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Kolibri Power Systems AG gewinnt Auftrag der TU Clausthal

Positive Entwicklungen im Hintergrund bei der Kolibri Power Systems AG
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Webseite der Kolibri Power Systems AG
Positive Entwicklungen im Hintergrund bei der Kolibri Power Systems AG

Es ist ruhig geworden im vergangenen Jahr um die Kolibri Power Systems AG, das ehemals von Mirko Hannemann geführte Unternehmen. Doch mittlerweile mehren sich die Anzeichen dafür, dass die in der Öffentlichkeit kaum in Erscheinung tretende Firma still und heimlich an der Serienfertigung ihrer Akku-Technologie gearbeitet hat – und zunehmend Projekte und Erfolge zu verzeichnen sind. Mittlerweile gehört das Unternehmen auch der europäischen Organisation „European Association fort Storage and Energy“ an, was auf eine gute Vernetzung in der Branche hindeutet.

In einer aktuellen Stellenausschreibung für die Position eines/einer Teamassistent/in positioniert sich die Kolibri Power Systems AG als eine „Firma, die Speichersysteme mit sehr hohem Wirkungsgrad entwickelt, produziert und lizensiert“. Dies deutet darauf hin, dass der Vertrieb der Akku-Technologie nicht zu den Kernaufgaben des Unternehmens zählt – sondern ausschließlich über eine Art „Kolibri Inside“ vermarktet wird. Weiter heißt es in der Stellenausschreibung: „Die dabei verwendete Kolibri AlphaPolymer Technologie zählt heute zu den führenden Systemen der modernen Stromspeicherung.“ Die Stellenausschreibung des Unternehmens kann u.a. bei stepstone nachgelesen werden.

Die Kolibri Power Systems AG hat sich seit 2010, als Mirko Hannemann zur Rekordfahrt im Elektroauto ‚lekker mobil‘ ansetzte, von einem Startup scheinbar zu einem Industrieunternehmen in ruhigerem Fahrwasser gemausert. Die Personalveränderungen scheinen abgeschlossen zu sein – entscheidende Figur ist Helmuth von Grolmann, der mit seiner Firma EQCAP GmbH signifikant an der Kolibri Power Systems AG beteiligt ist (zum 31.12.2011 betrug die Beteiligung 49 Prozent).
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Der Speichermarkt in Deutschland, Europa und global gewinnt zunehmend an Bedeutung (vgl. auch den Beitrag ‚Ohne Speicher geht es nicht‘ der Schweizer ‚Finanz und Wirtschaft‘). Allgemein bekannt ist, dass sich die Kolibri Power Systems AG nicht auf mobile Speicher für die Elektromobilität fokussiert, sondern seine Technologie zur Quartiersspeicherung serienreif machen möchte. Seit Juli 2013 vertreibt Winaico Speichersysteme mit Kolibri-Technologie unter dem Label WINAICO EnergyStorage.

„Automatisch, permanent in Echtzeit, gleichen Kolibri Speicher die Stromlast zwischen Netz und Verbraucher aus und entkoppeln damit die Stromerzeugung vollständig vom Verbrauch.“ – so heißt es überdies in einem Flyer zum Produkt „Raywaver“ – dabei handelt es sich um eine vertikale Windkraftanlage.

Kolibri Power Systems AG gewinnt Ausschreibung der TU Clausthal

Und noch ein weiterer, kleiner Baustein deutet auf erfolgreiche Geschäfte des Frankfurter Unternehmens hin: Den Auftrag „BESIC Batteriesystem Typ 2 (Feststoffelektrolyt“ der TU Clausthal bzw. des Energie-Forschungszentrums Niedersachsen in Goslar hat die Kolibri Power Systems AG gewonnen. Bekannt ist, dass es sich um einen Dienstleistungsauftrag handelt mit dem Ziel der Lieferung eines Hochvolt-Batteriesystems und entsprechender Akkumulatoren auf Basis der Li-Ion-Technologie im Wert von 495.000 Euro. Bei der Vergabe handelte es sich um ein „Verhandlungsverfahrens ohne vorherige Auftragsbekanntmachung im Amtsblatt der Europäischen Union“. Eine öffentliche Ausschreibung hatte zuvor scheinbar keine brauchbaren Gebote erbracht.

Wie es mit dem – möglicherweise zum Industrieunternehmen gereiften – einstigen Cleantech-Hoffnungsträger weitergehen wird, werden wir von CleanThinking auch in Zukunft eng verfolgen. Lassen wir uns überraschen…

(Erschienen bei CleanThinking.de am 2.1.2014)

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1 Kommentar
  1. Interessant wäre noch der Hinweis gewesen, wofür das Akronym BESIC steht – nämlich für „Batterie-Elektrische Schwerlastfahrzeuge im Intelligenten Containerterminalbetrieb“. Das ist Elektromobilität à la Papstar oder Doha Airport. Also nichts, was in irgendeiner Weise rechtfertigen würde, von einer weltbewegend innovativen Technik zu sprechen.

    Ich warte immer noch darauf, dass ein neutraler Experte offenlegt, was für Zellen in den Dingern wirklich stecken, wer sie wo herstellt und worin der Beitrag der Kolibri Power Systems AG besteht. Diese Firma hat bis heute nichts ansatzweise Konkretes über das chemische Innenleben der angeblichen Innovation herausgelassen. „Feststoff“ – das muss reichen.

    Nicht einmal die Existenz eines eigenen Forschungslabors ist nachgewiesen. Irgendwo wird wohl irgendwas produziert – was heißen kann, dass man Gehäuse selber baut, in die man zugekaufte Zellen steckt. Ob der Output so groß ist, dass man von einer Kleinserienfertigung sprechen könnte? Dazu gibt es keine Daten.

    Interessant ist auch, welches Personal man bei LinkedIn und Xing findet: Neben Helmuth von Grolman und dem in den Aufsichtsrat zurückgetretenen Co-Vorstand Burghard von Westerholt sind das ein junger Verkäufer, der von Winaico kommt, ein ebenfalls beruflich noch unerfahrener Mechatroniker, ein weiterer Produktionsmensch in Frankfurt/Oder (!) sowie eine Sekretärin in Grolmans Frankfurter Büro. Ende Gelände. Will sagen: Es gibt offensichtlich keine Firmenpolicy, die es den Mitarbeitern untersagen würde, sich in Karrierenetzen anzumelden, und trotzdem findet man nicht einen einzigen Entwickler oder Ingenieur, geschweige denn jemanden mit einschlägiger, womöglich längerer Branchenerfahrung.

    Sollte es solche Leute bei Kolibri wirklich geben, warum trauen sie sich dann nicht, zuzugeben, für wen sie arbeiten? Und warum findet man nichts über Auftritte von Kolibristen auf Kongressen, Messen und anderen Fachveranstaltungen? Jedes Technik-Unternehmen, das auch nur ein bisschen auf sich hält, zeigt Präsenz und schickt seine Leute hinaus in die Welt.

    Nur eins muss man denen lassen: Sie kriegen jemanden wie Brigitte Zypries für ein Foto – trotz der unrühmlichen Vorgeschichte mit den Selbstdarstellern von der FDP-Gott-hab-sie-selig. Wenn man sich mit den Posiergewohnheiten dieser Dame ein wenig befasst hat, ist das allerdings auch wieder nicht erstaunlich.

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