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Kobold Metals will Suche nach Batteriematerialien mit frischem Geld beschleunigen

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Cleantech-Unternehmen setzt künstliche Intelligenz ein, um tiefere Lagerstätten von Kobalt, Kupfer, Nickel oder Lithium zu finden.

Berichten des Wallstreet Journal und anderer Medien zufolge hat Kobold Metals, ein Cleantech-Startup, das Rohstoffe für Elektroautos mithilfe von künstlicher Intelligenz finden will, eine großer Finanzierungsrunde von 192,5 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Zu den früheren Unterstützern zählt unter anderem der Fonds Breakthrough Energy Ventures von Bill Gates – aber auch Jeff Bezos, CEO von Amazon, ist involviert. Neu hinzugekommen ist etwa der Bergbauriese BHP Group und Kanadas größer Pensionsfonds. Zuletzt hatte Cleanthinking im Jahr 2019 über Kobold Metals berichtet.

Weitere Neu-Investoren in Kobold Metals sind Apollo Projects und Bond Capital. Als Bestandsinvestoren beteiligten sich auch Equinor und Andreessen Horowitz an der neuerlichen Finanzierungsrunde. Kobold Metals will die Art und Weise, wie Mineralien gesucht und entdeckt werden, revolutionieren. Dabei will das Cleantech-Unternehmen Daten nach Hinweisen durchforsten, um herauszufinden, wo Kobalt-, Kupfer-, Nickel- oder Lithium-Vorkommen in der Erdkruste vorhanden sind. All diese Rohstoffe werden beispielsweise für die Batterien von Elektroautos benötigt.

Die Künstliche Intelligenz errechnet dabei, welche Daten exakt benötigt werden, und wo Bohrungen vorgenommen werden sollten. Dazu kombiniert Kobold Materials öffentlich zugängliche Daten etwa aus Mitteilungen von Unternehmen oder staatlichen Quellen, kombiniert diese mit historischen Informationen. Auf Basis dieser Daten wird nach Mustern gesucht.

Hintergrund für das Vorhaben von Kobold Metals ist, dass es zunehmend schwieriger wird, neue Lagerstätten von Metallen zu identifizieren. Da aber die Nachfrage anzieht, ist ohne sie die Abkehr von fossilen Brennstoffen nicht realisierbar. Es wird davon ausgegangen, Lagerstätten identifizieren zu müssen, die wesentlich tiefer unterhalb der Oberfläche liegen – übrigens auch eine Chance, die die neuen Bohrtechnik-Unternehmen wie Quaise Energy oder GA Drilling erkannt haben.

Um die eigene Technologie anzuwenden, geht Kobold Explorations-Allianzen ein. Unter anderem mit BHP, einem der größten Bergbauunternehmen. „Weltweit sind die oberflächennahen Erzvorkommen weitgehend entdeckt, und die verbleibenden Ressourcen liegen wahrscheinlich tiefer unter der Erde und sind von der Oberfläche aus schwerer zu erkennen“, sagte BHP’s Leiter der Metallexploration, Keenan Jennings. Bergbauunternehmen müssten neue Arbeitsmethoden anwenden, um die nächste Generation von wichtigen Materialien zu finden.

Kobold Metals will also eine Art „Google Maps für die Erdkruste“ entwickeln. Der Ansatz ist neu, aber langfristig und wissenschaftlich orientiert. Von ganz schnellen Erfolgen ist eher nicht auszugehen. Mit dem frischen Kapital aus der Finanzierungsrunde will das Cleantech-Unternehmen daher die Suche beschleunigen – Explorationsprojekte gibt es in den USA, Kanada, Australien, Grönland und Sambia.

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