PV-Anlagen abschalten raten Experten (Bild: KI)Negativer Strompreis: PV-Anlagen abschalten am 1. Mai
Experten raten: „Schaltet Eure PV-Anlagen ab!"
PV-Anlagen abschalten: Strompreis fällt auf minus 855 Euro: Lion Hirth und Philipp Schröder warnen
„Schaltet Eure PV-Anlagen ab!" Die gestrige Aufforderung von Energieökonom Prof. Lion Hirth auf Linkedin ist unmissverständlich. Um 14 Uhr zeigt der heutige Intraday-Markt (SIDC IDA1) einen Strompreis von minus 855 Euro pro Megawattstunde. Im regulierten Day-Ahead-Handel, der bei minus 500 Euro pro Megawattstunde gedeckelt ist, liegt der Preis von 12:45 bis 14:30 Uhr durchgehend an diesem Limit, sieben Viertelstunden am Anschlag. Es ist der tiefste Wert, den das deutsche Stromsystem je erreicht hat.
Nur fünf Tage zuvor hatte der Strompreis am Sonntag minus 480 Euro pro Megawattstunde erreicht. Heute liegt er 75 Prozent tiefer im Intraday-Markt. Bei Octopus Energy, einem Anbieter dynamischer Stromtarife, bekommen Kunden zwischen 13 und 14:30 Uhr mehr als 42 Cent pro Kilowattstunde gutgeschrieben. Um 19:45 Uhr liegt der Arbeitspreis bei plus 44 Cent. Die Spreizung innerhalb eines einzigen Tages: 87 Cent pro Kilowattstunde.
Neben dem Professor von der Hertie-School Hirth meldet sich Philipp Schröder, CEO von 1Komma5°, auf LinkedIn zu Wort. Seine Nachricht richtet sich ebenfalls direkt an die fünf Millionen Besitzer von Solaranlagen in Deutschland: Wer etwas für die Versorgungssicherheit tun wolle, solle sich eine Steuerbox und einen Smart Meter besorgen. An die Verteilnetzbetreiber gerichtet, wird Schröder deutlich:
„Es ist eine Schande, wie günstiger, sauberer Strom im Überfluss weggeschmissen wird, weil die nötige Infrastruktur an Smart Metern und Steuerungsboxen fehlt.”
So werde der Allgemeinheit sauberer Strom im Überfluss vorenthalten.
Hirth und Schröder unterscheiden sich in der Rolle. Hirth argumentiert als Wissenschaftler, der die Systemlogik erklärt. Schröder argumentiert als Unternehmer, der Steuerboxen und Smart Meter verkauft. Beide kommen zum selben Befund: Das deutsche Stromsystem hat kein Erzeugungsproblem. Es hat ein Flexibilitätsproblem. Und am 1. Mai 2026, einem Tag mit extremer Solarstrahlung und minimaler Industrielast, wird dieses Problem sichtbar wie nie zuvor.
Von der Bundesnetzagentur: keine Warnung, keine Einordnung, keine Kommunikation an Anlagenbetreiber. Von den 851 Verteilnetzbetreibern in Deutschland: keine öffentliche Reaktion auf den Rekord-Negativpreis.
851 Netzbetreiber an der Belastungsgrenze
Am Tag zuvor hat das Handelsblatt eine Recherche von Klaus Stratmann veröffentlicht, die erklärt, warum die institutionelle Reaktion ausbleibt. Deutschland hat 851 Stromverteilnetzbetreiber, überwiegend kommunale Stadtwerke. Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), räumt ein, dass das Transformationstempo Netzbetreiber an ihre Grenzen bringe, „unabhängig von ihrer Größe”.
Eine BET-Studie im Auftrag des VKU stellt fest, dass insbesondere kleinere und mittlere Netzbetreiber über begrenzte Ressourcen und eingeschränkte Möglichkeiten zur internen Spezialisierung verfügen.
