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„Wir möchten die Nr. 1 für Ultrafiltration werden“

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Ende April berichteten wir von Cleanthinking.de darüber, dass der Chemiekonzern BASF das Technologie-Unternehmen inge watertechnologies AG, eines der deutschen CleanTech-Vorzeigeunternehmen, übernommen hat (siehe Beitrag CleanTech Übernahme: BASF kauft inge watertechnologies). Die hoch interessante und von enormem Marktpotenzial gepräfte Ultrafiltrationstechnologie zur Aufbereitung von Trinkwasser oder Abwasser sowie die aufregende Historie des Technologie-Spezialisten inge watertechnologies AG hat uns dazu veranlasst, ein Gespräch mit dem CEO der Aktiengesellschaft zu führen.

CEO Bruno SteisBruno Steis ist schon seit 2004 eng mit inge watertechnologies verbandelt: 2004 sorgte er als Investment Partner bei Siemens Venture Capital (SVC) für das VC-Investment von SVC in die inge watertechnologies AG. Gleichzeitig übernahm Bruno Steis für drei Jahre den Vorsitz des Aufsichtsrates der inge watertechnologies AG. 2008 wechselte Bruno Steis aus dem Überwachungsgremium ins operative Geschäft des CleanTech-Unternehmens.  Gemeinsam mit dem Ingenieur Dr. Peter Berg leitet Bruno Steis die Geschicke des Ultrafiltrations-Spezialisten – mit vorläufigem Höhepunkt der Übernahme durch BASF.

CleanThinking.de: Hallo Herr Steis, herzlichen Glückwunsch von der CleanThinking.de-Redaktion zur Übernahme durch BASF. Was wird sich bei inge watertechnologies durch das BASF-Engagement ändern? Bleibt das Management-Team an Bord?

Bruno Steis, inge watertechnologies: Vielen Dank für die Glückwünsche. Bei uns wird sich am Management-Team nichts ändern. Denn: Das gesamte Team steht zu 100 Prozent hinter der Übernahme durch BASF, weil wir enorme Synergien sehen. Neben der Technologie sehen wir vor allem enorme Potenziale durch die Vertriebsstrukturen von BASF – sei es in Regionen wie Australien oder Südamerika in denen wir bislang nicht wirklich präsent sind.

CleanThinking.de: Welche ganz persönlichen Ziele streben Sie mit inge an?

Bruno Steis, inge watertechnologies: Wir möchten mit inge die weltweite Nr. 1 auf dem Gebiet der Ultrafiltration werden. Momentan gibt es etwa ein Dutzend Unternehmen, die sich in diesem Marksegment tummeln – und davon hat quasi jedes Unternehmen einen starken Konzern wie Siemens oder General Electric im Rücken. Insofern passt die BASF-Übernahme sehr gut in die Marktlandschaft.

CleanThinking.de: Welches Potenzial hat der Markt für Ultrafiltrations-Technologien und wie wird sich die Konkurrenz-Situation entwickeln?`

Bruno Steis, inge watertechnologies AG: Die Wachstumsraten in der Membrantechnologie sind enorm und liegen nach externen Marktstudien bei insgesamt 15 Prozent – in Teilbereichen wie der Meerwasserentsalzung in der kombinierten Nutzung von Ultrafiltration als Vorfilter für Umkehrosmose sogar bei 22 bis 25 Prozent. Unabhängige Institute gehen von einem Gesamt-Marktvolumen für membranbasierte Aufbereitungstechnologien von bis zu 3,2 Milliarden US-Dollar bis 2015 aus – wir halten die Zahlen für ein bißchen zu optimistisch. Dennoch: Es werden aus unserer Sicht in einigen Jahren nur noch 3-5 Marktteilnehmer übrig bleiben – und wir wollen dann als Technologie- und Marktführer dabei sein.

CleanThinking.de: Wie dringlich und prägend ist der Megatrend Wasser bzw. die knappe Ressource Wasser?

Bruno Steis, inge watertechnologies: Lassen Sie mich ein wenig ausholen. Der Wassermarkt ist durch folgende Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Weniger als 3 Prozent der Wasservorräte der Erde sind Süßwasser und nur etwa ein Drittel davon ist als Oberflächenwasser oder Grundwasser zugänglich. Der Wasserverbrauch steigt überproportional zum Bevölkerungswachstum. Die steigende Zahl der Menschen, der wachsende Wohlstand führen dazu, dass Trinkwasser automatisch jede Minute knapper wird.

Und: Diese knappe Ressource wird immer weiter verschmutzt durch Abwasser, weil 2,4 Milliarden Menschen weltweit nicht an ein Abwasser-System angeschlossen sind. Es erfolgt ein ungefilterter Rückfluss in eine eh schon knappe Ressource. Weltweit sind 750 Millionen Menschen aufgrund verschmutzten Trinkwasser erkrankt. Dazu zählen Krankheiten wie Ruhr und Cholera.

CleanThinking.de: Wie muss die Menschheit auf diese dramatische Situation reagieren?

Bruno Steis, inge watertechnologies: Wir müssen neue Ressourcen erschließen, d.h. Meerwasser in Trinkwasser verwandeln. Hierzu müssen Mikroorganismen und Salz herausgefiltert werden. Das geht am Besten durch eine Kombination aus Umkehrosmose mit der Ultrafiltration als Vorfilter. Dies ist ein Beispiel für enorme Synergien mit BASF: Membrane müssen immer wieder gereinigt werden: Diese Reinigungsmittel mit der Membrantechnik zu optimieren und auch die verwendeten Materialien zu optimieren – dafür ist BASF natürlich als Chemiekonzern der perfekte Partner.

CleanThinking.de: Sehr geehrter Herr Steis, wir danken Ihnen recht herzlich für das aufschlußreiche Gespräch und werden inge watertechnologies auch unter dem Dach des BASF-Konzern weiter eng verfolgen.

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