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LED Straßenbeleuchtung: Wie Offenbach oder Wolfsburg Geld und Strom sparen

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Wir von CleanThinking finden: Es ist gar nicht so, dass sich in Deutschland im Hinblick auf Energieeffizienz und die Energiewende so rein gar nichts bewegt. Dem Eindruck, der beim Lesen mancher Medien entstehen kann, möchten wir in diesem Jahr mit der Berichterstattung über eine Fülle von Beispielen aus den Regionen, Städten und Kommunen entgegen treten. Dazu gehören insbesondere Beispiele aus dem Bereich der LED-Beleuchtung. Die Umrüstung von Altstädten, von Bauhöfen und teilweise der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED ist überall im Land in Planung. Neben der Energie- und CO2-Einsparung werden die Städte und Kommunen, die es in diesem Jahr tun, mittelfristig von der Reduktion der Kosten profitieren.

Energiewende ist mehr als nur „Raus aus Kohle und Atom“ und rein in die Erzeugung regenerativer Energien in großem Maßstab. Es geht darum, ein ganzes Land durch neue, saubere Technologien energieeffizienter zu machen – und durch die Vernetzung vieler Dinge wie Geräte, Gebäude, Sensoren („Internet der Dinge“, „Smart Grid“) den gegenseitigen Austausch hinzubekommen. Ein Teil der Energiewende ist dann auch die Art der Energieerzeugung – aber wenn wir in Deutschland nicht auf Effizienz setzen, wird die Umstellung der Energieerzeugung auf regenerative Energien nicht gelingen.

Die Streetlight 10 mini LED - Strassenleuchte von Siteco - An Osram Business
Die Streetlight 10 mini LED – Strassenleuchte von Siteco – An Osram Business

Umso wichtiger, dass Städte, Kommunen und Unternehmen vorangehen – etwa bei der Umstellung der Straßenbeleuchtung oder der Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden auf LED. Dass dieses Vorhaben, nicht immer von heute auf morgen realisiert werden kann, zeigt das Beispiel der Stadt Bergisch Gladbach aus NRW. Dort wird seit – sage und schreibe – 2006 über die Umstellung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LEDs diskutiert.

Dabei geht es in Bergisch Gladbach um 10.000 Laternen, die für 9,88 Mio. Euro auf LED umgerüstet werden sollen. Diese Entscheidung ist Ende des Jahres 2013 gefallen. Das Bundesumweltministerium fördert die Umstellung mit 20 Prozent – das entspricht 1,98 Mio. Euro. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger in seiner Regionalausgabe berichtet, werden nun Angebote von LED-Herstellern abgefragt – 10.000 LEDs auf einen Schlag zu verkaufen dürfte für die Hersteller ein sehr großer Auftrag werden.

Doch so leicht wie es sich anhört, ist die Umstellung auf LED nicht gewesen: Bereits 2006 gabs den Plan, alle Straßenlaternen in der Stadt zu ersetzen. Die alten Leuchten gelten als wartungsanfällig und hatten einen hohen Stromverbrauch. Durch neue LED-Beleuchtung könne pro Jahr 500.000 Euro eingespart werden – doch die Aufsichtsbehörden folgten der Argumentation über mehrere Jahre nicht. Mittlerweile hat ein Umdenken stattgefunden, das Projekt ist Teil des Haushaltssicherungskonzeptes geworden und gilt als „sofort rentierlich“. Mit der Zusage des Bundesumweltministeriums steht der Umrüstung sämtlicher Straßenlaternen auf LED in Bergisch Gladbach nichts mehr im Wege.

Bergisch Gladbach: LED-Umrüstung dauerte lange

Was Bergisch Gladbach kann, haben sich auch andere Gemeinden und Städte vorgenommen. Auch die hessische Stadt Offenbach ist schon seit einem Jahrzehnt dabei, die Umrüstung auf LED-Beleuchtung vorzunehmen. Hier ist es das Ziel, sämtliche Straßenlaternen und Außenbeleuchtung energiesparend umzurüsten. Vorangetrieben wird das Projekt von Oberbürgermeister Horst Schneider und der Vorsitzenden der Stadtwerke EVO, Heike Heim. Wenn Stadtwerke und Stadt sowie Stadtrat Hand in Hand arbeiten, ist die Realisierung entsprechender Projekte keine Mammutaufgabe. Ersetzt werden in Offenbach insbesondere Quecksilberdampf-Hochdruckleuchten (HQL) – zunächst wurden diese ersetzt durch Natriumdampf-Hochdruckleuchten. Seit 2009 schließlich entschied sich die Stadt für die noch umweltfreundlicheren und energiesparenderen LED-Leuchten.

