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HySynGas: MAN Energy Solutions und Vattenfall planen großindustrielles Power-to-Gas-Projekt

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Mit HySynGas soll ein norddeutsches Power-to-Gas-Hub entstehen – Innovationspartner bewerben sich als Reallabor

Im Bereich Power-to-Gas ist derzeit reichlich Bewegung drin. Zuletzt verkündete Uniper, erstmals synthetisches Methan ins Erdgasnetz eingespeist zu haben. Jetzt wollen die Innovationspartner ARGE Netz, MAN Energy Solutions und Vattenfall das erste, großindustrielle Power-to-Gas-Projekt aufbauen. Das Projekt, das ein Reallabor der Energiewende werden könnte, nennt sich HySynGas.

In Brunsbüttel könnte ein norddeutsches Vorzeigeprojekt entstehen – und ein von der Bundesregierung gefördertes Reallabor für die Technologie der Energiewende. HySynGas soll mit regionalem Strom aus erneuerbaren Energien synthetische Gas herstellen. Der grüne Wasserstoff oder das synthetische Gas sollen Busse, Lkw und Schiffe angetrieben oder Gaskraftwerke und die Industrie versorgt werden – Ziel ist es, klimaschädliche CO2-Emissionen zu vermeiden.

Über das Projekt soll ein einzigartiges Power-to-Gas-Hub für sektorenübergreifende Dekarbonisierung in Norddeutschland etabliert werden. Beim Bundeswirtschaftsministerium soll daher auch ein Antrag gestellt werden, eines der geförderten Reallabore zu werden. Die am Konsortium beteiligte ARGE Netz ist eine Unternehmensgruppe, die sich auf das Vorantreiben erneuerbarer Energien spezialisiert hat.

Wir haben uns ganz bewusst für den Industriepark Brunsbüttel als Standort entschieden. Erneuerbare Energien sind schon heute in der Region in großen Mengen verfügbar. Jetzt gilt es, den Nutzungsgrad erneuerbarer Energien zu erhöhen sowie den CO2-Ausstoß CO2 durch die Nutzung regenerativ erzeugter Gase vor allem für Busse des ÖPNV und schwere Lkw sowie auch im Schiffsverkehr, bei Gaskraftwerken und in der Industrie zu verringern.

Zudem kann der vor Ort erzeugte grüne Wasserstoff der Industrie helfen, ihren CO2-Ausstoß deutlich zu verringern. Das Projekt ist ein zentraler Baustein für eine ganzheitliche Energiewende und legt zugleich die Basis für den Power-to-Gas Hub in Norddeutschland.

Stephan Frense, Geschäftsführer der Erneuerbaren-Unternehmensgruppe ARGE Netz

Aus industriepolitischer Sicht ist es ungemein wichtig, dass Deutschland den Anschluss bei der Power-to-Gas-Technologie nicht verliert. Derzeit gilt das Land als Technologieführer, weil innovative Unternehmen wie GP Joule, Sunfire oder MAN Energy Solutions konsequent ihren Weg gehen. Die politischen Rahmenbedingungen ließen einen schnelleren Aufbau industrieller Großprojekte aber kaum zu. Das ändert sich nun Schritt für Schritt.

Der deutsche Anlagenbau ist mit Blick auf einen weltweiten Zukunftsmarkt für Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe bisher gut positioniert. Diesen Vorsprung müssen wir halten, und darauf arbeiten wir mit diesem Projekt hin. Unser Konsortium kann auf namhafte Abnehmer der erzeugten Gase verweisen, u.a. die Volkswagen Konzernlogistik, diverse Stadtwerke und Industriebetriebe vor Ort.

Während der Wasserstoff in der Region genutzt werden soll, wollen wir das Synthesegas in das deutsche Erdgasnetz einspeisen und somit bilanziell in ganz Deutschland zur Verfügung stellen. Mit einem möglichen künftigen LNG-Terminal in Brunsbüttel ergibt sich perspektivisch die Möglichkeit, das angelandete Erdgas klimaschonend zu veredeln, also mit grünem synthetischem Gas aus Schleswig-Holstein zu vermengen und so einen Beitrag zur Dekarbonsierung des gesamten Erdgassystems zu leisten.

Dr. Uwe Lauber, Vorstandsvorsitzender von MAN Energy Solutions

Mit dem Projekt HySynGas solle ein Grundstein für die nächste Stufe der Energiewende gelegt werden, betonte schließlich Oliver Weinmann, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Innovation GmbH.

Die aktuellen gesetzgeberischen Rahmenbedingungen erlauben derzeit jedoch keinen wirtschaftlichen Betrieb. Die Projektpartner ARGE Netz, MAN Energy Solutions und Vattenfall bewerben sich daher auf ein Reallabor des Bundeswirtschaftsministeriums. Bereits im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD wurde die Notwendigkeit von Rahmenbedingungen betont, um Wasserstoff auf Basis Erneuerbarer für die Herstellung von Kraftstoffen im Bereich Mobilität nutzbar zu machen. Das Reallabor muss nun die Möglichkeit schaffen, grüne Gase wirtschaftlich vor Ort und deutschlandweit ohne Belastungen auf dem Strompreis nutzen zu dürfen. Zugleich wollen wir uns dafür einsetzen, die Anrechenbarkeit von grünem Wasserstoff bzw. grünem SNG im Transportsektor zu ermöglichen.

Oliver Weinmann, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Innovation GmbH
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1 Kommentar
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