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lekker mobil: Was die Rekordfahrt im Elektroauto tatsächlich bedeutet – eine Bestandsaufnahme

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Die hiesige Medienwelt ist schon beeindruckend. Während amerikanische Medien, den Erfolg wie den von DBM Energy und lekker Energie mit einem zum Elektroauto umfunktionierten „lekker Mobil“ 605 Kilometer Reichweite geschafft zu haben, weithin feiern würden, beherrscht breite Skepsis den deutschen Blätterwald. Waren es wirklich Alltagsbedingungen unter denen, das lekker Mobil die 605 Kilometer zurücklegte? Warum fuhr der Konvoi nur ca. 90 km/h und wieso fuhr das mit Journalisten besetzte „Presseauto“ ca. 1 Stunde deutlich voraus, um sich dann dem Elektro-A2 wieder zu nähern? Wurde heimlich nachgeladen? Sind es wirklich solche Fragen, um die es momentan nach der geglückten Rekordfahrt von DBM Energy-Chef Mirko Hannemann von München nach Berlin geht? Eine Bestandsaufnahme von Martin Jendrischik.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle zusammen mit DBM Energy Chef Mirko Hannemann im lekker Mobil
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle zusammen mit DBM Energy Chef Mirko Hannemann im lekker Mobil

Nein, es geht darum, ein Zeichen zu setzen für Elektromobilität und darum, ein Zeichen zu setzen für Erneuerbare Energien und viele andere Bereiche, in denen zukunftsfähige Energiespeicher Anwendung finden können. Es geht um „Clean Thinking“, darum, sauberes und nachhaltiges Denken in unseren Alltag zu integrieren und viele Abläufe zu überdenken und zukunftsfähiger zu machen. Ob sich letztlich die Technologie von DBM Energy durchsetzen wird oder die Technologie von Li-Tec oder Panasonic oder anderen ist nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass ein Bewusstsein dafür entsteht, dass es technologisch möglich ist, was lange Zeit für unmöglich gehalten wurde. Dieses Bewusstsein hat DBM Energy mit der A2-Rekordfahrt von München nach Berlin – zumindest teilweise in Deutschland und außerhalb – geschärft.

Es geht um mehr als um das lekker Mobil: Um intelligente Energiespeicher für viele Anwendungsgebiete

Klaus Wowereit Mirko Hannemann DBM Energy Berlin lekker MobilUSA Today und viele andere internationale Medien berichten euphorischer über die Rekordfahrt als deutsche Medien, die sofort alles in Frage stellen. Auch wir von Cleanthinking.de haben viele Fragen, die wir für offen halten oder die bei uns Zweifel wecken. Allerdings möchten wir offen über junge Technologien, über Zukunftschancen berichten, auch wenn sich vielleicht nur ein Teil der sauberen Technologien, die wir zu bewerten versuchen, tatsächlich am Markt behaupten wird.

Die Botschaft, die von der Rekordfahrt ausgeht, ist also: Deutsche Ingenieure werden trotz nicht idealer Bedingungen für Forschung und Entwicklung in Deutschland auch zukünftig eine gewichtige Rolle mitsprechen in Bezug auf die Energiespeicher-Lösung der Zukunft. Denn im Kern geht es DBM Energy, der DBM Gruppe und den anderen Partner gar nicht um das Elektroauto an sich – es geht vielmehr darum, das Speicherproblem der Erneuerbaren Energien zu lösen, es geht darum überall weltweit eine Technologie für Energiespeicher zu etablieren, die dreckige Dieselgeneratoren überflüssig macht.

Es geht nicht so sehr um Deutschland, es geht um Schwellen- und Entwicklungsländer und deren künftig immer stärker werdenden Durst nach Energie und Energiespeicherung.

Zweifler und Skeptiker wird es immer geben

Das Bundesministerium für Wirtschaft hat anscheinend DBM Energy und die Partner dazu gedrängt, mithilfe des Elektroautos die Leistungsfähigkeit der Kolibri-Technologie unter Beweis zu stellen. Und: Das Unternehmen hat es in der Summe geschafft. Zweifler, Nörgler und Neider wird es immer geben (und das ist auch gut so!) – und einige aufgrund des ausgelösten Medienrummels entstehende Fragen, lassen eben auch reichlich Raum für Zweifel.

Kolibri AlphaPolymer Technology DBM EnergyAllerdings ist es immer so, dass eine neue Technologie, die „explosionsartig“ via Pressekonferenz und mit Politiker-Unterstützung auf den Markt kommt, nicht sofort von allen Seiten verstanden wird. Die Geheimhaltung zuvor ist womöglich auch der Tatsache geschuldet, dass versucht wurde, die Technologie von DBM Energy in Deutschland zu halten.

Und: Um letztlich die Autokonzerne mit diesem lauten Knall unter Druck zu setzen, die Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Akkus ernst zu nehmen und vielleicht selbst schneller die nächsten Schritte zu gehen. Auf „leisen Sohlen“ hätten es die Kolibri-Akkus vielleicht gar nicht bis an den Rand der Serienreife geschafft. Immerhin sind seit dem ersten öffentlichen Lebenszeichen von DBM Energy im Januar (Gewinn des Preises „Auto der Vernunft“) mehr als 9 Monate vergangen.

Neues Zeitalter für Energiespeicher-Technologie

Versteht man den Gesamtzusammenhang, so kommt es letztlich nicht drauf an, ob unter „realen“ Bedingungen nur 500 Kilometer geschafft worden wären. Sondern es kommt darauf an, durch diese Aktion letztlich den Anfang für ein neues Zeitalter der Energiespeicher-Technologie begründet zu haben. Es geht weniger um Fakten, sondern vielmehr um Symbolik an der Schwelle zu einem neuen, saubereren Zeitalter. Wenn Wissenschaftler Mirko Hannemann und sein Team wirklich noch 2010 in die Serienfertigung starten werden, dann haben sie die Energiespeicher-Technologie weltweit einen gewichtigen Schritt voran gebracht. Der Aufbau einer Serienfertigung ist die nächste große Herausforderung für Hannemann und sein Team.