Im Klartext: Viele der 851 Netzbetreiber haben weder die Smart-Meter-Infrastruktur noch die digitalen Systeme, um an einem Tag wie dem 1. Mai 2026 steuernd einzugreifen. Der Digitalisierungsrückstand ist strukturell. Deutschland liegt beim Smart-Meter-Ausbau bei 5,5 Prozent. Frankreich, Italien und Skandinavien liegen über 90 Prozent.
Der BNetzA-Chef will Speicher zur Kasse bitten
Zwei Tage vor dem Rekord-Negativpreis hat BNetzA-Präsident Klaus Müller im Handelsblatt einen Gastkommentar veröffentlicht und den umstrittenen AgNes-Prozess beschrieben. Titel: „In der Netzkostenverteilung ist mehr Fairness geboten.” Müller argumentiert darin für eine neue Netzentgeltsystematik (AgNes), die auch Speicherbetreiber und Einspeiser an den Netzkosten beteiligen soll. Prosumer, also Haushalte mit eigener PV-Anlage, sollen über einen höheren Grundpreis stärker herangezogen werden.

Müller benennt das Problem selbst korrekt: „Es gibt im System heute keine Anreize, die flexibles Verhalten belohnen, eher im Gegenteil.” Die Engpassmanagementkosten beziffert er für 2025 auf 3,1 Milliarden Euro. Sein Lösungsvorschlag: dynamische Netzentgelte, die mit der Belastung des Netzes variieren, und Baukostenzuschüsse für Netzanschlüsse.
Was in Müllers Text fehlt, ist die Dringlichkeit auf der Angebotsseite. Er schreibt den Satz „Wir brauchen noch viel mehr davon” über Speicher. Der gesamte Gastkommentar handelt jedoch davon, wie Speicher, Einspeiser und Prosumer mit neuen Kosten belastet werden sollen. Am 1. Mai 2026 zeigt das System, dass es mehr Speicher braucht, nicht neue Hürden für ihren Ausbau.
Was Verbraucher heute tun können
Der 1. Mai 2026 ist kein Ausreißer. Prognosen rechnen für 2026 mit 700 bis 900 Stunden negativer Strompreise. Pfingsten, Christi Himmelfahrt und jedes sonnige Wochenende im Sommer werden ähnliche Situationen produzieren. Wer das System entlasten und gleichzeitig profitieren will, hat konkrete Hebel.
Kurzfristig: Verschieben Sie Stromverbrauch in die Mittagsstunden zwischen 11 und 15 Uhr. Laden Sie das Elektroauto, lassen Sie Waschmaschine und Geschirrspüler laufen, heizen Sie den Warmwasserspeicher auf. Wenn Sie eine PV-Anlage ohne Speicher betreiben und keinen dynamischen Tarif haben:
Schalten Sie die Einspeisung an Tagen wie diesem ab, sofern Ihr Wechselrichter das erlaubt, oder verbrauchen Sie den Strom selbst.
Mittelfristig: Wechseln Sie zu einem dynamischen Stromtarif und lassen Sie einen Smart Meter einbauen. Denken Sie über einen Batteriespeicher nach. Die Spreizung von 87 Cent an einem einzigen Tag zeigt, welches wirtschaftliche Potenzial in der Flexibilität liegt. Prüfen Sie auch, ob Ihr Netzbetreiber als Messstellenbetreiber tatsächlich die beste Wahl ist.
Wettbewerbliche Messstellenbetreiber wie Countrol, Octopus, Tibber oder 1Komma5° sind oft schneller und auf dynamische Tarife ausgerichtet.
PV-Anlagen abschalten? Prosumer sind nicht das Problem
Die fünf Millionen Haushalte mit PV-Anlagen in Deutschland haben in die Energiewende investiert, häufig mit fünfstelligen Summen. Sie produzieren am 1. Mai 2026 den billigsten Strom, den das Land je gesehen hat. Dass dieser Strom das Netz belastet statt es zu entlasten, liegt nicht an den Anlagen. Es liegt an einem System, das nach Jahrzehnten politischer Verzögerung beim Smart-Meter-Rollout immer noch im Blindflug operiert.
