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IFAT 2018: Wasser-, Abwasser- und Recycling-Technologien boomen wie nie zuvor

Plastik im Meer, Kampf um sauberes Trinkwasser, Kreislaufwirtschaft durch Recycling: Umwelttechnologien Umwelttechnologien boomen weltweit - das zeigt auch die IFAT 2018

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Die IFAT 2018, eine der wichtigsten Messen weltweit für Technologien rund um Wasser, Abwasser und Abfall, hat beeindruckend gezeigt: Umwelttechnik ist sexy und Umwelttechnik boomt. Und Deutschland hat einen Weltmarktanteil von 16 Prozent. Gute Aussichten für die Messe, die die Branchen vereint – und durch Trends wie Elektrifizierung und Digitalisierung großen Innovationscharakter mitbringt.

Aussteller- und Besucherrekorde zeigen: Die Umwelttechnologien gewinnen weltweit an Bedeutung. Der Kampf um sauberes Trinkwasser etwa wird zunehmen. Müllberge müssen abgetragen oder besser durch intelligente Produkte und Kreislaufwirtschaft minimiert werden. Die Meere sind mit Plastikmüll verdreckt – es gilt, beispielsweise Mikroplastik aus Farben, Lacken oder Kosmetika zu verbannen. All diese Probleme adressieren die Experten der Umwelttechnologien und zeigen: Cleantech spielt eine wichtige Rolle.

Zur Eröffnung lieferte die neue Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Begründung, warum Umwelttechnologien immer bedeutsamer werden:

Wir müssen Ressourcen stärker nutzen, Kunststoffe und andere Materialien effektiver recyceln und verhindern, dass Plastikabfälle in unsere Umwelt gelangen. Es gilt, überflüssiges Plastik zu vermeiden.“ Hier haben Technologien eine Schlüsselrolle: „Auf der IFAT haben wir intelligente und innovative Umwelttechnologien gesehen, die bereits Teil der Lösung vieler unserer Umweltprobleme sind.

IFAT 2018: Kobalt oder Phosphor müssen endlich recycelt werden

Experten äußerten sich auch zum Thema Metalle: Es sei eminent wichtig, endlich Rohstoffe wie Phosphor oder Kobalt zu recyceln, um aus der europaweiten Abhängigkeit von Importen herauszukommen. Bei vielen Metallen liegt der Importanteil der EU bei 100 Prozent. Vertreter mehrerer Unternehmen äußerten sich aber zuversichtlich, spätestens in einem Jahr beispielsweise große Recyclinganlagen für Phosphor in Betrieb zu haben. Ein Anfang, aber Mahnern wie Ernst Ulrich von Weizsäcker geht der Wandel nicht schnell genug.

Problematisch ist auch die Stärke der USA und Chinas in diesen Bereichen – qualitativ nehmen gerade Produkte aus China rasant zu. Alleine im Bereich Wasser- und Recyclingtechnologien verkaufen chinesische Unternehmen bereits Waren für 55 Millionen Euro nach Deutschland – vor Jahren wäre dies noch unvorstellbar gewesen. Umso wichtiger also, dass Europa mit einer Stimme spricht, gemeinsam Technologie-Initiativen ergreift, um so durch die USA und China auf den Weltmärkten nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Rohstoff- und Ressourceneffizienz Themen auf der IFAT 2018

Die frühere Entsorger-Messe hat sich zum Treffpunkt der globalen Umwelttechnik-Szene gemausert. Dabei spielen viele Technologien, die Cleantech zuzurechnen sind, eine bedeutende Rolle: Etwa die Revolution der Antriebe bei Müllfahrzeugen oder Baustellenfahrzeugen, die künftig flüsterleise in den Städten unterwegs sind. Viele Hersteller setzen auf Batteriesysteme und reine Elektromobilität – andere, die größere Reichweiten brauchen, auf Hybridantriebe oder die Brennstoffzelle. Klar ist: In den IFAT-Bereichen ist die Umkehr hin zu umweltfreundlicheren Antrieben ein großes Thema.

Impressionen der IFAT 2018:

Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München, freute sich folgerichtig über mehr Aussteller und Besucher auf der IFAT 2018:

Die IFAT präsentiert Zukunftstechnologien für eine saubere Umwelt und treibt den gesellschaftlichen Diskurs aktiver voran denn je. Das zeigten die internationale politische Präsenz, die zahlreichen wirtschaftlichen Delegationen aus aller Welt und die Technologie-Experten, die sich auf der Messe intensiv austauschten. Die Messe spiegelt die Bedeutung der Branche und des Themas wider: Die Zahl der Aussteller ist um sieben Prozent auf 3.305 gewachsen, die der Besucher um vier Prozent auf über 141.000.

Überzeugender Kämpfer für Umwelttechnologien: Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München GmbH auf der IFAT 2018Ein Grund für den Erfolg der Umwelttechnologien ist das wachsende Bewusstsein bei den Verbrauchern und deren Forderung nach Nachhaltigkeit. Gleichzeitig habe die produzierende Industrie auf der IFAT 2018 steigendes Interesse für ressourcenschonenden und effizienten Verfahren gezeigt. Auch die Digitalisierung spielt eine Schlüsselrolle: Digital vernetzte Pumpen, Mülltonnen mit Sensoren, autonom fahrende Kehrfahrzeuge – die digitale Transformation prägte viele Innovationen.

Insgesamt zog die IFAT 2018 mehr als 141.000 Fachbesucher aus mehr als 160 Ländern an. Die Zahl der Aussteller stieg auf mehr als 3.300. Diese verteilten ihre Fahrzeuge, Maschinen, Anlagen und sonstigen Umwelttechnologien auf 18 Messehallen sowie große Teile des sehr großen Freigeländes. Die IFAT ist die zweitgrößte Münchner Messe nach der Bau-Messe bauma, die aber nur alle drei Jahre stattfindet.

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