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Ökonomen fordern Systemwechsel beim EEG

2 19

Cleantech & Politik News / Berlin. Deutschlands Ökonomen halten das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für ineffizient und fordern einen Wechsel der Fördersystematik. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von Wirtschaftswissenschaftlern im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche (WiWo). Danach geben 60 Experten an, dass das EEG den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht kosteneffizient fördert. Nur neun Experten sind anderer Ansicht. An der Umfrage haben sich 72 Professoren der Wirtschaftswissenschaften beteiligt.

Initiative neue soziale MarktwirtschaftUm die Kosteneffizienz der Energiewende zu erhöhen, fordert fast die Hälfte der Ökonomen eine Veränderung in der Art der Förderpolitik. Insbesondere sollte der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Technologien der erneuerbaren Energiegewinnung gestärkt werden. „Die bestehende Fördersystematik verhindert Wettbewerb zwischen den erneuerbaren Energien. Die Energiewende wird so unbezahlbar. Ein Quotensystem, wie es die Monopolkommission vorgeschlagen hat, stärkt den Wettbewerb und senkt die Kosten“, kommentiert Prof. Dr. Justus Haucap, Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) und Vorsitzender der Monopolkommission, der an der Umfrage teilgenommen hat.

Die hohen Kosten der Energiewende könnten nach Expertenmeinung die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands negativ beeinflussen. Negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum fürchten die Ökonomen vor allem kurzfristig, wenn die derzeitige Fördersystematik der Energiewende beibehalten wird. „Die Kosten für die Energiewende laufen aus dem Ruder. Die Energiewende wird zur Gefahr für Wachstum und Wohlstand in Deutschland“, warnt der Geschäftsführer der INSM, Hubertus Pellengahr und fordert eine Abkehr von der bestehenden Fördersystematik. „Der Ausbau erneuerbarer Energien kann nur gelingen, wenn wir bei deren Förderung die marktwirtschaftlichen Prinzipien nicht unter den Tisch kehren. Die Energiewende braucht einen Ordnungsrahmen, der die Kräfte des Marktes nutzt und nicht unterbindet“, so Pellengahr weiter.

Weniger pessimistisch bewerten die Ökonomen dagegen die Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit. 44 Ökonomen glauben, dass kurzfristig die Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Langfristig sehen sogar 52 Experten keine Beeinträchtigungen. Immerhin 28 Professoren rechnen jedoch, zumindest kurzfristig, mit einer Gefährdung des hohen Versorgungsstandards in Deutschland. Vor allem der Ausbau der Netze (38 Experten) und der Speicherkapazitäten (41 Experten) bereitet den Wirtschaftswissenschaftlern Sorge.

Im Rahmen des IW-Expertenvotums wurden Professoren der Wirtschaftswissenschaften, die an Universitäten in Deutschland tätig sind, zwischen dem 12. und 30. März online befragt. Insgesamt haben sich 72 Professoren an der Umfrage beteiligt. Die Umfrage ist Teil des Deutschlands Checks, einer Dauerstudie im Auftrag der INSM und der WirtschaftsWoche.

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% S Kommentare
  1. Thomas sagt

    Das ISMW und seine selbst gebauten & Interessen geleiteten Konsensmeinungen.
    Wirtschaftswissenschaftler halten auch den „idealen Markt“ für das effizienteste System um ALLE Probleme der Welt zu lösen. Sie verbreiten diese Ansicht auch sehr gerne als politische Leitlinie, obwohl die Herren Professoren, durch Ihr lautstarkes Schweigen vor der Finanzkrise schon bewiesen haben, dass Sie noch nicht mal von ihrem Fach eine Ahnung haben…
    Sie haben auch noch nie erklären können, wie der Markt von selbst Probleme wie den Klimawandel oder die steigende Abhängigkeit von Energieimporten von fragwürdigen Förderländern (Russland, Iran, Saudi Arabien,…) löst.

    Das der Energiemarkt kaum ein Kriterium eines idealen Marktes erfüllt, allein schon wegen Jahrzehnte der Subvention, Staatskontrolle und Planwirtschaft, dass diskutiert die Konsensmeinung die hier vom ISMW verbreitet wird auch nicht.

    Da das EEG mit der Einspeisevergütung als das weltweit erfolgreichste Model gilt, ist dies nur wieder ein Versuch der ewig gestrigen, etwas Sand in das Getriebe des Fortschritts zu streuen.

    100% Wolfgang Clement finden das EEG auch schlecht, aber Geld von E.On toll. Die Selbe Aussagekraft hat diese Nachricht.

  2. Andy sagt

    Da mittlerweile auch bei der Photovoltaik die Einspeisevergütung geringer ist, als der Haushaltsstrompreis sollte man auch generell über das System diskutieren. Auch ein Wettbewerb zwischen den Energieträgern wäre denkbar, wobei man beachten muss, dass bei Ökostrom ein Mix wichtig ist und Wind, Sonne, Wasser und Bioenergie sich gut ergänzen, bzw. alle benötigt werden, da einer allein nicht ausreicht.

    Die Ökonomen wissen vermutlich genau, was die Strompreise teuer macht. Ich habe den Eindruck sie werden instrumentalisiert im Sinne der alten Energieversorger, die ihren teuren Spitzenlaststrom mittags nicht mehr verkaufen können. Die INSM ist ja bekannt als Lobbyorganisation einzelner großer Unternehmen – und nicht dafür, dass sie für die gesamte Industrie spricht.

    Was ist die Alternative? Das Qeuotenmodell hört sich nach Planwirtschaft an und das Ausschreibungsmodell, das als Alternative genannt wird, ist als eine eher teuere Lösung bekannt. Daher, ist für mich noch keine ernsthafte Alternative im Gespräch.

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