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hybridge: Amprion und OGE planen großen Elektrolyseur zur Sektorenkopplung

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Open Grid Europe und Amprion wollen im Projekt hybridge einen Elektrolyseur der 100-Megawatt-Klasse zur Wasserstoff-Produktion errichten

Es ist ein großes Vorhaben, das für die Energiewende eine ganz entscheidende Wirkung haben könnte. Amprion und Open Grid Europe (OGE) wollen im Emsland einen 100-Megawatt-Elektrolyseur errichten, der zur Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden soll. Das Projekt hybridge steht am Beginn der Genehmigungsphase.

Der aktuell vorgestellte Netzentwicklungsplan hat eines deutlich gezeigt: Der Netzausbau geht schleppend, um nicht zu sagen, fast gar nicht voran. Und das, wo die Übertragungsnetzbetreiber nun noch gerne zwei zusätzliche Trassen von Nord nach Süd hätten. Die Folge des schleppenden Ausbaus: Als Notreserve könnten in Baden-Württemberg neue, flexible Öl- und Gaskraftwerke gebaut werden, um die Zeit bis zum Netzausbau Mitte des nächsten Jahrzehnts zu überbrücken.

Umso wichtiger sind Alternativen, die wirklich zukunftsorientiert und nachhaltig sind. Mit dem Projekt hybridge arbeiten Amprion und Open Grid Europe an genau einem solchen Konzept, das die Sektorenkopplung auf Systemebene in Deutschland ermöglichen soll. Im Emsland soll ein 100-Megawatt-Elektrolyseur zur Erzeugung von grünem Wasserstoff eingesetzt werden. Es wäre einer der größten Elektrolyseure der Welt.

Die deutschen Klimaziele, der Ausstieg aus der Kernkraft und der sich abzeichnende Kohleausstieg bedeuten eine enorme Herausforderung für unser Energiesystem. Wir müssen daher jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit uns Power-to-Gas nach 2030 im Gigawatt-Maßstab zur Verfügung steht und Sektorenkopplung auf Systemebene möglich wird.

Dr. Klaus Kleinekorte, technischer Geschäftsführer von Amprion

Den idealen Standort für die erste Power-to-Gas-Anlage für das hybridge-Projekt in dieser Größenordnung, bei der Strom aus Erneuerbaren Energien über einen Elektrolyseur in grünen Wasserstoff und zum Teil weiter in grünes Methan umgewandelt wird, haben die Projektpartner an einem Schnittpunkt zwischen dem Amprion- und dem OGE-Netz im Landkreis Emsland gefunden. Dort wollen die Projektpartner neben dem Elektrolyseur in der 100-MW-Klasse eine bestehende OGE-Pipeline für den ausschließlichen Transport von Wasserstoff weiterentwickeln.

Die Projektpartner führten zum Vorhaben nach eigenen Angaben bereits einen konstruktiven Dialog mit der Stadt Lingen und dem Landkreis Emsland. Die Kosten für das Vorhaben liegen bei 150 Millionen Euro:

In Lingen haben wir optimale Voraussetzungen, um ein Wasserstoffnetz aufzubauen. Der Wasserstoff kann von Unternehmen direkt genutzt werden. Außerdem befindet sich eine Wasserstofftank- und -verladestation in der Region.

Auch die in der Region vorhandenen Erdgasspeicher können perspektivisch auf Wasserstoff umgewidmet werden. Ein Teil des bestehenden Gasnetzes kann zudem für den ausschließlichen Transport von Wasserstoff genutzt werden. Zukünftig werden weitere Teile der Gasinfrastruktur für den Transport von Wasserstoff ins Ruhrgebiet und darüber hinaus umgewidmet. Außerdem können wir Wasserstoff in geringen Mengen zumischen oder nach Umwandlung in Methan direkt in das Erdgasnetz einspeisen.

Dr. Thomas Hüwener, Mitglied der Geschäftsführung von Open Grid Europe

hybridge will Dritte ausdrücklich einbeziehen

Das Grundkonzept der Sektorenkopplung auf Systemebene von Amprion und OGE sieht vor, die geplante Infrastruktur zur Kopplung ihrer Netze allen Marktteilnehmern diskriminierungsfrei („Third Party Access“) zur Verfügung zu stellen. Die über die Gas- und Stromleitungen transportierte Energie ist dabei zu keiner Zeit im Eigentum der Netzbetreiber.

Die begrenzte „Brückenkapazität“ zwischen Strom- und Gasinfrastruktur werden die Projektpartner des hybdrige-Projekts Händlern oder Direktabnehmern in Auktionen anbieten. Die Auktionserlöse werden den Kosten gegengerechnet und entlasten so den Netzkunden. Dieses Prinzip ist bei grenzüberschreitenden Kuppelleitungen im Stromsystem und in Gastransportkapazitäten seit Jahren europaweit etabliert.

Man wolle die hybridge-Technologie für die deutsche Volkswirtschaft erfolgreich im großtechnischen Maßstab realisieren, so Hüwener.

Wir brauchen nun die regulatorische Möglichkeit, das Projekt umzusetzen. Hier ist nun die Politik am Zug. Wenn die Weichen jetzt gestellt werden, kann die Anlage 2023 bereits in Betrieb gehen.

Dr. Klaus Kleinekorte, technischer Geschäftsführer von Amprion

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