Die Große Koalition hat den Smart-Meter-Ausbau 2016, im Grunde bereits 2009, beschlossen und anschließend durch überkomplexe Zertifizierungsanforderungen faktisch blockiert. Zehn Jahre später liegt die Ausbauquote bei 5,5 Prozent. Wer heute Prosumer als Trittbrettfahrer des Netzes darstellt, verwechselt Ursache und Wirkung. Die Infrastruktur, die Erzeugung und Verbrauch synchronisieren könnte, wurde politisch ausgebremst. Die Menschen, die trotzdem in Solaranlagen investiert haben, sind dafür nicht verantwortlich.
Der 1. Mai 2026 zeigt in aller Deutlichkeit: Deutschland hat keinen Mangel an sauberer Energie, sondern einen Mangel an politischem Willen, diese Energie intelligent zu nutzen.
[…] Negativer-Strompreis-Tag cleanthinking.de […]
Die KI sagt das. In der Praxis liegt das Maximum von PV im Netz bei optimalen Wetterbedingungen jedoch eher bei 70% bis 85% der Nennleistung. Berechnung: Bei 118 GWp installierter Leistung sind ~80–90 GW zur Mittagszeit unter extrem seltenen, idealen Bedingungen das physikalische Maximum, nicht aber die 118 GW selbst.
Das bisherige Maximum an PV im Netz liegt bei nur etwas über 50 GW. Nicht bei 80-90 GW, die möglich sein sollten. Da fehlen 30-40 GW.
Soweit ich das gerade in den Daten sehen konnte steigt der Anteil von PV im Netz nie über 40-50 GW. Obwohl PV stetig ausgebaut wird.
Zwischen 13-14 Uhr hatten wir einen Strompreis von -500€/ MWh bei rund 60.000 MWh Stromerzeugung. Macht ca. -30 Mio. € nur in dieser 1 Stunde.
Zudem wurde deutlich die Produktion von Windstrom und PV abgeregelt. Wind um ca. 10 GW. PV um ca. 40 GW. Die inst. Anlagenleistung liegt bei PV bei 100 GW. Keine 50 GW kamen rein bei vollen Sonnenschein.
Michael, Du hast ein Faktenproblem.
Ein erheblicher Teil des erzeugten Solarstroms fließt direkt in den Eigenverbrauch der Haushalte und erscheint gar nicht erst in der Börsenstatistik. Was an der Börse als „nicht eingespeist“ aussieht, wird also nicht abgeregelt, sondern vor Ort verbraucht. Die tatsächlich abgeregelte Menge ist deutlich geringer als die Differenz zwischen installierter Leistung und Börseneinspeisung suggeriert.
Und: Jede Stunde, in der Erneuerbare die fossile Erzeugung ersetzen, spart Deutschland im Schnitt über 11 Millionen Euro an Importkosten. Heute waren das acht solcher Stunden. Das sind über 90 Millionen Euro, die nicht nach Russland, Katar oder Norwegen geflossen sind.
Grüße aus Leipzig,
Martin Jendrischik
Bitte Fakten dazu. Wir haben gemäß ElectricityMaps 101 GW an inst. PV-Leistung, wo heute max. 46 GW zur Mittagszeit bei stahlenden Sonnenschein rein kamen. Die fehlenden 50% sollen in Eigenverbrauch sein?
Unter den 101GW installierter Leistung fallen auch meine 13,35kWp. Nur erzeugt die Anlage nie 13,35kW! Warum nicht? Es ist eine Ost-/Westanlage! Sie bringt in der Spitze „nur“ 7kW!
Merkst du was? Dann gibt es die neueren Anlagen die bei 60% abgeregelt sind. Also Anlagen die mit gezählten 10kWp nur max.6kW liefern. Deren Modulleistung aber komplett in deine 101GW mit einfließen. Alle älteren Anlagen über 7kWp sind grundsätzlich bei 70% abgeregelt. Sie bringen also auch nur max. 70% ihrer möglichen Leistung. Die installierte Leistung hat nichts mit der tatsächlich möglichen Leistung zu tun.
