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Kitty Hawk Cora: Larry Page’s Flugtaxi konkurriert mit Thelen’s Lilium

Flugtaxi-Startup Kitty Hawk kündigt Taxi-Dienst in Neuseeland an / Deutscher Ex-Google-Mitarbeiter an der Spitze des US-Startups, in das Larry Page investiert hat

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In Deutschland wird der Plan, die Mobilität mit Flugtaxis zu revolutionieren, eher skeptisch betrachtet. Und das, obwohl mit Star-Investor Frank Thelen ein Held der Digitalszene mit Lilium Aviation ein Startup aus diesem Bereich finanziert und unterstützt. Weltweit sind die Bestrebungen, mit Flugtaxis den Verkehr zu verbessern, deutlich spürbarer: Das nun erstmals an die Öffentlichkeit kommende Cleantech-Startup Kitty Hawk aus Kalifornien arbeitet bereits mit der Regierung von Neuseeland zusammen. Das Ziel des von Larry Page finanzierten Unternehmens: Aufbau eines Flugtaxi-Dienstes.

Der Aufbau des Vorhabens in Neuseeland wird noch eine Weile dauern. Im ersten Schritt hat Kitty Hawk mit seinem Flugtaxi Cora nun seine Idee vom Stadtverkehr der Zukunft präsentiert. Eine Zulassung für Cora in den USA hat es für Kitty Hawk ganz offenbar bislang nicht gegeben – der Luftraum scheint nicht nur in Deutschland, sondern auch andernorts noch verschlossen zu bleiben für Flugtaxis wie Cora.

Cora soll autonom fliegen – dadurch soll keine Flug- oder Pilotenlizenz notwendig sein. Mit der Regierung von Neuseeland wird an einem kommerziellen Flugtaxi-Service gearbeitet. Ein Grund für die Offenheit Neuseelands könnte die geringere Bevölkerungsdichte sein und – leider – auch die geringere Terrorgefahr. Mit der geringeren Bevölkerungszahl wird eine Kontrolle realistischer. In einem Statement beschreiben die Gründer, dass sie in Neuseeland den Pioniergeist in der Regierung fanden, den ein amerikanischer Bundesstaat nicht bot:

We quickly realized that there was only one place in the world that had everything we needed — Richard Pearse’s New Zealand. New Zealand’s Central Aviation Authority has the respect of the worldwide regulatory community. A people who embrace the future. And a dynamic economy that could serve as a springboard for Cora.

Schließlich trafen die Träumer aus Kalifornien auf die Visionäre aus Neuseeland. Eine Partnerschaft, die hilft, Cora zum Leben zu erwecken und sinnvoll kommerziell einzusetzen. So soll Cora künftig durch die Lüfte fliegen:

Kitty Hawk: Deutscher an der Spitze

Irgendwie scheint das Thema Flugtaxi eines zu sein, das besonders mit deutschen Köpfen verbunden ist. das gilt für Lilium Aviation und Volocopter genauso wie für Kitty Hawk. Denn an der Spitze des Unternehmens steht mit Sebastian Thrun ein deutscher Wissenschaftler, Erfinder und Unternehmer, der mit Udacity ganz nebenbei auch die Erziehung demokratisieren möchte.

Thrun war Gründer von Google X, wo er die Entwicklung selbstfahrender Autos leitete, sich aber auch mit Google Glass uns anderen Innovationsprojekten beschäftigte. Er war sieben Jahre Professor an der Stanford University. Aufgrund dieser Nähe zu Google ist es keine große Überraschung, dass Mitgründer Larry Page in Kitty Hawk investiert hat.

CEO von Zephyr Airworks – unter diesem Namen tritt Kitty Hawk im neueseeländischen Markt auf – ist mit Fred Reid ein Luftfahrt-Manager, der u.a. die Virgin America eine wichtige Fluglinie gründete und zuvor bei der Lufthansa die Star Alliance mit entwickelte. Jetzt verfolgt er gemeinsam mit Sebastian Thrun das Ziel, das „Jeden-Tag-Fliegen“ in den Alltag der Menschen zu bringen.

Lilium, Airbus Vahana und Volocopter

Auch andere Unternehmen beschäftigen sich mit entsprechenden Flugtaxi-Dienstleistungen. Wie der Fahrdienst Uber, der Luft-Transport schon im Jahr 2020 ermöglichen möchte. Das deutsche Startup Volocopter hat einen Jungfernflug in Dubai absolviert und hier gute Chancen, auf erste kommerzielle Einsätze. Besonders ähnlich zu dem was die Amerikaner vorhaben, ist das, was Frank Thelen’s Lilium Aviation entwickelt. Auch Lilium schielt auf den Markt für Flugtaxis. Insbesondere für Pendler.

Es geht um einen Markt, der noch nicht existiert und stark reglementiert ist. In Deutschland will die neue Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, in dieser Legislaturperiode den Weg frei machen für Flugtaxis von Lilium, Volocopter oder Airbus. Allerdings stehen dem, gerade hierzulande, viele andere Interessen entgegen.

Airbus hatte im Februar sein autonom fliegendes Taxi Vahana präsentiert:

Vahana – Passenger Experience from Vahana on Vimeo.

Im Januar hatte Volocopter, das u.a. Daimler und Intel als Investoren hat, den Coup gelandet, Intel-CEO Brian Krzanich als ersten Volocopter-Passagier fliegen zu dürfen:

“That was fantastic. That was the best flight I have ever had. Everybody will fly one of these someday.”

Ich bin mir sicher: Die Zukunft wird fliegende Autos oder autonome Flugtaxis bereithalten. Zwar mutet manches in diesem Sektor derzeit eher wie eine Spielerei an – aber die logischen Gründe sprechen durchaus für Lösungen wie Flugtaxis. Der Luftraum, der sich schon durch Drohnen deutlich verändert, wird damit ein Raum werden, der noch viel mehr Spielräume bietet, also es heute möglich erscheint. In zehn Jahren wird das Fliegen vom Flughafen zum Büro oder vom gemütlichen Zuhause im Grünen ins Zentrum zum Alltag gehören – ob nur für die „oberen Zehntausend“, die es sich leisten können, oder für viel mehr Normalbürger, wird sich zeigen.

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