Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Projekt Dial4Light in Dörentrup: Handy als Lichtschalter

Dörentrup in Nordrhein-Westfalen schaltet im Projekt Dial4Light die Straßenlaternen je nach Bedarf - Cleantech im praktischen Einsatz

0 279

Revolution in Dörentrup: In der kleinen Gemeinde in Nordrhein-Westfalen können Fußgänger oder Fahrradfahrer seit einiger Zeit in der Nacht die Straßenbeleuchtung mit ihrem Handy aktivieren. Dial4Light heißt das innovative Projekt, das deutschlandweit Schule machen könnte. Die Gemeinde hat, wie viele Gemeinden in Deutschland, aus Kostengründen nachts die Straßenbeleuchtung zwischen 23 Uhr und 6 Uhr abgeschaltet. Seitdem mussten die Bürger unbeleuchtet durch die Nacht schreiten. Bis ein findiger Bürger von Dörentrup die Idee zum Handy-Lichtschalter hatte – eine Idee, die die Stadtwerke Lemgo sofort umsetzten und ein Jahr lang testeten. So einfach kann Cleantech sein!

Ergebnis: Die Tests verliefen exzellent, die Stadtwerke schalten die Lampen ab sofort früher ab und nur bei Bedarf an – und, die Stadtwerke Lemgo beginnen noch in diesem Monat mit der weltweiten Vermarktung ihrer ganz besonderen Lichtlösung. Dial4Light heißt das Konzept passender weise und funktioniert so: Bürger von Dörentrup oder Besucher registrieren sich einmal auf www.dial4light.de und hinterlassen dort ihre Handy- oder Festnetznummer.

Anschließend notieren sie sich die Telefonnummer, die sie zum Anschalten der Straßenbeleuchtung anrufen sollen sowie die jeweiligen Codes, die die einzelnen Straßenzüge beleuchten. Sind sie unterwegs oder verlassen sie gerade das Haus auf dem Rückweg einer Party, genügt der Anruf bei der Telefonnummer sowie die Eingabe des Codes und wenige Sekunden später ist der Heimweg beleuchtet. Immerhin 10 bis 15 Minuten leuchtet die Straßenbeleuchtung aufgrund des Anrufes.

CO2-Einsparung dank Dial4Light-Idee

Vorteil für die Gemeinde: Allein dort werden pro Jahr auf diesem Wege 20 Tonnen CO2 und immense Stromkosten eingespart. Der Bürger trägt lediglich die Telefonkosten. Natürlich lohnt sich ein derartiger Mechanismus nicht unbedingt für große Städte, die auch nachts noch recht belebt sind. Aber für kleine Gemeinden ist die einfache und kostengünstige Umsetzung der Stadtwerke Lemgo allemal lohnenswert: Die Technik funktioniert über ein Modem, das den Ein- und Ausschalteimpuls auslöst.

Lesen Sie auch, wie Kieselbronn mit dem Thema Straßenbeleuchtung im Sinne von Energieeffizienz umgeht.

Das könnte dir auch gefallen
Keine Kommentare
  1. einmenschohnehut sagt

    Langsam nervt mich dieser Hype um das Licht per Anruf/SMS.
    Es wird auf allen Sendern und in jedem Print-Medium darüber berichtet und das überwiegend blind optimistisch.
    Mich stört einiges allerdings gewaltig:
    Nicht nur, dass der Bürger hierbei für die Verbindungskosten aufkommen muss, jeder ohne Handy aufgeschmissen ist, Diebe, Einbrecher und Sittenstrolche einen Freifahrtschein bekommen, der Überwachungsstaat de facto nachvolliehen kann, wer wann wo das Licht an gemacht hat und das ganze Vorhaben ökologischer Nonsens ist:
    Würde man dieses System flächendeckend einführen entstehen auch gleich noch einmal hohe Betriebs- und Wartungskosten für diese High-Tech-Leuchten.
    Das zahlt der Bürger dann an Steuern nochmal oben drauf.
    Ersparnis tendiert gegen null.
    Effektiver Nutzen ebenfalls.
    Viel sinniger wäre es doch, ein paar Mio. in die Bio-Lumineszenz-Forschung zu stecken, um biochemisch unendlich Licht zu erzeugen; ich zitiere hier wikipedia als Anreiz:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Biolumineszenz
    siehe: die Qualle Aequorea victoria
    „Da es im Laufe der Reaktion nicht wie andere Luciferine chemisch umgewandelt wird, sondern nach der Emission des Lichts in seinen Ausgangszustand zurückgelangt, ist es unbegrenzt wiederverwertbar.“

    Wieso nutzt man die Gentechnik nicht abwechslungsweise mal sinnvoll?

    PS: da ich auf diese Idee noch kein Patent angemeldet habe, steht es den sog. Erfindern frei meine Idee umzusetzen und einen riesen Reibach zu machen 😉

  2. Bernd Frieboese sagt

    Man hätte natürlich auch Schalttaster wie bei einer normalen Treppenlichtschaltung an einzelnen Laternenmasten anbringen können, oder Bewegungsmelder.
    Meines Erachtens wird der Zugang zu der Laternenschaltung durch den Umweg über das Mobiltelefonnetz unnötig erschwert.

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More