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Q-Cells: Entscheidung zwischen Isofoton und Hanwha – Update: Zuschlag an Hanwha erteilt

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Der Poker um Q-Cells geht in die entscheidende Phase. Einem Bericht der dpa zufolge hat die entscheidende Gläubigerversammlung der insolventen Q-Cells SE in Dessau-Roßlau um die Mittagszeit begonnen. Hinter verschlossenen Türen beraten demnach 47 Vertreter (von Banken, des Landes Sachsen-Anhalt usw.) über die Zukunft des Solarzellen-Herstellers Q-Cells. Sowohl der südkoeranische Konzern Hanwha als auch das spanische Unternehmen Isofoton haben ernsthaftes Interesse an einer Teil-Übernahme von Q-Cells signalisiert. In den vergangenen Stunden wurden Details kolportiert, wie eine Übernahme durch die Spanier von Isofoton aussehen könnte. Favorit auf einen Asset-Deal bleibt aber die südkoreanische Hanwha-Gruppe. Update von 15:22: Q-Cells Gläubiger entscheiden sich für die Veräußerung an Hanwha (Stellungnahme von Q-Cells).

Obwohl das Angebot von Hanwha unterzeichnet ist, gibt der spanische Solarkonzern Isofoton im Bieterwettstreit um Q-Cells nicht auf.

Cleantech, Solar News / Dessau-Roßlau. Wann und ob heute eine Entscheidung fallen wird, ist vollkommen unklar. Mit der Hanwha-Gruppe war bereits am Sonntag ein Kaufvertrag mit dem Insolvenzverwalter Schorisch geschlossen worden, ehe die spanische Isofoton ihr Interesse am Montag bei einem Treffen mit dem Insolvenzverwalter hinterlegte. Isofoton meine sein Interesse wirklich ernst und wolle – so ein Sprecher – insgesamt 300 Millionen Euro investieren.

Wer ist Isofoton?

Isofoton ist einer der wichtigsten spanischen Player in der Solarbranche, deren Präsident Angel Luis Serrano ist. Das Unternehmen konzentriert sich auf qualitativ hochwertige Solarmodule, was sich auch bei den auf der Homepage hinterlegten Referenzen des Unternehmens bemerkbar macht: Zu den Referenzen zählen beispielsweise eine Dachanlage auf dem Flughafen in Zürich oder das Forum Barcelona in Spaniens Metropole. Der Einstieg auf die Webseite www.isofoton.com verdeutlicht: Hier soll ein Global Player entstehen, der im Solarmarkt noch große Pläne hat.

Ziel von Serrano für Isofoton ist es, eine europäische Industrie-Gruppe aufzubauen, die Solarmodule produziert und sich den billigen Solarmodulen aus China entgegenstellt. Der führende Solarhersteller Spüaniens ist bereits 1981 als Spin-Off einer Universität gegründet worden und ist derzeit mit 800 Mitarbeitern in 60 Ländern aktiv. Seit 2010 gehört das Unternehmen zur Gruppe Afirma, inzwischen haben die Brüder Serrano das Sagen zusammen mit der südkoeranischen Firma TOPTEC.

Was bietet Isofoton den Q-Cells Gläubigern?

Isofoton will 300 Millionen Euro in Q-Cells investieren. 100 Millionen sollen demnach in den ostdeutschen Standort Bitterfeld-Wolfen und 200 Millionen in das Werk in Malaysia gepumpt werden. Die Übernahme soll mit einem nicht näher bekannten US-Fonds gestemmt werden. Und: Angeblich will das spanische Unternehmen die Anleihe-Investoren „hundertprozentig“ bedienen. Diese sollen 30 Mio. Euro als „Anzahlung“ erhalten. Ein weiterer Trumpf im Ärmel: Zusammen mit Samsung will Isofoton 40 Mio. Euro und Projekte mit einer Gesamtleistung von 1.500 Megawatt einbringen.

Isofoton vs. Hanwha – wer erhält den Zuschlag?

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Entscheidung, einen Kaufvertrag nur mit der südkoreanischen Hanwha abzuschließen, auch von den Gläubigern bestätigt werden wird. U.a. äußerte Ministerpräsident Haseloff Verständnis für das Votum zugunsten von Hanwha. Klar ist, dass Isofoton nicht plötzlich aus irgendeinem Loch heraustrat. Vielmehr sprach Insolvenzverwalter auch kurz vor Verhandlungsabschluss mit Hanwha stets von mehreren Interessenten. Das bestätigt, dass Isofoton längere Zeit in die Verhandlungen involviert war – Hanwha aber den Vorzug erhielt.

Ob das öffentliche Auftreten von Isofoton, das womöglich mit einem aufgestockten Angebot einherging, an dieser Sachlage noch etwas geändert hat, darf bezweifelt werden. Insgesamt ist davon auszugehen, dass Hanwha im Zuge eines Asset Deals wesentliche Bestandteile von Q-Cells übernehmen und langfristig Eigentümer bleiben wird. Alles andere wäre eine faustdicke Überraschung.

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