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Lightyear One: Niederländer entwickeln Solarauto

Elektroauto-Startup Lightyear bringt Erfahrungen aus dem Solar-Motorsport mit / 40 Ingenieure entwickeln derzeit das Solarauto Lightyear One / Prototyp im Jahr 2019

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Über Tage oder Woche mit dem Elektroauto fahren ohne nachladen zu müssen? Das niederländische Cleantech-Startup Lightyear strebt genau das an. Das Team um Lex Hoefsloot (CFO) und Qurein Biewenga (CFO) hat jetzt eine erste Finanzierungsrunde über fünf Millionen Euro in nur 1,5 Monaten abgeschlossen. In Kürze soll die zweite Finanzierungsrunde starten, um genügend Kapital für die Produktion des Solarautos Lightyear One im Jahr 2021 einzusammeln. Dieses soll es – abhängig von seinem Standort – möglich machen, lange Strecken ohne Nachladen fahren zu können.

Wie im Markt zu erkennen ist, ist das Elektroauto nicht mehr aufzuhalten. Gerade im Zusammenhang mit autonomem Fahren und „On-Demand“-Dienstleistungen wird „Transport as a Service“ mit Elektroautos in Kürze so viel günstiger sein, dass sich der Besitz eigener Autos nicht mehr lohnen wird. 2030 könnten 95 Prozent der Kilometer, die in den USA mit dem Auto zurückgelegt werden, mit entsprechenden Ride-Sharing-Diensten zurückgelegt werden. Pure ökonomische Gründe sprechen – nach Ansicht von Tony Seba – für eine derartige Entwicklung.

Eine ähnliche Entwicklung steht mit der Solartechnologie bevor. In wenigen Jahren werden alle Dächer, Fassaden mindestens von Neubauten mit Solarzellen bestückt sein. Technologien wie die Solarfilme des Dresdner Cleantech-Unternehmens existieren bereits. Auch bei dieser Generation der Solarenergie hat die technische Disruption längst begonnen – mit jedem weiteren installierten Solarfilm, wird der nächste Solarfilm günstiger. Eine Entwicklung, die gegensätzlich zu der Förderung von Öl oder Gas ist. Das fossile Zeitalter ist in Kürze vorüber.

Erste Exemplare des Lightyear One kommen 2020

Besonders spannend wird der Gedanke an die Zukunft, vereint man beide Technologien miteinander. Das Elektroauto-Startup Lightyear macht genau das und will schon im kommenden Jahr die ersten Solar-Elektroautos auf den Markt bringen, die für die Langstrecke geeignet sind. Damit zeigt sich, dass es weitere Teams auf der Welt neben Sono Motors aus München gibt, die an der Kombination Elektroantrieb + Solarenergie arbeiten. Technologische Umwälzungen finden also nicht nebeneinander statt, sondern befruchten sich bereits absehbar gegenseitig.

Auf der Webseite des Elektroauto-Bauers gibt es ein interaktives Tool, das dem potenziellen Käufer des Lightyear One zeigt, wie oft er in Zukunft noch nachladen muss, und wie viele Kilometer er rein mit direkter Sonnenenergie fahren kann:

Drei Monate pro Jahr ohne Nachladen? Elektroauto Lightyear One

Demzufolge kann der Fahrer des Lightyear One, der beispielsweise 18.000 Kilometer pro Jahr in Berlin zurücklegt, mit rund 42 Prozent direkter Nutzung der Sonnenenergie ausgehen – das führt dazu, dass bis zu 84 Tage am Stück überhaupt nicht aktiv nachgeladen werden muss. Aus 52 Ladevorgängen pro Jahr mit einem klassischen Elektroauto werden theoretisch 22 Ladevorgänge. Lightyear möchte dabei das Laden an einer eingfachen Haushaltssteckdose zum Normalfall machen.

Bereits heute kann ein Lightyear One vorbestellt werden – für eine Anzahlung, die bei 4.000 Euro beginnt. Angesichts des Preises von 119.00 Euro ist der Lightyear nicht für die breite Masse geeignet. Die ersten 500 Exemplare möchte das Unternehmen schon 2020 ausliefern – die eigentliche Serienproduktion ist dann für das darauffolgende Jahr 2021 geplant. Das Team – derzeit arbeiten mehr als 40 Ingenieure daran – bringt große Erfahrung aus dem Solar-Rennsport mit und überträgt diese nun auf sein erstes Elektroauto mit Solarzellen.

In Helmond: Virtuell einen Blick auf das Auto riskieren

Bei der Entwicklung sorgt das Team vor allem dafür, das Elektroauto besonders effizient zu machen. Dafür müssen Chassis, Antriebsstrang und Aerodynamik neu gedacht und entwickelt werden. Auf Grundlage einer neu entwickelten, Plattform für solarelektrische Fahrzeuge soll die Energieeffizienz dreimal so hoch sein, wie bei herkömmlichen Elektroautos. Unterstützung erhält Lightyear dabei von EDAG, einem Spezialist für Ingenieurdienstleistungen für die Automobilindustrie. Der erste Prototyp des Lightyear One für fünf Personen soll 2019 vorgestellt werden.

Ein Lichtjahr voraus? Das Elektroauto oder Solarauto Lightyear OneJe nach genutzter Batterie-Kapazität wird der Lightyear One so eine Reichweite von 400 oder 800 Kilometern haben – ohne Nachladen mit der Sonne. Um sich ein genaues Bild von der solarelektrischen Limousine machen zu können, kann man das Team kontaktieren – im niederländischen Helmond bekommt man dann die aktuellen Entwürfe gezeigt und kann über Virtual-3D-Reality einen ersten Blick auf das Auto riskieren. Oder es heißt abwarten, bis 2019 der Prototyp vorgestellt wird…

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% S Kommentare
  1. Klaus Ruptich sagt

    Naja – so richtig überzeugend ist das nicht. Warum werden keine Angaben zu einer Leistung, zu Batteriekapazität etc.. gemacht – Daten anhand derer man die Versprechungen verifizieren kann? Wird hier nicht bloß eine Story verkauft, heiße Luft?

    1. Naja, es ist ja noch früh. Die Daten kommen schon noch.

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