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Kraftwerk Mehrum: Entsteht bei Hildesheim ein wichtiger Wasserstoff-Standort?

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Geschäftsführer des Kraftwerk Mehrum denkt über alternative Nutzung nach – unter anderem als Wasserstoff-Erzeuger und -Speicher.

Es ist eine hochspannende Frage: Was passiert mit den ausgedienten Kohlekraftwerken? Derzeit ist eine ganze Reihe von Anschluss-Nutzungsmöglichkeiten im Gespräch. Etwa die Nutzung mit sauberer Kohle, wie sie Next Fuel liefern möchte. Oder aber die Umrüstung zu schnell verfügbaren Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerken. Bei Hildesheim gibt es rund um das Kraftwerk Mehrum eine weitere, neue Idee zur Weiternutzung.

Wie die Hildesheimer Allgemeine Zeitung meldet, arbeiten die Verantwortlichen des Steinkohlekraftwerks Mehrum längst an Konzepten für einen Weiterbetrieb des Kraftwerks auf andere Art und Weise. Der Grund: Im Jahr 2019 hat das Kraftwerk so wenig Strom produziert wie seit der Inbetriebnahme noch nicht. Trotzdem hat Eigentümer EPH eine Garantie für das Kraftwerk bis 2021 abgegeben.

Kraftwerks-Geschäftsführer Armin Fieber möchte aus dem Steinkohle-Verbrenner eine große Produktions- und Speicherstätte für Wasserstoff machen – und dem Standort Mehrum so zu einem wichtigen Ort für die Energiewende machen.

Heute hat das Bundeskabinett das Gesetz zum Kohleausstieg offiziell abgesegnet. Enthalten ist laut Informationen des ZDF jetzt auch eine Regelung für die Abschaltung der Steinkohle-Zechen in Deutschland: Wer früh vom Netz geht, kann mehr Entschädigung vom Bund erhalten – in diesem Jahr maximal 165.000 Euro pro Megawatt, dann jedes Jahr weniger und 2026 nur noch 49.000 Euro. Wer ein Kraftwerk mit Wärme-Produktion freiwillig von Kohle auf Gas umstellt, könne demnach einen Kohle-Ersatz-Bonus bekommen. Ab 2027 wird ohne Entschädigung abgeschaltet.

Noch für dieses Jahr wird die erste Ausschreibung erwartet. Wird das Kraftwerk Mehrum hier schon dabei sein? Logisch wäre es, dass der Bund zunächst Kraftwerken, die nördlich des Mains liegen den Ausstieg erlauben wird.

Kraftwerks-Betreiber EPH macht derzeit Verluste

Die derzeitige Situation ist klar: EPH macht mit dem Kraftwerk Verluste – und hofft einerseits, nach dem Atomausstieg 2024 wieder häufiger gebraucht zu werden und andererseits eine Anschlussnutzung zu finden. Vorteile dafür sieht Fieber insbesondere aufgrund der Lage zwischen Hannover, Braunschweig und Wolfsburg mit dem VW-Werk und dem künftigen Northvolt-Werk.

Auch die Anbindung an Hoch- und Höchstspannungsnetze der TenneT sei vorteilhaft. Der Übertragungsnetzbetreiber plant zudem ein großes, neues Umspannwerk am Kraftwerk. Und: Es gibt in der Nähe auch Gas-Transportleitungen. Eine Machbarkeitsstudie für ein Gaskraftwerk liegt schon eine Weile in der Schublade.

E-Auto-Umrüster eCap Mobility

Doch neben der klassischen Rolle als Gaskraftwerk ist auch das Thema Wasserstoff zu einer Option geworden. Gespräche hierzu laufen mit TenneT und Volkswagen bereits. Eine Rolle könnte auch das Cleantech-Unternehmen eCap Mobility aus Winsen an der Luhe spielen, das bislang vor allem Oldtimer zu Elektroautos umrüstet. Aktuell hat man sich einer besonderen Aufgabe gestellt: Ein 40-Tonner soll zum E-Auto mit Brennstoffe werden und entsprechend mit Wasserstoff angetrieben werden.

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