Beitrag zur Kolibri-Technologie von DBM Energy), bastelt der amerikanische Elektroautobauer Tesla Motors weiter an hochkarätigen und globalen […]

  28. Zeb Macahan sagt

    Can’t just publish a spec sheet? Like this:

    http://www.boston-power.com/sites/default/files/documents/BPOW0008%20Swing4400%20DS_L.pdf

    Would quench a lot of speculation

  29. K.Buschmann sagt

    Die versprochene „Serienproduktion“ ist nicht auf das „lekker mobil“ bezogen (wie könnte sie auch? Ein kleiner Energieversorger kann schlecht den Audi A2 nachbauen – ein großer Energieversorger könnte es übrigens auch nicht), sondern auf die Batterien. Sollte DBM das innerhalb knapp eines Jahres gelingen, wäre das ein Wunder von mindestens ähnlicher Größenordnung wie die Batterie selbst. Mindestens 8,9 auf der nach oben offenen Unwahrscheinlichkeits Skala.

  30. W. Muller sagt

    Im Vergleich zum Lithium-Ionen:
    – 1/10 des benötigten Lithiums
    – 1/3 der Größe
    – 1/7 des Gewichts
    – 1,7 der Energiedichte
    – 1/2 – 1/4 (Großserie) der Kosten
    – kein Überhitzung
    – kein Explosionsgefahr.

    Mag sein, daß vieles noch unklar ist, aber ein Auto mit einer solchen Batterie plus einem einfachen (weil mit konstantem Hub) Freikolbenlineargenerator, als range extender, hat Zukunft.

  31. Melchior Sandmaier sagt

    Es bleibt nur zu hoffen, daß die 2011 geplante Serienproduktion des „lekker mobil“ auch wirklich beginnt und nicht wie bei so einigen Zukunftsprojekten in der Vergangenheit „auf nächstes Jahr“ verschoben wird oder gar überhaupt nicht in Gang kommt.

  32. K. Buschmann sagt

    >>> Könnte man einen Fahrtwindstrom nicht über eine kleine, leichtlaufende Turbine laufen lassen…

    Den „Dr.“ haben Sie in Philosophie oder Kunstgeschichte gemacht, stimmts?

  33. Georg Siebert sagt

    Selbstversändlich gibt es viele neider und Leute, die grundsätzlich alles, was neu ist, negieren. Man sollte sich aber von solchen ….. nicht stören lassen. Es sind auch sehr oft Leute die von der Großfirmen gut dafür bezahlt sind. Es bleibt nur zu hoffen, dass das Angebot der Akku´s für die breite Öffentlichkeit erreichbar bleibt und sich nicht auf ein paar Großfirmen einschränkt.

  34. Dr. Manfred Semlitsch sagt

    Mehr als 600 km Fahrstrecke mit nur einer Batterieladung nötigt Respekt ab.
    Das erreichen andere Elektromobile von GM, OPEL, CHRYSLER-FIAT und AUDI nur mit einem kleinen Range Extender Motor, der während der Fahrt die Batterie mit ca. 2 Liter Treibstoffverbrauch pro Stunde lädt.

    Nun meine Frage: Der Fahrtwind beim Auto wird ja schon immer zur Kühlung des Motors und der Bremsen genutzt, außerdem zur laufenden Belüftung der Fahrgastzelle. Könnte man einen Fahrtwindstrom nicht über eine kleine, leichtlaufende Turbine laufen lassen, die
    ihrerseits einen angeschlossenen Stromgenerator antreibt und so während der
    Fahrt zwischen 30-130 km/h die Batterie auflädt??? Mobile Fahrtwindnutzung!!!

    Wer probiert es und demonstriert, dass es funktioniert?

  35. Sabrina sagt

    Danke für das Interview – das war doch mal aufschlussreich!
    Also für mich sieht es ganz klar danach aus, dass Hannemann und seine Leute vor der Fahrt alle Hände voll zu tun hatten und sich keine Gedanken über Kommunikation& Presse gemacht haben (die website war ja selbst am Tag der Fahrt nicht online und der Pressesprecher ist gerade „frisch engagiert“). Darum gab’s so viele Unklarheiten.
    Und das technische Details auch jetzt noch unklar sind, kann ich ehrlich gesagt verstehen. Die würde ich an deren Stelle auch hübsch für mich behalten…
    Und klar kann es immer noch sein, dass das böse Erwachen noch kommt (und die Serienproduktion nichts wird), aber das können wir ja getrost abwarten.

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