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Lilium schließt interne Finanzierungsrunde mit Tencent, Atomico und Freigeist

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Cleantech-Startup Lilium Aviation sammelt weitere 240 Millionen Dollar ein – und will damit die kommenden zwölf Monate auskommen.

Es ist für das Cleantech-Startup Lilium Aviation immer noch ein weiter Weg: 2025 wollen die Münchener einen ersten städtischen Taxidienst betreiben. Die Entwicklung dafür geht schon heute voran – das fünfsitzige Elektroflugzeug mit 36 Ventilatoren kommt ständig ein Stück näher. Jetzt hat das Unternehmen, das auch von DHDL-Star Frank Thelen und seinem Freigeist unterstützt wird, eine interne Finanzierungsrunde über 240 Millionen Dollar abgeschlossen – eigentlich sollte die Summe deutlich höher sein.

Womöglich, aber das ist Spekulation, fällt die Finanzierungsrunde von Lilium niedriger aus, weil kürzlich einer der Prototypen am Flughafen verbrannte. Ein schwerer Rückschlag für das junge Cleantech-Unternehmen. Denkbar ist auch eine Beeinträchtigung durch die Corona-Krise. An der nun abgeschlossenen, internen Finanzierungsrunde haben sich wiederum Tencent, Atomico, Freigeist und LGT beteiligt.

Wir sind sehr froh, dass wir diese Runde zu Beginn der Krise abschließen konnten.

Daniel Wiegand, Mitbegründer und Geschäftsführer von Lilium

Laut Christopher Delbrück, der bei Lilium Aviation das Ressort Finanzen leitet, wird das frische Kapital ausreichen, um die kommenden 12 Monate zu überbrücken – es ist also wie fast immer im Startup-Leben. Nach der Finanzierungsrunde ist vor der Finanzierungsrunde. In die kommende Runde will Delbrück dann auch wieder neue Investoren dazuholen.

Lilium jetzt mehr als 750 Mio. Dollar wert

Mit der aktuellen Runde wird die Bewertung des Cleantech-Unternehmens auf 750 Millionen bis eine Milliarde Dollar nach oben katapultiert. Seit 2015 als Lilium von vier Ingenieuren gegründet wurde, sind 340 Millionen Dollar in das Projekt Flugtaxi geflossen. Trotzdem ist es den Gründern gelungen, noch den größten Anteil an dem Unternehmen zu halten – wenn auch nicht mehr die Mehrheit. Sollte der Lilium-Jet eines Tages in den regulären Flugalltag starten, ist auch ein Börsengang nicht ausgeschlossen.

Ziel von Lilium ist es, Flugzeugflotten zu etablieren und so einen On-Demand-Flugtaxi-Service zwischen regionalen Städten zu betreiben. Ein Markt, der laut Morgan Stanley auf 1,5 Billionen pro Jahr anwachsen könnte – bis ins Jahr 2040. Zuletzt investierte Toyota in das Flugtaxi-Unternehmen Joby: 394 Millionen Dollar.

Lilium Jet Flug
Fliegen mit dem Lilium-Jet

Lilium Jet auf dem Weg zur Marktreife

Das Spezielle am Lilium Jet ist: Er hat fest Tragflächen mit Rotorgebläsen, die zuerst zum Senkrechtstart nach unten und dann für den Flug nach vorne geneigt werden können. Durch den zusätzlich Auftrieb der festen Flügen versprechen sich die Entwickler Reichweiten von 300 Kilometer.

Der Fünfsitzer wird in wesentlichen Teilen aus Karbonfasern bestehen. Insbesondere die sogenannten Primärstrukturen wie Rumpf, Flügel und Klappen. Im Juli 2020 gaben die Münchener den Lieferanten für die Karbonfasern bekannt: Sie werden vom führenden Hersteller solcher Materialien, Toray Industries kommen.

Bis im Jahr 2025 in den ersten zwei oder drei Regionen ein On-Demand-Flugtaxi-Service starten kann, braucht es vor allem Zertifizierungen. 2023 wollen Daniel Wiegand und sein Team das Flugzeug soweit entwickelt haben, dass es in größerem Maßstab produziert werden kann.

Schon heute werden die Sicherheitsvorschriften und -standards, die mittlerweile weltweit erlassen wurden, in die Entwicklung einbezogen. Die ersten Flugtaxi-Services sollen dann mit Profi-Piloten starten.

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