Weiterer Vorteil der LED-Beleuchtung in Offenbach: Durch die Installation eines modernen Lichtmanagements kann jetzt jede LED – verwendet wird Philips Iridium2 und Philips Mini Iridium – vom PC aus angesteuert und gedimmt werden. Damit kann die Energiekostenersparnis maximiert werden. Alleine im Stadtteil Lauterborn, in dem Ende Oktober LEDs eingebaut wurden, ist das Resultat der Umrüstung eine CO2-Minderung von insgesamt 218 Tonnen pro Jahr – bei einer Energieeinsparung von mehr als 90 Prozent. Der Verbrauch der Altanlage lag bei 416.449 kWh pro Jahr – die neue verbraucht nur noch 46.092 kWh. Mit heutigen Energiepreisen ergibt sich eine Kostenreduktion – alleine in diesem Stadtteil – für die Stadt Offenbach von 76.000 Euro pro Jahr. Der Amortisationszeitraum beträgt fünf Jahre.

Auch in Wolfsburg rechnet sich die Umrüstung auf LED zunehmend: Am 23. Januar will der Bauausschuss in Wolfsburg über die Umrüstung weiterer 350 Straßenleuchten beraten. Die Rahmenbedingungen sind eindeutig, wie die Stadt Wolfsburg in einer Pressemitteilung mitteilte: Durch den Austausch alter Quecksilberdampf-Hochdrucklampen durch LED entstehen Kosten von 250.000 Euro. Bereits in der Vergangenheit wurde in Wolfsburg kräftig umgerüstet: Stadtweit wurden von 4.500 alten Lampen schon 2600 umgerüstet.

Der Bund fördert den Austausch in Wolfsburg mit 50.000 Euro. Die neuen LEDs reduzieren den Stromverbrauch um rund 67 Prozent – so kann die Stadt Kosten in Höhe von 29.000 Euro pro Jahr einsparen. Dank der Förderung des Bundes liegt die Amortisationszeit bei diesem Projekt somit bei 6,89 Jahren – selbst wenn die Strompreise in den kommenden Jahren stabil bleiben sollten. Ende 2014 sollen dann zwei Drittel aller Quecksilberdampflampen in Wolfsburg umgerüstet sein.

Auch Rathenow, Neu-Isenburg, Schwerin und Frankfurt an der Oder setzen auf LED

Die Liste der guten Beispiele ist noch viel länger, als sie hier dargestellt werden kann: Die Stadt Rathenow will bis 2020 alle 3600 Straßenlaternen auf LED-Technik umrüsten – und eine Million Euro bis dahin eingespart werden. Die Stadt Neu Isenburg rüstet ihre Ampeln auf LEDs umrüsten – die Stromkosten lassen sich so um 60 Prozent reduzieren. Und Schwerin will 138.000 Euro pro Jahr durch LEDs einsparen. Kosten für den Umbau: 1,5 Mio. Euro. Die Förderung liegt bei 200.000 Euro. Frankfurt an der Oder will Medienberichten zufolge 6,5 Mio. Euro in die Umrüstung auf LED-Lampen investieren. Insgesamt hat die Stadt 7887 Straßenlaternen, die umgerüstet werden sollen. 2014 werden weitere 357 neue Lampen installiert.

Erstaunlicherweise kommt die LED-Technik nicht bei allen Städten gut an: Im östlichen Ruhrgebiet ist beispielsweise in Dortmund oder Hamm erst jede zwanzigste Straßenlaterne auf LED umgerüstet. In Hagen etwa jede zehnte. Während Dortmund sich dazu entschieden hat, nur bei Bedarf umzurüsten, setzen Hamm und Hagen auf Natriumdampf-Lampen – diese seien wirtschaftlicher im Vergleich zur LED, berichtet der WDR.

Die Beispiele Bergisch Gladbach, Schwerin, Offenbach und Wolfsburg zeigen: In beiden Kommunen war letztlich auch die Förderung im Rahmen der BMU Klimaschutzinitiative entscheidend. Denn die Initiative, die Förderung kommt vom Projektträger Jülich und vom BMU, werden meist rund 20 Prozent der Investitionsvolumens übernommen. Die Umrüstung ist ein Baustein der BMU Klimaschutzinitiative und wird über den Projektträger Jülich durch die Bundesrepublik Deutschland, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert. Jetzt ist allerdings in den Kommunen Tempo angesagt: Das Förderprogramm des Bundes um Austausch der Leuchtenköpfe durch LED-Technik läuft 2014 aus.

(Dieser Beitrag über LED-Beleuchtungstechnik erschien am 11.1.2014 auf CleanThinking.de)

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1 Kommentar
  1. ノースフェイス ダウンジャケット sagt

    LED Straßenbeleuchtung: Deutsche Städte setzen auf LED-Technik › CleanThinking.de

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