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Erdbeben in Japan: Kernschmelze in AKW droht in wenigen Stunden

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Tattoo "Atomkraft? Nein Danke"Die schreckliche Erdbeben- und Flutkatastrophe in Japan könnte sich zum atomaren Super-GAU in einem der japanischen Kernkraftwerke ausweiten. Wie viele Medien, u.a. auch Greenpeace berichten, droht eine Kernschmelze. Denn im AKW Fukushima ist sowohl der Hauptstrom ausgefallen, als auch mehrere Notstromaggregate. Der Kühlwasserstand sei besorgniserregend niedrig, so heißt es in Medienberichten, die sich auf Aussagen der Bundesregierung berufen. Inzwischen hat die japanische Regierung erstmals in ihrer Geschichte den atomaren Notfall ausgerufen. Rund 6.000 Menschen wurden vorsorglich evakuiert.

Wir von CleanThinking.de werden in den nächsten Stunden die Nachrichtenlage beobachten und wichtige Informationen zur drohenden Kernschmelze im AKW Fukishima zusammentragen sowie die wichtigsten Links zur Katastrophe sammeln. Über jegliche Hinweise sind wir sehr dankbar – in den Kommentaren besteht die Möglichkeit, Hinweise zu hinterlassen.

Samstag, 12:09 – Die Kernschmelze im japanischen AKW wurde nun nach tagesschau-Angaben auch offiziell bestätigt. Die Medien berichten von Explosionen im Kraftwerk sowie jeder sieht die Wolke, die nach der Explosion ausgetreten ist. Der Super-GAU ist eingetreten, es ist eine der schwärzesten Stunden der Menschheit.

Die Konsequenz kann nur sein: Radikaler Umbau der Energieversorgung auf der ganzen Welt. Weg von irrsinniger Atomenergie, weg von dreckiger Braun- und Steinkohle. Hin zu regenerativen Energien. „Die Sonne schickt keine Rechnung“, die Erdwärme übrigens auch nicht – die Energieversorgung weltweit steht am Scheideweg. Es ist eine Zäsur, die wir gerade erleben. Wird die Menschheit schlau genug sein, die richtigen Konsequenzen zu ziehen?

18:28 – Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima steigt die Radioaktivität in einem Turbinengebäude des Reaktors Nummer 1. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Betreibergesellschaft. Die Zeitung „Nikkei“ berichtet in ihrer Onlineausgabe, in der Anlage 1 des AKW Fukushima sei das Dieselnotaggregat zur Abkühlung nicht angesprungen. Momentan werde wird die Stromversorgung aus Batterien gespeist. Nach Angaben des Fernsehsenders NHK ist zudem auch der Druck in einem der Reaktoren gestiegen. Es werde derzeit überlegt, „ein wenig“ Luft rauszulassen, um den Druck zu senken. Laut dem Betreiber werde – wenn überhaupt – nur „wenig“ Luft abgelassen, was einem Experten zufolge ein „üblicher Vorgang“ sei. (Quelle: Spiegel Online)

18:19 – Greenpeace-Experte Christoph von Lieven im Interview mit Süddeutsche.de (Quelle)

18:04 Uhr – „Die atomare Zerfallskette ist nicht aufzuhalten“ schreibt sueddeutsche.de in einer Zusammenfassung der Lage im Hinblick auf das AKW Fukushima (Quelle)

17:56 Uhr – Die österreichische Partei ÖDP fordert anlässlich der gefährlichen Lage für die Atomkraftwerke in Japan den sofortigen Atomausstieg und die sofortige Abschaltung aller AKW weltweit (Quelle)

17:38 Uhr – Die japanische Armee hat 8000 Soldaten einer Spezialeinheit, die auf Anschläge mit nuklearen und chemischen Waffen ausgebildet sind, zum AKW Fukushima entsandt. Am Kernkraftwerk ist die Kühlanlage ausgefallen. Die Vereinigten Staaten liefern laut US-Außenministerin Hillary Clinton Kühlmittel für die Anlage. Die japanischen Behörden glauben aber, das Problem bald behoben zu haben. Die notwendige Ausrüstung zur Behebung der technischen Probleme in der Kühlanlage sei eingetroffen berichten japanische Medien. (Quelle: tt.com)

