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Elmoto und Co: Neue Zweiräder braucht das Land

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Elektrofahrzeugen jeglicher Coleur haftet oft der Geruch an, nicht ‚cool‘ und ‚hipp‘ zu sein oder über kein zeitgemäßes Design zu verfügen. Mit dem steigenden Druck, auf Elektromobilität umsteigen zu müssen, ergeben sich jetzt ganz neue Möglichkeiten – plötzlich werden Elektroautos wie der Tesla S oder der Aptera zu Kultobjekten, bevor sie es überhaupt zur Serienreife bringen. Eine neue Coolness entsteht, die weit über den Anspruch von Umweltfreundlichkeit der LOHAS hinausgeht. Elektromobilität wird sich in den nächsten zu einem Mega-Trend entwickeln, der viele alternative Antriebskonzepte und Innovation hervorbringen wird – wie beispielsweise das Elmoto.

Elmoto? Erste Anzeichen für die Innovationskraft in Sachen Elektromobilität gibt es bereits. Nicht nur bei Elektroautos, sondern ebenfalls bei einer neuartigen Kombination aus Moped, Motorrad, Roller und Fahrrad. So genannte Leichtkrafträder, Pedelecs oder gar ein als Human-Hybrid-Motorrad bezeichnetes Zweirad sorgen für offene Münder und Begeisterung bei anderen Verkehrsteilnehmern und machen auch optisch wesentlich mehr her als frühere Modelle. Cleanthinking.de hat sich über zwei der neuen Leichtkrafträder informiert und möchte sie den Lesern ausführlich vorstellen.

Elmoto: Fahrrad mit Elektromotor

elmoto-hr-2Das Elmoto, eine Erfindung von zwei Designern aus Stuttgart ist eine Art Fahrrad mit Elektromotor, das nur ein Versicherungs-kennzeichen, aber keine Zulassung benötigt und mit dem Auto- oder Rollerführerschein gefahren werden darf. Das Elmoto HR-2, so der vollständige Name, wiegt 45 kg und schafft bei einer Motorleistung von 1,7 KW knapp 45 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Dank des Lithium-Ionen-Akkus verfügt das auch als Pedelec bezeichnete Elektrofahrzeug über eine Reichweite von 70 Kilometern – und jede Akkuladung kostet lediglich 40 Cent. Geeignet ist das Elmoto damit vor allem für Beurfspendler, denen eine Akkuladung für die Hin- und Rückfahrt zur Arbeit reicht oder auch für Schüler und Auszubildende, denn es kann ab 16 Jahren gefahren werden.

Typisch für Elektromobile ist der flotte Antrieb des akkubasierten Elmoto – das präzise abgestimmte Fahrwerk sorgt für flotten Fahrspaß zu günstigen Kosten. Der Bordcomputer des Elmoto hält den Fahrer über die aktuelle Geschwindikeit und den Akkustand auf dem Laufenden, natürlich verfügt das Elmoto über eine Lichtanlage, so dass auch das Fahren in der Dunkelheit kein Problem darstellt.

Hinter Elmoto steckt die Firma ID-Bike GmbH aus Stuttgart. Nachdem die Initiatoren keinen Investor fanden, entschieden sie sich dafür, das Elmoto in Eigenregie auf den Markt zu bringen. Man wolle der rollende iPod oder Smart auf zwei Rädern werden und vor allem bei hippen Urbanisten Emotionen wecken. Verkauft werden wird das Elmoto im Fahrradhandel, denn dort würden auch normale Fahrräder für 3.000 Euro oder mehr über den Ladentisch gehen. Starttermin für den Verkauf könnte Ende Juni sein, wenn alles klappt. Ziel ist es, bis Ende 2010 eine vierstellige Zahl der Elmotos zu verkaufen – dabei spielt letztlich keine Rolle, ob es sich um ein Fahrrad mit Elektromotor, einen Roller oder eben ein Pedelec handelt.

