Plastic Energy und Total: Erste Anlage für chemisches Recycling in Frankreich

Total nimmt Pyrolyseöle aus Spanien ab, um Polymere umweltfreundlicher herzustellen.

Der Energiekonzern Total und das Cleantech-Unternehmen Plastic Energy haben sich verbündet, um die erste Anlage für chemisches Plastik-Recycling in Frankreich zu errichten. Die Anlage, die in Grandpuits auf dem Total-Gelände entstehen soll, wird ab Anfang 2023 eine Kapazität von 15.000 Tonnen pro Jahr haben. Chemisches Recycling ist eine saubere Technologie, die zur Wiederverwertung von konventionell schwer recycelbaren Kunststoffabfällen führt – und deren Verbrennung verhindert.

Plastik-Recycling ist eine komplexe Herausforderung, für die es nicht die eine Lösung schlechthin geben kann. Dazu sind die erzeugten Kunststoffe zu unterschiedlich – alleine die Farbe etwa von PET-Flaschen macht bei der Möglichkeit der Wiederverwertung einen entscheidenden Unterschied. Ist eine technische Lösung gefunden, scheitern viele Projekte bis heute oft daran, dass sie schlicht nicht wirtschaftlich sind.

Plastic Energy ist eines der wenigen Unternehmen weltweit, die eine kommerzielle Technologie in Spanien in Betrieb haben. Durch Partnerschaften wie der mit Total will das Unternehmen nun global expandieren – allein für Indonesien ist der Aufbau von fünf Recycling-Anlagen in Planung. Neben Frankreich soll auch Großbritannien eine erste solche Anlage erhalten.

Total will mit der Partnerschaft die Polymer-Produktion sauberer machen. Bis 2030 hat sich der Konzern vorgenommen, 30 Prozent dieser Polymere aus recycelten Materialien herzustellen. Die Produktion geschieht im Geschäftssegment Refining & Chemicals von Total.

Die Kooperation beginnt aber nicht erst 2023: Vertraglich hat sich Total dazu verpflichtet, einen Teil der Pyrolyseöle, die von Plastic Energy in Spanien produziert werden, abzunehmen. Das sogenannte TACOIL wurde bereits erfolgreich in der petrochemischen Plattform von Total in Antwerpen verarbeitet. Die Eigenschaften der produzierten Polymere werden mit denen der unbehandelten Polymere identisch sein und speziell für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt geeignet sein.

Die Zusammenarbeit mit Total wird zum Entstehen eines innovativen neuen Industriesektors für Recycling beitragen, der sowohl die steigende Nachfrage nach hochwertigen Recyclingmaterialien als auch die Notwendigkeit einer echten Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffen erfüllt.

Carlos Monreal, Gründer und CEO von Plastic Energy

Plastic Energy steht an der Spitze des Einsatzes und der Entwicklung einer chemischen Recyclingtechnologie zur Umwandlung von traditionell nicht wiederverwertbaren Kunststoffabfällen in Kohlenwasserstoffprodukte (TACOIL), die zur Herstellung von recycelten Kunststoffen in Neu-Qualität verwendet werden. Plastic Energy betreibt derzeit zwei kommerzielle Anlagen in Spanien rund um die Uhr an 330 Tagen im Jahr.

Plastic Energy ist eines der wenigen Unternehmen weltweit, das Millionen Liter recycelter Öle (TACOIL) aus der Umwandlung von Kunststoffabfällen am Ende ihres Lebenszyklus verkauft hat und dabei eine patentierte Technologie anwendet. Es ist in seinem Bereich führend beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Kreislaufwirtschaft für Plastik bzw. Kunststoffe.

Wie umweltfreundlich die Technologie von Plastic Energy ist, zeigt auch der Umstand, dass das Cleantech-Unternehmen u.a. mit dem WWF und der Ellen McArthur Foundation zusammenarbeitet.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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