Eine Anlage darf nur 100% einspeisen, wenn sie vom Netzbetreiber regelbar ist. Und jetzt stell dir mal die Frage warum nicht einfach PV-Anlagen aus dem Netz genommen werden, wenn der Strompreis ins Negative fällt. Warum in der Zeit sogar fossile Kraftwerke weiter laufen. Warum importieren wir in dieser Zeit sogar noch Strom aus zb. der Schweiz oder Frankreich?
Wie funktioniert das wenn doch alles so schlimm und kurz vor dem Zusammenbruch ist, so wie dieser Outdoor-Heini uns immer wieder glauben machen will?
Übrigens laut diesem Typen frieren die Deutschen schon seit Ende Februar. Blackouts verspricht er seit gefühlt 10 Jahren. Jetzt kommen jährlich „Brownouts bei Hellbrise“ zu Ostern, den 1. Mai und Pfingsten(kommt sicherlich demnächst) dazu. Vielleicht hat es ja mit seinem Shop zu tun 😉 Ein Schelm wer böses dabei denkt.
Aktuell soll die installierte PV-LEISTUNG gar bei 117-119 GW liegen. Die haben gestern bei voller Sonne nur 46 GW gebracht. Das sind keine 40%. Da wurde natürlich auch ein Großteil abgeregelt. Sei es durch die Anlagen selbst, oder die Netzbetreiber.
Die Leistung liegt nicht bei 117-119GW! Sie liegt bei 117-119 GWp! Das ist eine theoretisch mögliche Leistung der Module. Die kommen aber zum großen Teil überhaupt nicht rein!
Das geht einfach nicht. Eben weil viele Anlagen überhaupt nicht die optimale Ausrichtung haben. Das ist selbst bei Freiflächen-PV so. Trotzdem wird immer stumpf die mögliche Modulleistung als Größe herangezogen.
Gestern hat zb. meine Anlage über den Tag knapp 72kWh produziert. Davon gingen gerade Mal 32kWh ins Netz. Der Rest landete im Eigenverbrauch. Zur Mittagszeit produzierte sie 7,2kW. Davon gingen nur ca.2kW im Netz.
Also 2KW von den 13,35kWp! Jetzt müsste es doch bei dir Klick machen, oder?
Das sind nicht mal 20% der möglichen Modulleistung. Die 7,2kW die meine 13,35kWp-Anlage produziert ist übrigens schon das höchste der Gefühle. Also selbst die 70% Abregelung greift bei mir nie, weil ich nie 70% der Modulleistung(9,3kW dürfte sie) in der Produktion erreiche.
Deswegen ist es auch so ein Schwachsinn von Modulleistung(117-119GWp) auf Erzeugungsleistung zu schließen. Gerade in der heutigen Zeit in der auch noch Leute ihre flachen Norddächer mit Modulen belegen.
Und selbst wenn ich keinen Eigenverbrauch hätte wären nur die 7,2kW ins Netz gegangen. Niemals die 13,35kW die theoretisch möglich wären. Das wären schon nur 54% der installierten Modulleistung.
Vielleicht hilft dir das etwas besser zu verstehen. Das Photovoltaikforum ist dazu übrigens auch ein guter Anlaufpunkt. Dort sind auch nicht wenige unterwegs deren Anlagen vom Netzbetreiber über einen FRE(Funkrundsteuerempfänger) abgeschallten werden könnten aber bisher an keinen der „Problemtage“ eine Abschaltung hatten.
Heute wie gestern max. 46 GW PV im Netz. Das bisherige Maximum lag bei etwas über 50 GW. Bei aktuell 117-119 GWp PV inst. Leistung. 40-50 GW lassen die maximal an PV ins Netz. Bei steigenden Ausbau.
Das liegt nicht an schlechter Ausrichtung und Ausbeute und den Anlagen.
PS Gerade mal nachgeschaut auf ElectricityMaps. Heute wieder nur 46 GW an PV wie gestern. Bei einer inst. Leistung von deutlich über 100 GW PV. Das Maximum an PV welches ich im Netz gefunden habe liegt bei knapp über 50 GW. Und scheint mit dem Ausbau von PV auch nicht weiter anzusteigen.
