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Cleantech Ostdeutschland: Bilanz des BMU 20 Jahre nach der Wiedervereinigung

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Richtfest der aus dem BMU-Umweltinnovationsprogramm (UIP) geförderten Anlage im Gemeinschaftsklaerwerk Bitterfeld-Wolfen. (Foto: Thomas Koeler/photothek.net, BMU)
Richtfest der aus dem BMU-Umweltinnovationsprogramm geförderten Anlage im Gemeinschaftsklärwerk Bitterfeld-Wolfen (Foto: Thomas Koeler/ photothek.net, BMU)

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit, hat das Bundesumweltministerium eine Bilanz gezogen, wie sich die Cleantech-Branche in Ostdeutschland entwickelt hat. Dabei kommt das BMU zunächst zu der Erkenntnis, dass die Umweltsanierung den Weg zum wirtschaftlichen Strukturwandel in Ostdeutschland geebnet und dynamisch gestaltet habe durch den schrittweisen Aufbau einer modernen Umweltschutzinfrastruktur und die Errichtung neuester, mit effizienter Umwelttechnologie ausgestatteter Produktionsanlagen, so das BMU, seien die Voraussetzungen für eine nachhaltige, dynamische Wirtschaftsstruktur und eine starke Umweltbranche geschaffen worden.

Dies gelte nicht nur für Kraftwerke, Kläranlagen und Abfallentsorgungsanlagen, sondern auch für Produktionsanlagen zur Zementherstellung oder zur Herstellung von Ziegeln und Keramiken. Die modernsten technologischen Verfahren in der Bodensanierung und Umweltanalytik sowie das damit verbundene Know-How fließen in die Zusammenarbeit mit Ländern Mittel- und Osteuropas, Asiens und Lateinamerikas ein.

Darüber hinaus, so das BMU, hätten die ostdeutschen Bundesländer einen wichtigen Anteil am Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Auf der Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und mit Unterstützung weiterer Fördermaßnahmen der EU, des Bundes und der Länder legte die Stromerzeugung aus Wind-, Sonnen- und Bioenergie weiter zu. Nach Angaben des Deutschen Windenergie-Institutes (DEWI) waren im Jahr 2008 rund 36 Prozent aller deutschen Windenergieanlagen in den östlichen Bundesländern installiert. Aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Leistungsfähigkeit stellten sie mit etwa 9.800 MW installierter Leistung mehr als 40 Prozent der insgesamt in Deutschland vorhandenen Windenergiekapazität bereit.

Auch im Bereich der Photovoltaik ist Ostdeutschland äußerst erfolgreich. Weltweit stammt jede sechste Solarzelle aus den neuen Bundesländern. Die ostdeutsche Photovoltaikindustrie konzentriert sich insbesondere in Mitteldeutschland. Dort wurde die Initiative „Solar Valley“ gebildet, die zahlreiche Solarfirmen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst und in den Unternehmen des „Solar Valley“ allein 2.200 Arbeitsplätze bietet.

Auf dem sanierten Gelände des ehemaligen Chemiekombinats in Bitterfeld-Wolfen haben sich ein großer deutscher Pharma-und Chemiekonzern sowie etwa 360 kleinere Firmen der Chemie-und Pharmabranche angesiedelt. Rund 11.000 Menschen arbeiten hier. Die enormen Veränderungen, die sich seit der Einheit vollzogen haben, sind eine Erfolgsgeschichte, die nicht nur den Wandel der Chemieregion Halle-Leipzig-Bitterfeld von der einstigen Dreckschleuder zum Referenzstandort modernster Umwelttechnologien betrifft, sondern alle neuen Länder.

Die neuen Länder sind heute ein attraktiver Standort für die Neuansiedlung junger, innovativer Unternehmen und Forschungseinrichtungen geworden. Umwelt- und Energietechnologien sind in Ostdeutschland überdurchschnittlich stark vertreten.

Im Bereich der erneuerbaren Energien waren bezogen auf die gesamte Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2009 über 300.000 Personen beschäftigt; das ist gegenüber dem Jahr 2004 (rund 160.000) ein Anstieg von 88 Prozent. Hiervon dürften etwa 23 Prozent in den östlichen Bundesländern angesiedelt sein, wo durch die Förderung der erneuerbaren Energien bestehende Arbeitsplätze gesichert und industrielle Neuansiedlungen ermöglicht wurden.

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