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Interview zur E-Mobil Rallye: „Elektroautos sind keine Klapperkisten mehr!“

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THE MOBILITY HOUSE Team Rallye
Team 36 am Start zur 1. nordeuropäischen E-Mobil Rallye 2011 (Foto: Jendrischik)

Derzeit findet die 1. Nordeuropäische E-Mobil Rallye (siehe Hintergrund E-Mobil Rallye) in Schleswig-Holstein bzw. Dänemark statt – mit einem Team (gemeinsam mit den Fahrern von SKIES & MEADOWS) dabei ist mit THE MOBILITY HOUSE auch ein “Electric Mobility Operator“, der –derzeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz- umfassende Dienstleistungen rund um Elektromobilität bietet. Wie das in Deutschland in Köln ansässige Unternehmen die aktuelle Situation der Elektromobilität beurteilt und welche Rolle bei der Verbreitung von sauberer Mobilität eine solche E-Mobil Rallye spielt – darüber konnten wir von CleanThinking.de im Rahmen der Rallye mit Stefan Ritter, Geschäftsführer von THE MOBILITY HOUSE, das folgende Interview führen.

CleanThinking.de: Herr Ritter, was ist – in drei Sätzen – THE MOBILITY HOUSE und welches Angebot hat TMH für Automobilhersteller, Stadtwerke, Firmen sowie Privatkunden?

Stefan Ritter mobilityhouseStefan Ritter: Wir bieten einen Produktbaukasten, der sich aus Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur, Energie sowie Mobilitätsprodukten wie Car-Sharing zusammensetzt. Dabei sind wir grundsätzlich rein B2B-orientiert und bieten den angesprochenen Zielgruppen für ihre eigenen Anforderungen maßgeschneiderte Dienstleistungen…

CleanThinking.de: Was bedeutet das ganz konkret für Energieversorger?

Stefan Ritter: Wir unterstützen Energieversorgungsunternehmen dabei, in eigenem Namen Elektromobilität anbieten zu können. Dazu nutzen Energieversorger das Fahrzeug-Leasing, die Infrastrukturlösungen oder auch die Car-Sharing-Angebote aus unserem Produktbaukasten. Bislang erleben wir für diese Angebote eine hervorragende Resonanz – nicht ohne Grund ist die Enervie-Gruppe als deutscher Energieversorger bei uns eingestiegen.

CleanThinking.de: Wie möchten Sie mit Automobilherstellern kooperieren?

Stefan Ritter: Langfristig möchten wir quasi als Komplementär zum Fahrzeug auftreten – so dass die Autohäuser ihren Kunden, die sich ein Elektroauto kaufen möchten, zugleich ein Energiepaket mit sauberem Strom sowie der benötigten und zertifizierten Ladelösung anbieten können. Die Automobilhersteller haben große Angst davor, dass die Elektroautos von Privatpersonen unsachgemäß aufgeladen werden – und damit problematische Situationen entstehen können.

CleanThinking.de: Als weitere Zielgruppen nannten Sie Firmenkunden, und, überraschenderweise für ein B2B-Unternehmen auch Privatkunden. Wie stelle ich mir das vor?

Stefan Ritter: Nun, mit den Firmenkunden ist es relativ einfach: Diesen bieten wir unseren gesamten Produktbaukasten an – die Car-Sharing-Lösung kann u.a. auch als Lösung für Flottenbetreiber angeboten werden. Die Privatkunden sprechen wir über unsere Submarke ElectroDrive an – bzw. wir schaffen Energieversorgern die Möglichkeit, direkt Privatkunden mit Elektromobilitäts-Dienstleistungen versorgen zu können.

CleanThinking.de: Wie viele Elektrofahrzeuge und Elektroautos konnten Sie bereits verkaufen?

Stefan Ritter: Der Anteil der verkauften Fahrzeuge ist relativ gering – aber insgesamt haben wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Unternehmensgruppe bereits mehr als 800 Elektrofahrzeuge auf der Strasse, die überwiegend verleast sind; über 100 davon sind Elektroautos. Das klingt wenig, aber wir spüren derzeit eine ungemein steigende Nachfrage, seit wir insbesondere den Mitsubishi i-MiEV in Deutschland ohne Wartezeit auf die Straße bringen können.

CleanThinking.de: Wie ist THE MOBILITY HOUSE finanziert und welche Partner haben Sie?

Stefan Ritter: Grundsätzlich steckt hinter THE MOBILITY HOUSE ein privater Investor sowie ein engagiertes Management-Team. Darüber hinaus hat sich in jedem der drei Länder bereits ein Energieversorger beteiligt – in Deutschland die Enervie-Gruppe.

CleanThinking.de: Wie beurteilen Sie es, dass es in Deutschland derzeit keine Kaufprämie für Elektroautos gibt?

Stefan Ritter: Grundsätzlich sind wir sicher, dass das Produkt Elektroauto bzw. die Elektromobilität als übergreifende Dienstleistung sich auch ohne Förderung durchsetzen wird. Ein bißchen können wir also die Politik verstehen, dass sie momentan keine Kaufprämien ausloben will, solange noch kein deutscher Hersteller ein serienreifes Auto vorzuweisen hat.

CleanThinking.de: Sehen Sie die Situation der deutschen Hersteller kritisch?

Stefan Ritter: Nein, die deutschen Hersteller wie Volkswagen, BMW oder Daimler sind dafür bekannt, dass sie nicht unbedingt als Erste auf den Markt kommen – dann aber mit ausgereiften Produkten es trotzdem schaffen, Marktführer in vielen Segmenten zu werden. Momentan spüren wir den Schub durch die Angebote von Mitsubishi und Co. Sowie Renault/Nissan auf dem deutschen Markt. Ab 2013 werden dann die deutschen Hersteller dem Markt einen weiteren Schub verleihen, wenn etwa BMW mit dem BMW i3 auf den Markt kommen wird.

CleanThinking.de: Für wen ist Elektromobilität heute schon interessant?

Stefan Ritter: Generell sehen wir derzeit zwei Gruppen: Zunächst ist Elektromobilität insbesondere für Geschäftskunden interessant. Im zweiten Schritt kommen dann nach und nach Privatkunden hinzu, die etwa in den „Speckgürteln“ der Großstädte wohnen und leben – für diese Einsatzgebiete ist Elektromobilität längst keine Zukunftsphantasie mehr, sondern bereits die realistische und realisierbare Gegenwart.

CleanThinking.de: Ist es Ihr Ziel, mit der Teilnahme an der E-Mobil Rallye genau dies unter Beweis zu stellen?

Stefan Ritter: Ja, exakt, genau darum geht es. Wir müssen ganz plastisch zeigen, dass Elektroautos heutzutage keine Klapperkisten aus Pappe sind, sondern reale Autos mit vielen Vor- und nur wenigen, teilweise wenig relevanten Nachteilen. Dafür sind solche Aktionen wie die Rallye unheimlich wertvoll, weil auch die Medien intensiv berichten und immer mehr Menschen den Nutzen der Elektromobilität erkennen.

CleanThinking.de: Herr Ritter, wir danken Ihnen sehr für das Interview. Weitere Informationen zu THE MOBILITY HOUSE gibt es auf der Homepage unter www.mobilityhouse.com.

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1 Kommentar
  1. […] Stefan Ritter, Geschäftsführer von THE MOBILITY HOUSE, im Interview über seine Teilnahme an der ersten nordeuropäischen E-Mobil Rallye und den aktuellen Stand der Elektromobilität in Deutschland. cleanthinking.de […]

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