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Kompass führt zu erfolgreichem Energiemanagement

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Die Reduzierung des Energieeinsatzes ist heute ein Muss. Trotzdem zögern viele Unternehmen, ein Energiemanagement einzuführen. Zu Unrecht, meint Stephan Theis, Geschäftsführer der econ solutions GmbH. Seine Überzeugung: Mit einem systematischen, praxisorientierten Vorgehen wird Energiemanagement plan- und überschaubar. Um dies zu belegen, verfasste Jungunternehmer Theis den folgenden Gastbeitrag für CleanThinking.de.

Zum Vergrößern bitte auf die Abbildung klicken!
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CleanTech & Energiemanagement News/ Karlsruhe. Hürden bei der Einführung eines Energiemanagements sind häufig eine unstrukturierte Vorgehensweise und eine fehlende Übersicht über den Status Quo. Ein Energieeffizienz-Kompass bietet Hilfestellung, um unterschiedliche Unternehmensbereiche und deren Aufgaben hinsichtlich Energieeffizienz einzuordnen und zu strukturieren. Er umfasst alle Bereiche und Prozesse, die für das Energiemanagement in großen und mittelständischen produzierenden Unternehmen relevant sind und verbindet die organisatorischen und technischen Aspekte zu einem Gesamtkonzept. Dabei umfasst er vier Betrachtungsdimensionen:

  • Verwendung: Energieeinsatz in Produktion und Infrastruktur
  • Einkauf: Berücksichtigung des Faktors Energie beim Bezug aller Produktionsmittel und Energiekosten durch Nutzung von Anlagen und Maschinen
  • Erzeugung: Eigen-Produktion von Energie
  • Recht & Finanzen: Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen, zum Beispiel rechtliche Vorschriften, Controlling, Zertifizierungen

Jede Dimension beinhaltet fünf Ebenen (siehe Abbildung): die Ablauf- und Aufbauorganisation, Messtechnik, Kennzahlen und Lieferanten. Zu Beginn ist es empfehlenswert, sich auf ein Aktionsfeld zu konzentrieren. Welches das sein sollte, hängt von den individuellen Zielen und dem Status des Unternehmens ab: Hat es bereits ein Energiemanagement eingeführt und Maßnahmen umgesetzt, ist der Bereich mit dem größten Bedarf am sinnvollsten – meist die Verwendung. Für Firmen, die bislang kein Energiemanagement betrieben haben, bietet sich der Bereich an, der das größte Potenzial verspricht. Auch dies ist meist die Verwendung im Produktionsprozess. Deshalb wird dieser hier unter allen fünf oben aufgeführten Ebenen beispielhaft betrachtet.

Energiemanagement: Energieeffizienz in der Produktion

Die Ebene der Ablauforganisation umfasst alle Unternehmensprozesse. Da sie in der Regel nicht nach Energie-Aspekten sondern stückzahl- oder qualitätsoptimiert gestaltet wurden, müssen sie meist verändert oder neu entwickelt werden, um die Energieeffizienz zu erhöhen. Nützliche Werkzeuge für die Analyse der Prozesse sind eine Energieplanung, eine Energieverschwendungsanalyse und ein Energiemonitoring mit Schwellwerten. Dabei kommt die Ebene der Messtechnik ins Spiel. Denn nur mit dem Wissen, welches tatsächlich die größten Verbraucher sind und wann die Verbräuche am höchsten sind, lassen sich die Prozesse zielgerichtet und mit dem größten Nutzen optimieren.

Viele Unternehmen verfügen nur über rudimentäre, verteilte oder nicht zusammengeführte Messtechnik, so dass die Nachrüstung eines durchgängigen Messsystems notwendig ist. Hierfür steht eine Vielzahl an Lösungen zur Verfügung. Ein modular aufgebautes, skalierbares System hat den Vorteil, dass es sich bedarfsgerecht erweitern lässt und so eine Schritt-für-Schritt-Umsetzung unterstützt.

