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Firmenporträt LaTherm: Wärme auf Rädern

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LaTherm Logo.gifKai Petersen freut sich diebisch – der Unternehmer hat mit seinem Unternehmen, der LaTherm GmbH, nicht nur den Gründerwettbewerb der Financial Times Deutschland gewonnen, sondern im Mai 2009 quasi den „Ritterschlag“ des damaligen Umweltminister Sigmar Gabriel empfangen. Für sein Pilotprojekt erhielt LaTherm 186.000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm – Geld, das bestens angelegt ist, denn LaTherm hat ehrgeizige Pläne und eine ressourcenschonende und saubere Geschäftsidee.

LaTherm Wärme ContainerLaTherm aus Dortmund sammelt industrielle Abwärme beispielsweise von Chemiekonzernen, Aluminiumhütten oder Müllverbrennungsanlagen und speichert diese in speziellen Containern, die mit Natriumacetat („Pökelsalz“) als Wärmespeicher gefüllt sind. Ist der Spezial-Container „beladen“, wird er an einen anderen Standort gebracht – beispielsweise zu Schwimmbädern oder Krankenhäusern. Dort wird die Wärme, die normalerweise komplett verloren wäre, wieder in das Heizungssystem eingespeist.

„Mit unserer Geschäftsidee schaffen wir eine echte Win-Win-Situation“, findet Petersen. „Die Unternehmen, die Abfallwärme produzieren, können diese plötzlich verkaufen. Die Städte, die damit ihre Schwimmbäder oder Krankenhäuser zu kalkulierbaren Wärmepreisen versorgen, profitieren ebenfalls. Und noch dazu profitiert die Umwelt: Mit unserem System werden circa 95 Prozent CO2 und Primärenergie eingespart.“

Die Geschäftsidee hatte Petersen, der Informatik mit Nebenfach BWL studierte, nicht selbst. Eines Tages habe ihn sein Freund Dr. Heinz-Werner Etzkorn angerufen, ein Physiker, der zuvor das Essener Gaswärme-Institut geleitet hat, und habe ihm von der sauberen Idee berichtet. „Willst Du mitmachen? Ich brauche noch jemand, der Zahlen kann“ – fragte ihn Etzkorn damals im Jahr 2007. Petersen wollte und konnte und ist seither enger Geschäftspartner Etzkorns.

Im November 2009 startete LaTherm ein Pilotprojekt in Dortmund – und beweist immer wieder auf’s Neue, dass das intelligente System funktioniert. Die nähchste Aufgabe ist die Skalierbarkeit: LaTherm muss ein IT-System entwickeln, das rechtzeitig Alarm schlägt, bevor ein Container leer oder voll ist – und dieser dann abgeholt wird. „Wir arbeiten im Idealfall mit fünf bis acht Wärmequellen je Standort, um die Ausfallsicherheit der Wärmeversorgung zu gewährleisten“, berichtet Petersen.

Wirtschaftlich sinnvoll ist die LaTherm-Technologie bis zu einer einfachen Distanz von ca. 30 Kilometern. Studien der Universität Bayreuth belegen dies. Durch die regional erforderlichen Strukturen können regional Arbeitsplätze gesichert werden oder gar neue entstehen – beispielsweise der Beruf eines „Wärmespediteurs“.

Bis es soweit ist, will LaTherm die Technologie noch an einigen Stellen weiterentwickeln, um Kinderkrankheiten zu beseitigen. Investoren von LaTherm sind u. a. der High-Tech Gründerfonds und SeedCapital Dortmund – fast ebenso stark wirkt aber die öffentliche Aufmerksamkeit, die Petersen mit seiner Geschäftsidee seit mehr als einem Jahr erzielen kann. Ob bald auch der Ritterschlag des neuen Bundesumweltministers Norbert Röttgen dazu kommen wird, ist allerdings noch offen …

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