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Q-Cells: Haseloff appelliert an Minderheits-Gläubiger

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Q-Cells steht vor der InsolvenzCleantech & Energie News / Bitterfeld-Wolfen. Aus der Ankündigung des Cleantech-Unternehmens Q-Cells, heute beim Amtsgericht Dessau den Insolvenzantrag einreichen zu wollen (CleanThinking berichtete), ist ein kleines Politikum geworden. Sachsen-Anhalts Regierungschef Dr. Reiner Haseloff appellierte gestern an die Minderheitsgläubiger, dem Sanierungskonzept zuzustimmen und eine drohende Insolvenz abzuwenden. Deren Anwalt hatte gestern – bevor die offizielle Ankündigung von Q-Cells heute den Insolvenzantrag einreichen zu wollen bekannt wurde – Gesprächsbereitschaft signalisiert. Der Vorstand sei nun am Zug, hieß es.

Die Minderheitsgläubiger fordern eine Rückzahlung der Anleihen, die lediglich einen Wert von einigen Millionen Euro haben sollen. Anwalt Dreier ließ sich in den Medien mit dem Satz zitieren „Das Geld ist da“ – Q-Cells habe 180 Mio. Euro in der Kasse. Ob es vor Abgabe des Insolvenzantrages noch zu Verhandlungen zwischen den Gläubigern und dem Q-Cells Vorstand gekommen ist, ist derzeit völlig unklar. Anwalt Dreier: Ein Insolvenzverfahren sei viel teurer, als die Auszahlung der Minderheits-Gläubiger. Er schätzte, dass die kleineren Gläubiger zusammen weniger als zehn Millionen Euro einer ersten Anleihe halten. „Ich denke, man hätte hier eine Chance“, sagte Dreier. „Ich gehe nicht davon aus, dass eine Insolvenz erforderlich ist.“

Die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im sachsen-anhaltinischen Landtage, Birke Bull, bezog sich in Ihrem Statement direkt auf den Ministerpräsident, der mehr als ideelle Unterstützung leisten müsse. Bull: „Sein kategorisches Neun zu Staatshilfen passt nicht zu seiner Rede beim Aktionstag Solar in Bitterfeld-Wolfen Mitte März, als Haseloff die Wichtigkeit der Solarbranche für die Energiewende betont hatte“.

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Der Bitterfeld-Wolfener Bundestagsabgeordnete Jan Korte schließlich forderte die Bundesregierung auf, in Zusammenarbeit mit den Ländern umgehend ein Konzept zu erarbeiten, mit dem die Solarindustrie über die derzeitige Durststrecke gebracht werden könne. Haseloff gibt die Hoffnung auf die Rettung der Arbeitsplätze in der Region scheinbar nicht auf: Für den Fall, dass die Insolvenz unumgänglich sei, so Haseloff, müsse alles daran gesetzt werden, die Arbeitsplätze zu erhalten und die Handlungsfähigkeit schnellstmöglich wiederherzustellen.

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