17:35 Uhr – ARD-Tagesschau aus Japan: Im Umkreis von zehn Kilometern um das AKWFukushima sollen die Menschen ihre Wohnung nicht verlassen. Im Umkreis von drei Kilometern werden 6000 Menschen evakuiert. Es scheine so, als wüssten die Behörden mehr als sie sagen. (Quelle: Greenpeace)

17:03 Uhr – Laut ARD-Bericht ragen die Brennelemente des AKW Fukushima schon zwei Meter aus dem Kühlwasser. Die japanische Regierung soll ABC-Spezialisten auf den Weg geschickt haben.

16:03 Uhr – FAZ online: Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln berichtet unter Berufung auf japanische Quellen, dass das Notkühlsystem des Atomkraftwerks Fukushima nur noch im Batteriebetrieb laufe. Die Batterien lieferten nur noch Energie für wenige Stunden. Im allerschlimmsten Fall drohe dann eine Kernschmelze.

Der Greenpeace-Kernphysiker Heinz Smital bezeichnet die Lage als sehr ernst, allerdings könne man die Lage nicht wirklich einschätzen. Es komme jetzt darauf an, ob die AKW-Mannschaft die Kühlung in Gang bringen könne und ob die Radioaktivität, falls sie freigesetzt werde, innerhalb des Reaktors bleibe.

10:00 bis 16:00 Uhr – Zum Schutz der Bevölkerung vor einem möglichen atomaren Notfall wurde eine Sondereinheit ins Leben gerufen. Die vier Atomkraftwerke, die dem Epizentrum des Bebens am nächsten liegen, sind abgeschaltet. Im AKW Onagawa der Firma Tohoku Electric Power war Feuer in einem Turbinengebäude ausgebrochen. Der Brand soll inzwischen gelöscht sein.

Besondere Sorge bereitet dem Greenpeace-Kernphysiker Heinz Smital die Lage im AKW Tepco Fukushima Daiichi. Wenn die Kühlung im Kraftwerk nicht mehr richtig funktioniert, wird es gefährlich. Selbst wenn das AKW heruntergefahren ist, ist man damit noch nicht auf der sicheren Seite, denn die Kühlung muss weiter stabil gehalten werden.

Ein abgeschalteter Reaktor dieser Größe entwickele eine Nachwärme von 200 Megawatt, die nicht zu beeinflussen sei. Wenn die Kühlung ausfällt, verdampft das Kühlwasser. Unter der ungeheuren Energie, die immer weiter produziert wird, verformen sich die Brennelemente. Damit ist die erste Sicherheitsbarriere hinfällig. Im AKW Fukushima Daiichi ist der Kühlwasserstand besorgniserregend niedrig.

Von dem Erdbeben sind mehrere Atomanlagen betroffen:

der Atomstandort Fukushima Daini
der Atomstandort Fukushima Daiichi
der Atomstandort Onagawa
der Atomstandort Tokai (AKW, Wiederaufarbeitung und Brennelementeherstellung).
Die Lage ist dramatisch. Brände sind ausgebrochen. In einer Raffinerie gab es mehrere Explosionen. Nach bisherigen Angaben sind mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen, doch die Zahl dürfte weit höher liegen. Militär, Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz sind im Einsatz.

(Quellen: n-tv; sonnseite.de; Greenpeace)

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1 Kommentar
  1. Marei S. sagt

    das ist alles so furchtbar.man kann es gar nicht fassen. ich fühle mich so hilflos und nutzlos hier.während in japan die menschen alle sterben. ich kann meine gefühle echt nicht in worte fassen. japan muss jetzt ganz stark sein.

    wenn ihr euch mitteilen wollt und über eure gefühle bezüglich der katastrophe reden möchtet dann besucht http://www.japansoli.de oder zeigt eure solidarität auf facebook http://www.facebook.com/japansoli

    nur nicht die hoffnung aufgeben japan!

    Mfg

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