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Zukunft der Elektromobilität? Das Projekt Open Source Battery

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Homepage des Projekts Open Source BatteryEnergiespeicher News / Berlin. Batterien heutiger Elektrofahrzeuge haben zwei entscheidende Nachteile: extrem hohe Preise bei gleichzeitig geringer Speicherkapazität und Leistungsfähigkeit. Sie ermöglichen heute in der Regel nur eine geringe Reichweite, was viele potenzielle Nutzer abschreckt. Hinzu kommt, dass die notwendige Infrastruktur, um E-Fahrzeuge mit Energie zu versorgen, bislang nur unzureichend entwickelt ist.

Investition in ein gemeinsames Netzwerk

Der weitere Ausbau dieser Strukturen wird aktuell von unterschiedlichen Allianzen aus Automobilherstellern, Infrastruktur-Anbietern und Energieunternehmen vorangetrieben. Dabei setzen die Player auf unterschiedliche Systeme und Technologien, die nicht kompatibel sind. Sinnvoller wäre die Investition aller Marktteilnehmer in ein gemeinsames Netzwerk. Die Förderung konkurrierender Netzwerke, verlangsamt den Umstieg von Verbrennungsmotoren hin zur Elektromobilität anstatt diesen zu beschleunigen.

Allgemeingültige Standards als Voraussetzung

Voraussetzung, um ein gemeinsam nutzbares Netzwerk zu schaffen, sind allgemeingültige Standards, die eine Kompatibilität von Produkten unterschiedlicher Hersteller ermöglichen. Das wäre insbesondere für Zulieferer interessant, da sie die Massenproduktion ihrer Produkte mit wachsender Kundenzahl schneller in Profit umwandeln könnten. Zudem verringert sich ihr Risiko, Produkte für ein ggf. später obsoletes Netzwerk zu entwickeln.

Das Projekt Open Source Battery (OSB) hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Batterie für elektrisch betriebene Fahrzeuge mit den gleichen Methoden zu entwickeln, die seit Jahren die Verbreitung von Open Source Software beflügeln. Kernstück wäre die Auslagerung der Entwicklungsarbeit in ein offenes, kollaboratives Netzwerk und damit die Nutzung gemeinsamen Wissens. Mit dem Ergebnis: eine Batterie, die durch jeden hergestellt und von jedem verwendet werden darf. Die OSB wird zur Open Hardware.

Open Hardware ist das auf materielle Güter bezogene Äquivalent zur Open Source Software. Wie bei dieser ist auch hier der frei verfügbare Quellcode/Bauplan das grundlegende Prinzip. Aber anders als bei einer Software, die durch frei verfügbare Quellcodes nahezu kostenlos produziert werden kann, entstehen bei der Produktion eines materiellen Guts stets Kosten. Ein Open Hardware Produkt kann darum verkauft werden.

Kommerzielle Nutzung durch Dritte

Die OSB soll unter Open Hardware Bedingungen entwickelt werden, ihr Bauplan frei verfügbar sein. Die Batterie kann sowohl durch Einzelpersonen als auch durch Unternehmen weiterentwickelt und hergestellt werden. Eine kommerzielle Nutzung durch Dritte ist unbedingt erwünscht.

OSB bietet eine offene Plattform auf der Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Nutzer in einem kollaborativen Prozess den Grundstein für ein gemeinsam nutzbares Netzwerk legen. Jeder Wissensbeitrag, der in das Projekt eingebracht wird, darf von allen Teilnehmern genutzt werden. Dieser Wissenstransfer und der offene Austausch führt schließlich zu einem Mehr an Information, führt zu einer schnelleren Verbreitung der Batterie-Technologie und damit zu einem besseren Produkt.

Gewinn für Nutzer und Hersteller

Das im OSB Projekt entwickelte Wissen ist öffentliches Gut. Es darf lizenzfrei ins jeweils eigene Produkt inkorporiert werden. So kann sich die Technologie in kurzer Zeit weiterentwickeln und der Preis wird durch konkurrierende Massenproduktionen reguliert. Ein Gewinn für die Nutzer und Hersteller und ein Schritt hin zu effizienter E-Mobilität.

Weitere Informationen: https://opensourcebattery.org/

(Herzlichen Dank an Enno Wichmann für diesen Gastbeitrag. Die CleanThinking.de-Redaktion)

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1 Kommentar
  1. […] Open Source Battery: Enno Wichmann erläutert, wie er mit dem Projekt Open Source Battery (OSB) die E-Mobilität nach dem Vorbild freier Software vorantreiben will. Das Ziel, eine Batterie zu entwickeln, die durch jeden hergestellt und von jedem verwendet werden darf, erscheint allerdings recht unrealistisch. cleanthinking.de […]

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