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Q-Cells: Isofoton gibt ebenfalls Angebot ab

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Die Rahmenbedingungen des einen Angebotes, das der Hanwha Gruppe aus Südkorea, sind inzwischen bekannt: Der insolvente Solarkonzern Q-Cells soll für insgesamt rund 250 Millionen Euro verkauft werden. Dabei setzt sich der Wert des Unternehmens aus einem Bar-Kaufpreis von fast 40 Millionen Euro sowie einer Schuldenübernahme von ca. 200 Millionen Euro zusammen. 1250 der 1550 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Ein Kaufvertrag wurde am Sonntag unterzeichnet – allerdings muss die Gläubigerversammlung zustimmen. Und dies könnte der Knackpunkt werden – schnappt sich am Ende der spanische Konzern Isofoton Q-Cells?

Obwohl das Angebot von Hanwha unterzeichnet ist, gibt der spanische Solarkonzern Isofoton im Bieterwettstreit um Q-Cells nicht auf.

Cleantech, Solar News / Bitterfeld-Wolfen, Spanien, Südkorea. Eigentlich schien der Verkauf von Q-Cells an die Hanwha Gruppe in trockenen Tüchern zu sein. Nachdem Q-Cells offiziell verkündete, es gebe einen Käufer, schien die Angelegenheit erledigt. Doch die Details des Deals dürften den Gläubigern Bauchschmerzen bereiten und könnten am Mittwoch durchaus zu einer Überraschung bei der Gläubigerversammlung führen. Denn: Die alte Q-Cells SE soll abgewickelt und später neu gegründet werden – die alten Aktionäre des Unternehmens gehen bei diesem Asset Deal leer aus. Schulden aus Wandelanleihen will Hanwha nicht übernehmen.

Isofoton will europäischen Solarkonzern

Genau dieser Aspekt könnte dazu einen Beitrag leisten, dass der überraschende Bieter Isofoton aus Spanien den Zuschlag erhält. Die Spanier gaben ihr Angebot am Montag ab und wollen unter Mithilfe von Q-Cells einen europäischen Solarkonzern schmieden. Im Hintergrund steht ein US-Finanzinvestor, dessen Name nicht bekannt ist. Vorteilhaft: Isofoton will alle Mitarbeiter übernehmen und angeblich kräftig in die Solarzellen-Produktion – unklar an welchem Standort – investieren. Ob auch die Spanier das Unternehmen zunächst abwickeln und dann neu aufbauen wollen, ist unklar.

Alles andere als eine Zustimmung zum Kaufvertrag mit Hanwha am morgigen Mittwoch wäre eine faustdicke Überraschung. Denn auch die Politik in Sachsen-Anhalt geht offenbar von der Annahme des Hanwha-Angebotes durch die Gläubigerversammlung aus.

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1 Kommentar
  1. Demedoran sagt

    Der Kauf eines Unternehmens aus der Insolvenz erfolgt in Deutschland üblicherweise als sogenannter Asset Deal, d.h. ausgewählte Vermögensgegenstände werden aus der insolventen Gesellschaft gekauft und in eine andere, meist neu gegründete, Gesellschaft übertragen. Auch ein Großteil der Arbeitsverträge wird, teilweise aus operativen Überlegungen, teilweise aufgrund rechtlicher Bestimmungen, mit übernommen. Für die Auslandstöchter mögen andere Überlegungen und Rechtsnormen gelten. Verbindlichkeiten eines insolventen Unternehmens mit zu übernehmen – die üblicherweise ja der Auslöser der Insolvenz sind – macht nur in Ausnahmefällen Sinn. Daher scheint die hier beschriebene Vorgehensweise des Anbieters Hanwha zunächst nicht ungewöhnlich. Angebote anderer Anbieter könnten aber attraktiver für die Gläubiger sein, wenn sie einen höheren Cash-Kaufpreis beinhalten und daher den Gläubigern eine bessere Befriedigungsquote ermöglichen. Vor allem darum geht es in einem Insolvenzverfahren. Siehe zum Verständnis z.B. § 1 InsO „Ziele des Insolvenzverfahrens“ (http://www.gesetze-im-internet.de/inso/__1.html).

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