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Klima-Allianz bezweifelt Wille von RWE, keine weiteren Kohlekraftwerke bauen zu wollen

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Klima-Allianz Plakat RWEEigentlich ist die Ankündigung von Leonhard Birnbaum, dem Vorstand von RWE, eine positive: Unter den gegebenen Rahmenbedingungen sei ein Neubau von Kohlekraftwerken innerhalb der EU nicht mehr sinnvoll, verkündete das RWE-Vorstandsmitglied in verschiedenen Interviews seit vergangenem Dienstag. Momentan trägt die Kohlekraft zu 67 Prozent zur RWE-Kraftwerksleistung bei – gegenüber der Berliner Zeitung sagte Birnbaum jetzt, RWE wolle bis 2025 drei Viertel der installierten Kraftwerksleistung aus Kernkraft, erneuerbaren Energien und Gas betreiben.

Die Klima-Allianz, ein breites gesellschaftliches Bündnis aus insgesamt über 100 Umweltorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen, fordert nun, RWE müsse dieser Ankündigung auch Taten folgen lassen. So sagte Elias Perabo, Energieexperte der Klima-Allianz:

„RWE hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, keine neuen Kohleblöcke mehr zu bauen, ohne dass daraufhin etwas geschehen wäre. Laufende Planungen für neue Kohleblöcke werden bis heute weitergeführt.

Wenn RWE seine Glaubwürdigkeit nicht verlieren will, müssen den Ankündigungen auch Konsequenzen folgen und RWE muss seine klimaschädlichen Kraftwerksvorhaben endgültig stoppen.“

Der Essener Energieriese baut derzeit in Neurath ein neues Braunkohlekraftwerk und in Hamm zwei Steinkohleblöcke. Zudem ist RWE mit 40 Prozent größter Anteilseigner am Neubau des Steinkohleblocks 9 der GKM AG in Mannheim. Allein diese Bauvorhaben werden mit mehr als 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr zu Buche schlagen. Darüber hinaus betreibt RWE für zwei Kohlekraftwerke in Arneburg (Sachsen-Anhalt) und Niederaußem (NRW) die sog Flächenvorsorge. Das heißt: RWE setzt alles daran, an diesen Standorten die baurechtliche Zulassung für weitere Kohleblöcke zu erhalten.

„Am Beispiel Arneburg wird deutlich, wie viel derartige Ankündigungen von RWE Wert sind: entgegen aller Ausstiegsbekundungen drängt der Energieriese seit Jahren die Stadt und das Land Sachsen-Anhalt dazu, die bauplanerischen Voraussetzungen für den geplanten Steinkohle-Doppelblock an der Elbe zu schaffen“, erklärt Perabo.

RWE plant zwei Steinkohleblöcke mit einer elektrischen Leistung von 1.600 Megawatt in Arneburg, nahe Stendal. Tausende Bewohner der Region kämpfen seit Jahren gegen die RWE-Kohlepläne und fordern stattdessen eine umwelt- und klimaverträgliche Energieerzeugung.

Die Zukunft wird zeigen, ob die Skeptiker der Klima-Allianz Recht behalten oder tatsächlich ein Umdenken bei den großen Konzernen wie RWE einsetzen wird. Umdenken ist ein Anfang – Taten sprechen lassen noch viel besser.

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