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Kleine Moleküle, große Wirkung

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Energiewende auf mitteldeutsch: REGJO Magazin 4/2011CleanTech & Energie News / Dresden. Extrem leichte Videobrillen oder Glasfronten, die Strom produzieren: Im Dresdner Cluster „Organic Electronic Saxony“ wird die ganze Produktpalette auf Basis von organischen Leuchtdioden (OLED) entwickelt. Eine OLED ist ein dünnfilmiges, leuchtendes Bauelement aus organischen Halbleiter-Materialien, das sich im Vergleich zur anorganischen Leuchtdiode (LED) durch geringere Stromund Leuchtdichten auszeichnet. OLEDs sind äußerst energieeffizient und haben eine extrem hohe Lichtausbeute: So übertreffen OLEDs oftmals sogar Leuchtstoffröhren.

OLEDs werden alltäglich

OLEDs sind aufgrund ihrer Beschaffenheit flexibel einsetzbar: Sie können auf biegsame Materialien aufgebracht werden und sind damit im Umfeld von Design und Architektur eine ästhetische wie auch energiesparende Revolution. „In sechs bis sieben Jahren werden OLEDs in vielen Bereichen alltäglich sein“, ist sich Prof. Karl Leo sicher. Der Leiter des Fraunhofer Instituts für Photonische Mikrosysteme und Professor an der TU Dresden gilt als einer der führenden OLED-Experten.

Leo ist auch Mitgründer mehrerer Spinoffs. Die Novaled AG etwa arbeitet seit 2003 daran, die Display- und Beleuchtungsindustrie weltweit mit Know-how und roduktionstechnik für OLEDs zu versorgen. Auf einen anderen Sektor hat sich Heliatek spezialisiert: Organische Solarzellen verkehren das Prinzip der Leuchtdiode ins Gegenteil: Hier wird kein Licht erzeugt und etwa auf große Flächen verteilt, sondern aus dem einfallenden Sonnenlicht mithilfe von kleinen Molekülen Strom erzeugt. Noch steht Heliatek vor Herausforderungen: Effizienz und Lebensdauer müssen verbessert und die Kosten gesenkt werden. 2012 startet die Serienfertigung.

Videobrillen für Augmented Reality

Das Unternehmen Dresden Microdisplay produziert winzige Displays und hat diese in erste Produkte integriert: Die Videobrille von novero verfügt über einen kleinen Media Player, der MP4-Videos direkt am Auge abspielen kann. Das erzeugt beim Seher ein Gefühl, als würde er auf einen 30-Zoll-Bildschirm in zwei Meter Entfernung schauen. Damit bieten die Mikrodisplays aus Dresden einen ersten Anwendungsbereich: Vorteile haben die leichten und kleinen Displays dank ihrer erstklassigen Bildqualität auch in Suchern von Digitalkameras. Ein großes Einsatzgebiet sieht das junge Unternehmen auch im Bereich Augmented Reality: Dabei werden zu einem realen Bild weitere Informationen eingeblendet, ideal z.B. in der Touristik oder bei der Unterstützung von Maintenance-Aufgaben.

Bis sich die Technologien durchsetzen, müssen insbesondere die Preise und die Lebensdauer der OLED-Technologien weiterverbessert werden. Außerdem müssen Displays größere Abmessungen bzw. größere Auflösungen erreichen. „Der Markt für Handy-Displays auf OLED-Basis, den vor allem Samsung dominiert, ist im laufenden Jahr auf etwa zwei Milliarden verdoppelt worden“, so Prof. Leo, der von einem Marktwachstum von 40 Prozent ausgeht. Und auch die Zukunftsaussichten für OLED-Beleuchtung sind rosig: Dieser Teilmarkt könnte in den kommenden fünf Jahren auf 1,5 Milliarden US-Dollar wachsen.

Deutscher Zukunftspreis

Den Wissenschaftlern und Unternehmensgründern Prof. Leo, Dr. Blochwitz-Niemoth und Dr. Pfeiffer wurde im Dezember eine besondere Ehre zuteil: Aus den Händen von Bundespräsident Christian Wulff erhielten sie den Deutschen Zukunftspreis. Weitere Informationen zu den Gewinnern des Deutschen Zukunftspreises gibt es hier.

(Erschienen im REGJO Magazin 4/2011, Kooperationspartner von CleanThinking.de. Das Magazin kann hier virtuell durchgeblättert werden.)

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