Mehr zu Lithium-Ion-Akku.

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% S Kommentare
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  2. […] lekker mobil: Was die Rekordfahrt im Elektroauto tatsächlich bedeutet […]

  3. Forscher sagt

    … die Seite der Firma ist im Moment sehr interessant. Früher konnte man wenigstens für über 300€ noch ein Buch kaufen ;))
    … im Handelsregister kann man sehen, dass die Gesellschafterstruktur gerade geändert wurde…

  4. K.Buschmann sagt

    Von allen an den Haaren herbeigezogenen Verschwörungstheorien (Mondlandung war technisch unmöglich, 9/11 war vom CIA inszeniert, die Bilderberg Group beherrscht heimlich die Welt usw.) sind die am lächerlichsten, die ausgerechnet aus der Verhinderung technischen Fortschrittes durch Technikkonzerne bestehen sollen. Das geht mit so was wie „Who killed the electric car“ oder dem „Wasserauto“ los und wird mit DBM Energy nicht aufhören. Für eine Firma wie Bosch wäre ein Durchbruch bei der Akku-Technologie eine Goldmine – selbst wenn sie mit dem Akku an sich gar nichts zu tun hätten. Natürlich würden nach und nach damit weniger Diesel Einspritzpumpen zu verkaufen sein aber dafür entstünde ein Volumenmarkt für etliche andere Komponenten – von komplexen Steuergeräten bis hin zu Elektromotoren – und der neue Markt wäre um einiges größer und würde mehr Chancen beiten als der alte. Als die Benzineinspritzungen auf den Markt kamen hat ja auch niemand versucht den Erfinder heimlich ermorden zu lassen weil damit zwangsläufig der Markt für Vergaser enbrechen würde. Man hat die neue Chance gesehen, entsprechende Produkte entwickelt und damit (mehr) Geld verdient. Bei Siemens wäre das ganze noch viel extremer, wie Crossi schon schrieb. Und eine Firma wie Varta würde mit einem DBM Patent (wenn es denn wirklich eines geben sollte) in kürzester Zeit zu einem der wichtigsten Unternehmen überhaupt werden und es mit Sicherheit NICHT in eine Schublade legen, weil sie „kein Interesse“ daran hätten und lieber darauf warten, dass jemand anderes mit einer ähnlichen Idee kommt und sie einfach vom Markt fegt. Laut Hannemann gab es ein Angebot von Samsung in Höhe mehrerer hundert Millionen – und er lehnte ab. Wer’s glaubt wird seelig.

  5. Crossi71 sagt

    @H.P. Lindenberger: Siemens wird jubeln! Siemens produziert Windkraftgeneratoren und die weltbesten E-Motoren, ebenso rüstet Siemens die Stromnetze mit Technik aus. Die Ölindustrie wird das auch wenig interessieren, da Öl für soviel mehr als nur fürs Verbrennen benötigt wird.

  6. H.P. Lindenberger sagt

    Ich glaube, daß sich noch niemand Gedanken über die Folgen dieser Akkutechnologie gemacht hat.
    Falls es Hannemann und seine Truppe schafft den Akku gegen die Kräfte der Großindustrie in den Markt zu bringen wird folgendes passieren.
    1. Bosch ist Pleite! Keine Verbrennungsmotortechnik verkaufbar.
    2. Siemens kommt in große Schwierigkeiten a) weil wie Bosch
    b) Gasturbinentechnologie hinfällig.
    3. Mineralölindustrie ist Pleite.
    Ölstaaten geht es genauso.
    Daraus folgt die Hannemanntruppe sieht sich einer übermächtigen Wirtschaftsmacht und Lobbygruppe gegenüber, die sich wohl kaum die Wurst vom Brot nehmen läßt und der jedes Mittel recht ist solche Entwicklungen im
    Keim zu ersticken. Das kann man schon an den Meldungen unserer lobbygesteuerten Presse erkennen. Schauen wir mal wie lange es noch dbm energy und lekker energy gibt?
    H.P.Lindenberger

  7. Zeb Macahan sagt

    Can’t they simply publish a spec sheet?

  8. lbg sagt

    How do you invest in DBM Energy. Are they part of DBM Industries.

  9. Wilhelm Herbi sagt

    Bitte bleiben Sie an der Sache dran.
    Berichten Sie weiter über Preis und Verfügbarkeit.
    Nur die Speicher für Wind- und Sonnenstrom ersetzen Kohle und Atom.

    Mit sonnigen Grüßen
    W. Herbi

  10. Angelirka Merkel sagt

    Ich als wichtigste Person im Land
    bin gegen Atomkraft und möchte ein Elektroauto als Dienstwagen
    Es grüßt Sie herzlich aus dem
    sonnigen Bonn

    Angelirka Merkel

  11. Martin Bechthold sagt

    Richtig so – das Elektroauto ist in diesem Fall nur Mittel zum Zweck, um dem Thema Energiespeicherung einen Schub zu geben. Ganz, ganz toller Beitrag, Herr Jendrischik! Weiter so!

  12. Freiheitskämpfer sagt

    Toller Beitrag – es geht scheinbar wirklich um „etwas Großes“. Drücken wir die Daumen!

  13. […] Lesen Sie auch den Beitrag “lekker mobil – Was die Rekordfahrt im Elektroauto tatsächlich bedeutet – eine Bestandsa…“ […]

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