Es gab sogar einen Tag, den 29.04.26 der 53GW durch PV gebracht hat, bei 58GW Netzlast. Der Tag war noch relativ kühl und windig. Ein optimaler Tag für PV-Anlagen. Das wird auch ungefähr das Maximum sein, was möglich ist. Das ist auch der Grund warum im Mai die PV-Anlagen meist den meisten Strom liefern. Es ist noch kühler als am 21.Juli(dem längsten Tag des Jahres).
Ich behaupte einfach mal wenn da was abgeregelt wurde, dann sehr wenig. Was aber auch nicht schlimm ist.
Ja. Die 52-53 GW an PV im Netzt als Maximum hatte ich auch gefunden. Bei einer installierten Leistung von 117-119 GWp PV.
Ich hätte da gerne gewusst, wie viel PV da abgeregelt wurde?
Klar ist auch, dass im Sommer die Module teils über 60°C warm werden und dadurch weniger leisten. Und einige Prozent der Module nicht optimal ausgerichtet sind. Und die Wechselrichter auch Strom schlucken. Das macht aber nicht 60% Verlust aus.
Wir sprechen da von Verlusten von einigen 10 GW.
Wenn die abgeregelt werden, dann brauchen wir auch keinen PV-Ausbau mehr. Sondern Großspeicher!
Großspeicher wird ja aktuell gerade versucht zu verhindern um Gaskraftwerke zu bauen. Und natürlich braucht es trotzdem weiter den Ausbau von PV. Wir haben nun Mal nicht nur sonnige Feiertage oder Wochenenden. Wir sollten uns eher Gedanken machen wie wir die letzten fossilen Kraftwerke an diesen Tagen aus dem Netz bekommen. Wie wir den produzierten Strom sinnvoll nutzen.
Hallo,
könnte es auch sein, dass viele PV-Anlagen manuell abgeregelt sprich abgeschaltet wurden?
Immerhin haben doch Experten wie Lion Hirth dazugeraten. Es gibt nun mal Anlagen, die ungeregelt und auch nicht inselfähig sind.
Dann wurde dieser PV-Strom tatsächlich nicht eingespeist. Das könnte auch manche Differenzen erklären.
Ehrlich gesagt eher nein. Warum sollte man auf einen Energieökonomen wie Herrn Hirth hören? Zumal die Versorger ja mit den erzeugten Strom von PV-Anlagen rechnen. Da wäre es schlecht, wenn auf einmal alle abgeschaltet werden, mit deren Funktion gerechnet wurde. Der Mann steht einfach nur gern im Fokus. Vielleicht kam sein Aufruf auch daher in der Blöd-Zeitung.
Der Netzbetreiber kümmert sich schon um die Netzauslastung. Warum sollte man da auf so einen Typen hören?
Es ist sogar so gewesen, dass viele Anlagen, die vom Netzbetreiber abschaltbar sind, weiter am Netz blieben. Schon allein daran kann man erkennen, wie zielführend Hirths Aussagen sind. Das ist reiner Populismus!
Lieber Micha, ich kann deinen Aussagen nicht folgen, und die Diskreditierung von Leon Hirth ist in meinen Augen sehr, sehr fragwürdig.
Wenn Netzbetreiber Photovoltaikanlagen, die abschaltbar sind, nicht abschalten, liegt es daran, dass sie lokal entweder gar keinen Überblick haben, wie die Situation ist. Sie wissen also gar nicht, ob sie etwas abschalten müssen oder nicht, oder sie können es schlicht nicht, obwohl die technische Vorrichtung beim Anlagenbetreiber vorhanden ist.
Das Problem, dass Leon Hirth zu Recht beschrieben hat, war auf einer völlig anderen Ebene. Es ging um die Auktionen, die am Vortag bei -499,99 € waren. Und genau in dem Augenblick machte es Sinn, Photovoltaikanlagen freiwillig abzuschalten.