Erlaubt das Messsystem die Integration vorhandener Sensoren und Zähler, muss nicht die gesamte Infrastruktur neu aufgebaut werden. Um aussagekräftige Kennzahlen zu gewinnen, gilt es sinnvolle Messpunkte zu definieren. Auch dabei hilft die Betrachtung der Prozesse unter den fünf Ebenen des Energieeffizienz-Kompass. Kennzahlen für Produktionsmaschinen sind zum Beispiel der Energieverbrauch pro Ausbringungsmenge. Bei Versorgungsanlagen wie der Druckluft ist die Leistungsaufnahme der Kompressoren im Verhältnis zum Durchfluss ein geeignetes Maß.

Transparenz ist die Basis von allem

Zum Vergrößern bitte auf die Abbildung klicken!Damit liegen alle benötigten Daten stets aktuell vor. Doch erst ihre sinnvolle Verknüpfung, Auswertung und Darstellung in leicht erfassbaren und individuell darstellbaren Analysen ermöglicht es, Erkenntnisse abzuleiten und Maßnahmen zu bestimmen. Die entsprechende Software sollte intuitiv bedient werden können, denn nur dann wird sie von den Verantwortlichen auch tatsächlich genutzt. Analysen und Reports müssen verständlich sein ohne an Aussagekraft einzubüßen.

Automatisierte Funktionen, wie eine Schwellwertüberwachung oder ein automatischer Berichtsversand, der jeden Beteiligten regelmäßig mit den individuell relevanten Analysen versorgt, unterstützen die Umsetzung eines Energiemanagements (individuelle Dashboards bzw. wichtige Informationen siehe Abbildung). Verfügt die Software auch über Schnittstellen zu bestehenden Prozess- und Gebäudeleitsystemen und Systemen der Maschinen- und Betriebsdatenerfassung, lassen sich Energieleistungskennzahlen (Energie Performance Indicators nach DIN EN ISO 50001) mit wenigen Mausklicks erstellen.

Für die Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 bieten einige Software-Lösungen Unterstützung für die Dokumentation. Sie führen den Anwender Schritt für Schritt durch alle Norm-relevanten Kapitel, Beispielvorlagen ermöglichen schnelle und effektive Ergebnisse. Eine Vollständigkeitsprüfung stellt sicher, dass alle Norm- und zertifizierungsrelevanten Umfänge berücksichtigt wurden.

Damit ist der Grundstein gelegt, um Ziele zu definieren, effektive Maßnahmen zu ergreifen und die erzielte Ersparnis zu beziffern. Erfordert eine Maßnahme die Neubeschaffung von Maschinen oder Anlagen, muss die Ebene der Lieferanten betrachtet werden. Wie stark der Faktor Energie bei der Auswahl gewichtet wird, hängt von den Unternehmenszielen ab. Doch häufig bedarf es gar nicht zwingend einer Investition, sondern es genügt ein veränderter Prozess oder eine Steuerungsanpassung, um den Energieverbrauch signifikant zu reduzieren.

Verbesserungskreislauf

Um die gesteckten Energieeffizienzziele zu erreichen und eine Anforderung der DIN EN ISO 50001 zu erfüllen, ist es entscheidend einen Verbesserungskreislauf zu etablieren. Dabei sind die Ergebnisse der ersten Maßnahmen Grundlage für weitere Schritte. Mindestens eine Person sollte verantwortlich dafür zeichnen, den Kreislauf in Gang zu setzen und fortzuführen.

In größeren Unternehmen ist es sinnvoll, außerdem ein Energieeffizienz-Leitstand auf Führungsebene zu etablieren, der das Energiemanagement bereichsübergreifend steuert und kontrolliert und die Energy Performance Indikatoren (EnPI) für die energieeffiziente Steuerung der Produktion definiert. Mit der Verantwortung für alle Unternehmensbereiche hat er stets den Überblick über das gesamte Energiemanagement im Unternehmen. Damit sind alle Weichen gestellt für ein dauerhaft wirkungsvolles Energiemanagement.

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