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Luftfahrt-Kraftstoff: Globale Allianz Power Fuels fordert 2-Prozent-Quote

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Globale Allianz für Power Fuels fordert Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategie bei Luftfahrt-Kraftstoff.

Verbindliche Quoten, die langsam ansteigen, aber global gelten, könnten der nächste Schritt sein, um Luftfahrt-Kraftstoff umweltfreundlicher zu machen. Das fordert jetzt der globale Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden, die sich mit Power Fuels beschäftigen. Die Global Alliance Power Fuels hat die internationale Zivilluftfahrt-Organisation der Vereinten Nationen (ICAO) aufgerufen, eine entsprechende Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategie zu erarbeiten.

Ziel sollte demnach sein, den weltweiten Anteil von mindestens zwei Prozent für die Beimischung von Kraftstoffen festzulegen. Die Kosten für die Flugtickets wären überschaubar: Demnach würde die Luftfahrt-Kraftstoff-Beimischung von zwei Prozent jedes Flugticket um zwei Prozent teurer machen. Bei zehn Prozent würde das Ticket entsprechend zehn Prozent mehr kosten. Eine entsprechende Analyse hat die Global Alliance jetzt im Rahmen einer ICAO-Versammlung in Kanada veröffentlicht.

dena-Chef Andreas Kuhlmann, der die Organisation für Power Fuels ins Leben gerufen hat, fordert überdies, Staaten und Regionen sollten zusätzlich eigene Quotenregelungen und Anreizprogramme für Fluggesellschaften, Flughäfen und Kraftstoffproduzenten aufzulegen. So könnte die Bundesregierung die geplante Erhöhung der Luftverkehrssteuer zur Förderung der Produktion von Flugkraftstoffen im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 nutzen.

Handicap ist, dass der Markt für alternativen Luftfahrt-Kraftstoff noch in den Kinderschuhen steckt. In Ländern wie den Niederlanden, Norwegen und Deutschland laufen die ersten Projekte zur Entwicklung einer leistungsfähigen Kraftstoffproduktion für den Luftverkehr. Wie die Analyse der Global Alliance zeigt, könnte der Markt aufgrund einer obligatorischen regionalen oder sogar globalen Mischquote schnell wachsen. Der Preis pro Liter würde schnell sinken und könnte bis 2050 auf fast einen Euro sinken.

Selbst bei Kosten von 2,40 Euro pro Liter Kraftstoff, die nach Schätzungen in naher Zukunft erreicht werden könnten, könnten die Emissionen deutlich reduziert werden, ohne die Flugtickets erheblich zu verteuern. Ein typischer Ferienflug von Berlin nach Mallorca kostet beispielsweise durchschnittlich 145 Euro. Bei einer Mischquote von 2 Prozent würde das Ticket 3 Euro mehr kosten, bei einer Mischquote von 10 Prozent 15 Euro mehr. Ein Langstreckenflug von Berlin nach Peking für 525 Euro würde bei einem Anteil von 2 Prozent an Kraftstoffen 11 Euro mehr kosten; bei einem Anteil von 10 Prozent 53 Euro.

Wie viel CO2 kann mit alternativem Luftfahrt-Kraftstoff vermieden werden?

Das CO2-Reduktionspotenzial von strombasiertem Kerosin (Powerfuel-Kerosin) hängt stark vom Strommix und den bei der Produktion verwendeten CO2-Quellen ab. Nach sehr konservativen Schätzungen könnte es etwa 75 Prozent im Vergleich zu fossilem Kerosin betragen. Bei einer weltweiten Mischquote von 2 Prozent würden damit rund 14 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart, bei einer Mischquote von 10 Prozent rund 68 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Das wären mehr als die jährlichen Treibhausgasemissionen eines Landes wie Irland.

Nach Ansicht der Global Alliance sind die derzeitigen Rahmenbedingungen in der internationalen Luftfahrt nicht geeignet, wirksame Anreize für den Einsatz von Kraftstoffen zu schaffen. Die ICAO hat den Reduzierungsmechanismus CORSIA eingerichtet, um sicherzustellen, dass die Emissionen des Luftverkehrs ab 2020 nicht weiter steigen.

Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in anderen Bereichen. Dieses Instrument könnte so weiterentwickelt werden, dass auch Investitionen in Kraftstoffe attraktiv werden. Die nächste ICAO-Konferenz über alternative Kraftstoffe im Luftverkehr sollte die Grundlagen dafür legen. Allerdings sollten die Pionierländer vorher Maßnahmen ergreifen.

Die Luftfahrt-Kraftstoff-Analyse gibt es hier zum Download:

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