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Dieser Hybrid-Motorturmwagen repariert Oberleitungen elektrisch

Vorteil des Einsatzes als Elektrofahrzeug in Stadt oder Tunnel: Lokal emissionsfrei und leise. Zwei-Schicht-Betrieb durch Thermomanagement der Akkus möglich.

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Oft wird Mobilität mit elektrischem Antrieb mit Tesla und anderen PKWs verbunden. Dabei ist die lokale Emissionsfreiheit des Elektroantriebs besonders im Bereich der Nutzfahrzeuge etwa im Baustelleneinsatz höchst relevant. Ein Beispiel dafür liefert das österreichische Unternehmen Plasser & Theurer. Die Spezialisten für Maschinen und Systeme für Neubau, Umbau und Instandhaltung von Gleisen und Oberleitungen, haben jetzt einen Hybrid-Motorturmwagen vorgestellt, der für den elektrischen Einsatz bei Tunnelarbeiten ideal ist. Den Diesel-Motor braucht das Fahrzeug nur für den Weg zur Baustelle.

Der Hybrid-Motorturmwagen HTW 100 E³ wurde kürzlich Härtetests in einem Klima-Wind-Kanal von Rail Tec Arsenal unterzogen. Dabei ist einerseits die Akkutechnik geprüft worden und andererseits sollte geprüft werden, ob die technischen Daten der Bestandteile des Fahrzeugs, die von Zulieferern kommen, auch praktisch korrekt sind. Ergebnis: Das besondere Baustellenfahrzeug hat alle Prüfungen souverän gemeistert.

Zwei Schichten von je sechs Stunden kann der Hybrodmotorturmwagen betrieben werden. Das Fahrzeug wird vor allem für die Instandhaltung von Oberleitungen eingesetzt  Um die Betriebstemperatur der Batteriepacks auf konstant gutem Niveau zu halten, hat Plasser & Theurer zusammen mit Kreisel Electric ein Thermomanagement entwickelt. Dieses stellt sicher, dass die Energieversorgung aus den Akkus bei Temperaturen zwischen -20 und +40 Grad Celsius möglich ist. Die Betriebstemperatur wird zwischen 25 und 35 Grad gehalten.

Hybrid-Motorturmwagen: 200 Sensoren messen Temperatur ständig

Oberleitungen rein elektrisch Instand haltenVon der Scheibenheizung bis zur Kabinentür – jede kleine Veränderung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, jede Leistungs- und Druckkurve zeichnete der Computer live über eigens dafür installierte Messsensoren auf. 200 Sensoren überwachen die Temperatur in den neun Batterien unentwegt. Wann immer nötig, wird gewärmt oder gekühlt. 

Wichtig war es nun beim Test im Wind-Kanal, konkrete Rückschlüsse etwa bei Simulation von heftigem Winterwetter zu sammeln. Etwa wie lange die Vorwärmphase bei -30 °C durch ein dieselbetriebenes Heizgerät dauert. Welche Energieleistung erforderlich ist, bis die einzelnen Komponenten ihre Leistung entfalten können.

Wichtig in dieser Umschwungphase hin zur Elektromobilität ist es also, in den Bereichen aktiv zu werden, in denen die eMobility derart gigantische Vorteile bringt. Schließlich putzen wir uns auch nicht die Zähne mit einer elektrischen Diesel-Zahnbürste. Wieso also weiterhin mit Diesel-Fahrzeugen in Tunnel fahren, wenn es derart robuste und sinnvolle Alternativen gibt?

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