Der Artikel der Bild-Zeitung war übrigens von diesem Artikel hier bei Cleanthinking „inspiriert“.
VG Martin Jendrischik
Kleine Gegenfrage: Warum hat nicht ein Netzbetreiber solch eine Aussage getätigt? Sind die nicht in der Lage ihre Netze stabil zu halten. Scheinbar sind sie es doch. Für mich ist es sehr verwunderlich das du denkst, das Netzbetreiber weniger Weitsicht haben als dieser Professor? Kein Netzbetreiber hatte im Vorfeld vor Problemen gewarnt oder Handlungsbedarf gesehen. Die bestehenden Mechanismen zur Netzstabilisierung haben offensichtlich wieder Mal problemlos funktioniert.
Warum ich zu der Meinung komme das Herr Hirth hier populistisch agiert?
Das liegt vielleicht daran das hier ein Ökonom versucht anhand des Marktpreises die Physik vorherzusagen.
Vielleicht wäre der Aufruf -> Der Strom wird morgen günstig! Ladet mittags eure Autos, schmeißt die Waschmaschinen, Geschirrspüler und co. mittags an, sinnvoller gewesen und hätte vielleicht auch Mal Richtung Kernproblem gezeigt, statt den Energiewendegegnern in die Hände zu spielen.
Lieber Micha,
das Auktionsergebnis von 499,99 Euro in halb Europa spricht eine sehr, sehr deutliche Sprache . Das hat mit Energiewende-Gegnerschaft nicht ansatzweise irgendetwas zu tun – und nein, Lion Hirth ist garantiert kein Energiewende-Gegner.
Hirth hat eine solche Lage sehr ausführlich vor zwei Jahren analysiert – und damals bereits die Politik aufgefordert, entsprechend voranzugehen. Und die Logik „Schaltet PV-Anlagen ab“ hat ja genau zum Ziel, dass stattdessen der Strom aus dem Netz geholt wird.
Die Aussage, kein Netzbetreiber hätte vor Problemen gewarnt, ist richtig. Allerdings sind sie durchaus besorgt, wie auch dieser Artikel zeigt: https://www.zfk.de/energie/strom/negativpreise-brownout-risiko-netzstabilitaet
Viele Feiertagsgrüße,
Martin Jendrischik
Ob ein Leitmedium der kommunalen Stadtwerke, welches auch noch hinter einer Bezahlschranke liegt, jetzt da so die unabhängige Informationsquelle ist? Aber gut ich kann den Artikel leider nicht lesen, da er ja hinter der Bezahlschranke liegt.
Der lesbare Anfang zeigt aber eigentlich das es noch nicht mal das letzte Mittel(die regionale Abschaltung) braucht, trotz eines vorausgesagten negativen Strompreises jenseits der -800€/MWh.
Von daher fühle ich mich eigentlich in meiner Ansicht bestärkt, das die Netzbetreiber schon wissen was sie da tun und das sie auch genug Möglichkeiten haben um zu regeln und das Netz stabil zu halten.
Und ja natürlich hat die Aussage „Schaltet PV-Anlagen ab“ das Ziel Strom aus dem Netz zu nehmen. Allerdings ist es auch Strom der eingeplant ist. Wenn jetzt 10GW private nicht regelbare PV vom Netz geht, weil so ein Aufruf erfolgt, macht es die Sache für die Netzbetreiber nicht einfacher. Richtiger wäre es den Smartmeter-Rollout voranzubringen. Eben um endlich das zu machen was bei unseren nördlichen Nachbarn seit Jahren die Realität ist. Der Verbrauch passt sich der Erzeugung an.
Was viel wichtiger als so ein populistischer Aufschrei wie „schaltet die PV-Anlagen ab“ ist, wäre ein Aufschrei wie „baut endlich Großspeicher großflächig aus und boykottiert dies nicht auch noch“.
Ein Aufschrei in die Richtung muss es geben. Und nicht das wir die Produktion drosseln sollen. Letzteres ist genau der Weg den Gas-Kathi gerade beschreitet und Herr Hirth befeuert das noch. Genau darin liegt meine Kritik.