E-Rockit: Luxus-Fahrspaß auf Öko

e-rockit-hr-2Ein Motorrad, bei dem man in die Pedale treten muss, damit es losfährt – so könnte man das zweite neue Zweirad bezeichnen, das auf den Namen E-Rockit hört. Das Human-Hybrid-Motorrad, das dank seines Preises von ca. 28.900 Euro im Luxus-Segment angesiedelt werden kann, wird vom Fahrer über einen Generator angetrieben. Denn der Fahrer tritt in die Pedale, damit der Raketenstart des E-Rockit an der Ampel gelingt, der nicht nur Autofahrer vor Neid erblassen lässt – auch viele Motorradfahrer sehen das coole E-Rockit an der Ampel nur von hinten.

Zusammen mit fast 10 Mitarbeitern hat der Österreicher Stefan Gulas das E-Rockit in Berlin vom Prototyp zur Serienreife gebracht – noch in diesem Jahr soll eine Kleinserie von 10 bis 15 E-Rockits verkauft werden. Das Fahrzeug kombiniert die Bedienung eines Fahrrads – zum Beschleunigen muss in die Pedale getreten werden und über den Lenker wird die elektrische Bremse betätigt – mit der Leistung eines Motorrads. Gleichzeitig ist das E-Rockit auch eine Art Fitness-Gerät, denn der Widerstand beim Treten lässt sich in 10 Stufen regulieren. Eine hohe Tretfrequenz führt generell dazu, dass das Fahrzeug schneller wird oder seine Höchstgeschwindigkeit beibehält. Der Widerstand spielt dabei keine Rolle – dementsprechend ist das Fahren mit dem E-Rockit mehr oder weniger Schweiß treibend.

Wenngleich die elektrische Bremse sowie das Betätigen des Generators via Tretfrequenz zu einem Aufladen des Nano-Phosphat-Lithium-Ionen-Akkus führt, schafft das E-Rocket nur eine Distanz von 60 bis 80 Kilometern. Für Stadtfahrten natürlich völlig ausreichend – da man mit dem E-Rockit auch auf die Autobahn darf, letztlich ein etwas enttäuschender Wert.

Insgesamt sind die beiden Leichtkrafträder Beleg dafür, dass Elektrombobilität nicht langweilig oder gar uncool sein muss. Im Gegenteil: Erfinder wie die beiden Stuttgarter sowie der Österreicher machen Hoffnung, dass es bald viele weitere Alternativen im Motorrad- und Fahrradhandel oder im Direktvertrieb via Internet geben wird.

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% S Kommentare
  1. […] Elmoto und eRockit – Neue Zweiräder braucht das Land -> https://www.cleanthinking.de/neue-zweiraeder-elmoto-und-e-rockit/1548/ Lesen Sie hierzu auch die Beiträge zu Elektrorollern wie dem E-REX […]

  2. tom sagt

    erlich gesagt finde ich das A2B Metro noch ein ganzes stück cooler.

    http://www.emotion-technologies.de/ebikes/a2b-ultra-motor/a2b-metro/

  3. Elektrofahrrad sagt

    Räder wie das ElMoto und das E-Rockit sind genau die Produkte, die nötig sind, um Elektrofahrrädern ein modernes und cooles Image zu verpassen. Sobald dann genügend Meinungsführer auf solche Fahrzeuge umgestiegen sind, ziehen diese den Rest quasi hinterher.
    Nur mit solchen Fahrzeugen wird Elektromobilität tatsächlich zu einem Massenmarkt. Bleibt zu hoffen, dass in naher Zukunft noch mehr solcher Fahrzeuge auf den Markt kommen.

  4. MrPedelec sagt

    Elmoto und E-Rockit sind sicherlich die Speerspitze in Sachen coole E-Bikes. Wesentlich weiter verbreitet sind allerdings schon die Pedelecs. Allein 2008 wurden etwa 100.000 Stück verkauft.

    Zudem gibt es immer mehr Modelle, welche auf die jüngere Generationen oder, wie im Artikel bezeichnet, die LOHAS abzielen.

    Ich denke, wir werden schon in naher Zukunft immer öfter auch elegante und jung, dynamisch Pedelecs in unseren Stätden begegnen.

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