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Offshore-Windkraft: Fortschritte bei Offshore-Windparks Riffgat und Gode Wind 1 und 2

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Die Offshore-Windenergie in der Nord- und Ostsee ist in den vergangenen Monaten in die Krise geraten. Zahlreiche Windparks konnten, etwa aufgrund von Winterstürmen, nicht so schnell wie geplant gebaut werden – dazu drängelt das Problem mit den Netzanschlüssen. Auch die Finanzierung der Hochsee-Windparks ist ins Stocken geraten. Doch jetzt gibt es wieder mal ein paar positive Zeichen von der Offshore-Front: Die Energieversorger EWE und DONG Energy sind mit ihren Offshore-Windparks ein gutes Stück vorangekommen.

Offshore-Windpark Gode Wind 1 und 2Hamburg, Hannover / Offshore-Windenergie News. DONG Energy und Nexans Deutschland haben am (heutigen) Montag im Beisein des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil einen Zusatzvertrag zur Lieferung und Montage von Mittelspannungskabeln für die deutschen Offshore-Windparks Gode Wind 1 und 2 unterzeichnet. Diese neue Vereinbarung ist Teil eines Gesamtrahmenvertrags über die Lieferung von bis zu 900 km Seekabel zur parkinternen Verkabelung.

Der Auftrag für Gode Wind umfasst 140 km der 34-kV-Seekabel, die die einzelnen Windturbinen untereinander sowie an die Offshore-Umspannplattform anschließen. Der Bau der Windparks Gode Wind 1 und 2 beginnt vor der niedersächsischen Küste im Frühjahr 2015, unmittelbar nach Fertigstellung des sich derzeit im Bau befindlichen Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 1.

Gode Wind 1 und 2 werden eine Gesamtkapazität von 582 MW haben und erzeugen damit so viel grünen Strom, um umgerechnet rund 600.000 deutsche Haushalte zu beliefern. Die Gesamtinvestition für beide Projekte liegt bei rund 2,2 Milliarden Euro.

Offshore-Windpark Riffgat geht ans Netz

Der Offshore-Windpark Riffgat von EWE wurde im August 2013 offiziell eröffnet, lieferte bislang aber keinen Strom.
Der Offshore-Windpark Riffgat von EWE wurde im August 2013 offiziell eröffnet, lieferte bislang aber keinen Strom.

Unterdessen haben EWE und TenneT Fortschritte beim Anschluss des Nordsee-Windparks Riffgat  zu vermelden. In den kommenden Tagen soll der Offshore-Windpark von EWE ans Stromnetz angeschlossen werden. Die „Aufschaltung“ soll nach jetziger Planung dann am 12. Februar stattfinden. „Anschließend nehmen die 30 Windkraftanlagen nach und nach ihren Betrieb auf, sodass wir im Verlauf des zweiten Quartals komplett einspeisen werden“, so Werner Brinker, Vorstandschef von EWE, in der Süddeutschen Zeitung.

Bereits im vergangenen Sommer war der Offshore-Windpark offiziell eröffnet worden. Aufgrund des Fundes von Bomben und Munition verzögerte sich die Verlegung des Netzanschlusses aber um mehr als ein halbes Jahr. In der Zwischenzeit mussten Dieselgeneratoren eingesetzt werden, um den Windpark mit Strom zu versorgen.

Riffgat ist somit der vierte Offshore-Windpark, der in deutschen Gewässern den Betrieb aufnehmen wird. Die 30 Windräder haben eine Leistung von 108 Megawatt und versorgen bei Wind 120.000 Haushalte. Jede der 30 Windkraftanlagen hat eine Leistung von 3,6 Megawatt bei einem Rotordurchmesser von 120 Metern. Die Nabenhöhe beträgt 90 Meter und entspricht damit der Höhe des Bremer Doms, die Gesamthöhe der Anlage beträgt von der Wasseroberfläche bis zur oberen Rotorblattspitze 150 Meter. Die Kolosse des Typs SWT-3.6-120 von Siemens wurden von Dänemark aus zu ihrem Bestimmungsort transportiert und in 18 bis 23 Metern Wassertiefe verankert, wobei neuartige Schallschutzverfahren zum Einsatz kamen, um Meeressäuger zu schonen.

Errichtet wurden die Anlagen von der Offshore-Windpark RIFFGAT GmbH & Co. KG, einer gemeinsamen Gesellschaft der EWE VERTRIEB GmbH (90 Prozent) und der ENOVA Energiesysteme GmbH & Co KG (10 Prozent). Acht weitere Windparks in Nord- und Ostsee sind derzeit im Bau.

(Dieser Beitrag erschien am 3.2.2014 auf CleanThinking.de)

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