Aber ich wünsche dir auch einen schönen Feiertag.
Lieber Micha,
die Versuche der Uminterpretation sind sehr witzig. Ich habe dazu keine Lust mehr, nochmal zu widersprechen. Nur so viel: Sie liegen falsch.
dann organisieren Sie doch den Aufschrei „Baut endlich Großspeicher“? Ich sage dazu: „Bauen“ ist nicht das Problem.
Kritisieren ist immer leicht: Aktiv sein ist entscheidend, gerade mit der jetzigen Wirtschaftsministerin, die im Eiltempo in die exakt falsche Richtung segelt.
Martin Jendrischik
Und mit einem Herrn Hirth der diese „falsche Richtung“ auch noch befeuert in dem er die falsche Lösung medial ins Spiel bringt..
Aber gut, ich bin nur ein interessierter Laie.
Zum organisieren, da hab ich bereits mehr als genug in den letzten 5 Jahren „organisiert“. Ich habe auch meine Anlage nicht abgeschaltet und mich am 1. Mai netzdienlich verhalten in dem ich die Mittagsspitze weggespeichert habe. Gut, war das netzdienlich? Das weiß nur der Netzbetreiber. Da ich in einer Region mit viel Wind und PV lebe, war es vielleicht wirklich netzdienlich. Und genau das ist der kritikwürdige Punkt an solch einer pauschalen „Aufforderung“.
Und natürlich ist kritisieren leicht. Da ich neben dem „kritisieren“ aber auch nach Lösungen suche, habe ich eben das gemacht, was ich die letzten 5 Jahre gemacht habe. Im Rahmen meiner Möglichkeiten dekarbonisiert. Und das in Absprache mit meinem Netzbetreiber!
Ich meine zu wissen, dass meine PV bei zu hoher Frequenz und/oder bei zu hoher Spannung, die Einspeisung einstellt. Also sollte doch von meiner PV keine Gefahr drohen? Max. Frequenz war heute bei 50,02 Hz und Max Spannung bei 235 V. Vielleicht kann mich mal jemand aufklären.
Ihre PV hat heute also genau das gemacht, was sie soll – im Normalbereich geblieben, ohne Abschaltung. 50,02 Hz und 235 V sind völlig unkritische Werte, da musste Ihr Wechselrichter nicht eingreifen.
Das Problem entsteht erst, wenn an einem Tag wie heute viele Tausend Anlagen gleichzeitig in einen Bereich kommen, in dem sie automatisch abschalten – dann kann eine Kettenreaktion entstehen, weil der Wegfall die Frequenz weiter destabilisiert.
Ihre einzelne Anlage ist nicht das Problem, das Problem ist die kollektive Wirkung ungesteuerter Einspeisung in extremen Situationen. Genau deshalb fordern Hirth, Schröder und andere ja nicht das Abschalten der PV, sondern bessere Steuerbarkeit über Smart Meter und dynamische Tarife. Die Technik bei Ihnen funktioniert. Was fehlt, ist die Infrastruktur, die Anreize für netzdienliches Verhalten schafft.
Herzliche Abendgrüße,
Martin Jendrischik
Aufrufe zum Abschalten gerade überall. Auch bei Outdoor Chiemgau. Wird heute wieder über 100 Mio. € kosten.
Hi Michael,
nein, es wird nicht über 100 Millionen Euro „kosten“. Outdoor verbreitet Desinformation. Seine Rechnungen sind vielfach widerlegt worden.
Wir haben hier keinen Platz für solchen Bullshit.
Viele Grüße,
Martin
Das ganze ist nur reine Propaganda. Das ganze mit Solar ist Sondermüll auf unseren Dächern. Die Windenergie ist genau so gegen die Natur, Zerstörung ohne Ende.
Hallo Gerd,
nein, das ist nicht wahr. Woher nehmen Sie solche Aussagen – und wie begründen Sie diese? Und vor allem: Was wären Ihre Alternativen?
Martin Jendrschik