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Sauber in die Zukunft

Mit Mobile Meter nach New York City: Ubitricity gewinnt Technologie-Wettbewerb

Cleantech-Unternehmen Ubitricity gewinnt NYCx Climate Action Challenge / Lösung der Berliner günstiger, schneller umsetzbar und mit weniger Einschränkungen des Verkehrs bei der Installation

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Fantastisches Signal für ubitricity: Das Berliner Cleantech-Unternehmen hat einen Technologie-Pitch mit mehr als 30 anderen Konzepten zur Skalierung der Elektroauto-Infrastruktur in New York City gewonnen. Mit der Lösung, Straßenlampen zu Ladestationen umzufunktionieren, könnte die amerikanische Stadt nun der Elektromobilität einen kräftigen Schub verleihen. New York City erhofft sich von der Ubitricity-Kooperation eine schnellere und günstigere Umsetzung als bei anderen Lösungen – mit zudem weniger Beeinträchtigung des Verkehrs während der Installation.

Ubitricity kämpft seit Jahren für den Durchbruch seiner Technologie in Deutschland, Großbritannien und anderen Ländern der Welt. Mit dem Erfolg in New York City dürfte nun erstmals der richtige, internationale Durchbruch gelingen. In den letzten Monaten hatte Ubitricitiy insbesondere in London für Furore gesorgt und dort zahlreiche Ladestationen aufgebaut. In den Vorstädten Londons mit vielen kleinen Einfamilienhäusern und Parkraum vor allem direkt an den Straßen, ist die Lösung von Ubitricity ausgesprochen gut angenommen worden.

Kern der Technologie der Berliner ist der in das Ladekabel integrierte Mobile Meter, der es möglich macht, direkt über das Kabel Abrechnungsprozesse zu starten. In die Straßenlaternen muss hingegen nur relativ wenig Technologie eingebaut werden, um den Zugriff auf das Stromnetz zu erlauben. Die Telekom-Tochter Comfortcharge plant die Umsetzung einer ähnlichen Idee: Sie möchte die grauen Stromverteiler der Telekom tausendfach zu Ladeinfrastruktur aufrüsten (Cleanthinking-Beitrag hier).

Nun also New York City. Fast drei Dutzend internationale und lokale Organisationen hatten Ideen und Lösungen für die NYCx Climate Action Challenge eingereicht, darunter Solarüberdachungen, Infrastruktur zur Energiegewinnung und Software zur Verbindung der Fahrzeugbatterien mit dem Energienetz. Im Juni schließlich wurden sechs Finalisten ausgewählt, die jeweils bis zu 13.000 Dollar erhielten, um ihre Technologien zu testen. Die Finalisten waren Volta Charging, WAVE, Adaptive Motion Group, JUMP Bikes und eben Ubitricity.

Die innovative Lösung von Ubitricity könnte entscheidend dazu beitragen, dass die Stadt ihr Klimaschutzziel erreichen und gleichzeitig die Bedürfnisse von Elektrofahrzeugnutzern und zukünftigen Anwendern vereinfachen kann“, sagte Jeremy M. Goldberg, stellvertretender CTO von NYCx. „Ich bin begeistert, dass die NYCx Climate Action Challenge eine Reihe neuer Technologien aufzeigte, die das Leben von New Yorkern und zukünftigen Generationen verbessern können.

Und Knut Hechtfischer von Ubitricity findet:

Die Entscheidung von New York City zu handeln und mit gutem Beispiel voran zu gehen, wird dazu beitragen, die Transformation im Transportsektor rund um den Globus zu beschleunigen. Um die EV-Revolution zu ermöglichen, muss die Ladeinfrastruktur für die Stadtbewohner leicht zugänglich werden. Die Möglichkeit, vorhandene Straßenlaternen als EV-Ladestationen nachzurüsten, kann viel zum Aufbau einer dichten EV-Ladeinfrastruktur beitragen.

Letztlich hat offenbar die Einfachheit der Ubitricity-Lösung den Ausschlag für den Sieg gegeben:

Mit ihrem Vorschlag hat Ubitricity mit einem mobilen System, das aus wenig mehr als einem intelligenten Kabel, einer Straßenbeleuchtung und einer Computer- oder Telefon-App besteht, eine völlig neue Art des Denkens über das Laden von Fahrzeugen demonstriert – einfacher könnte es nicht gehen Fahrer in Gemeinden mit begrenztem Platzangebot in New York , sagte Marcus Gilmore, Regional Manager des Centre for Sustainable Energy und Teil der Jury bei der NYCx Climate Action Challenge.

Ubitricity hat in New York City jetzt den Fuß in der Tür

Mit der Auszeichnung beim Technologie-Wettbewerb hat das Cleantech-Unternehmen nun mehr als die Fuß in der Tür, um Großaufträge aus New York City zu erhalten. Die Stadt selbst betreibt eine Flotte von 1.500 Elektroautos und kennt daher die Anforderungen an Elektromobilität ziemlich genau. Exakt an diesem Verständnis mangelt es in deutschen Städten bislang offensichtlich. Einen Pilotversuch hatte es zuletzt mal mit der GASAG gegeben (Cleanthinking berichtete)

Im nächsten Schritt soll es nun eine größer angelegte Pilotphase mit der Ubitricity-Technologie geben. Gleichzeitig plant die Stadt, Ladeinfrastruktur für mehr als 10 Millionen Dollar auszubauen. Dazu sollen Hubs mit bis zu 10 Ladepunkten pro Standort entstehen. Diese Bemühungen können in Abstimmung mit dem Clean-Fleet-Programm der Stadt das Ziel der Regierung unterstützen, bis 2025 20 Prozent der Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen in New York City zu erhalten.

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