Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Werbung

Q-Cells: Kaufvertrag mit Hanwha ist unterschrieben

0 57

Am gestrigen Sonntag ist die Vertragsunterschrift besiegelt worden: Um 19:33 vermeldete Q-Cells via Pressemitteilung: „Käufer für Q-Cells gefunden“. Ein Kauf- und Übertragungsvertrag „über den nahezu gesamten Geschäftsbetrieb der Q-Cells SE“ ist geschlossen worden. Spannend wird es dennoch nochmals am Mittwoch: Dann muss die Gläubigerversammlung von Q-Cells zustimmen.

Q-Cells Solarmodule wird es auch weiterhin geben. Jetzt unter südkoreanischem Dach.

Cleantech, Solar News / Bitterfeld-Wolfen, Südkorea. Was CleanThinking.de bereits am Freitag als höchst wahrscheinlich vermeldete, kommt nun von offizieller Seite: Die südkoreanische Hanwha Gruppe hat mit Q-Cells einen Kauf- und Übertragungsvertrag geschlossen. Zuletzt waren am Sonntag Gerüchte aufgetaucht, auch ein spanischer Bieter sei noch im Rennen um das deutsche Solarunternehmen. Dem ist aber nicht so gewesen.

Der Vertrag zwischen Hanwha und Q-Cells sieht den Erhalt des Forschungs- und Produktionsstandortes in Thalheim einschließlich des Erhalts von rund 3/4 der dortigen Belegschaft sowie die vollständige Übertragung der Tochtergesellschaft in Malaysia vor. Neben der Übernahme von betriebsbezogenen Verbindlichkeiten in niedriger dreistelliger Millionenhöhe sieht der Kaufvertrag außerdem einen Bar-Kaufpreis in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe vor. Verbindlichkeiten aus den von Q-Cells ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen nicht nicht Gegenstand der Vereinbarung.

Gläubigerversammlung von Q-Cells am Mittwoch

Auf der Gläubigerversammlung am 18. Juli 2012 hatten sich bereits die Gläubiger als eine mögliche Restrukturierungsvariante dafür ausgesprochen, den Geschäftsbetrieb der Q-Cells im Rahmen eines M&A Prozesses zu veräußern. Der nun vorliegende Vertrag wird den Gläubigern auf der nächsten Gläubigerversammlung am 29. August 2012 zur Abstimmung vorgelegt werden.

Lesen Sie im zweiten Teil: Ist das die Wiederauferstehung eines Börsenlieblings?

Der Börsenkurs der Q-Cells Aktie ist in den vergangenen Jahren nur in eine Richtung gegangen: Nach unten. Im Herbst 2011 gab es eine hoffnungsvolle Zeit, als der Kurs von 50 Cent sich auf 1,50 Euro verdreifachte. Doch seitdem ging es mit der Aktie des einstigen Börsenstars Q-Cells kontinuierlich bergab. Erst seit es die Gerüchte um die Übernahme von Q-Cells durch die Hanwha Gruppe gibt, ist wieder Bewegung drin: War die Aktie zuvor auf dem Weg in Richtung 10 Cent, kostet das Papier inzwischen wieder leicht über 20 Cent. Ist die Übernahme durch Hanwha die Wiederauferstehung eines Börsenlieblings?

Am heutigen Montag kennt die Aktie in den ersten Minuten des vorbörslichen Handels nur eine Richtung: Nach oben. Die Aktie von Q-Cells legt bereits nach 11 Minuten im frühen Handel um statte 23 Prozent zu. Der Umsatz bei tradegate liegt bei mehr als 350.000 Euro. Die Hoffnung in einen Wert, der einmal auf dem Weg in den DAX war, ist scheinbar ansatzweise zurückgekehrt. Um 9 Uhr wird der Andrang noch größer sein, wenn die Börsen in Frankfurt und an anderen Handelsplätzen öffnen.

Strohfeuer oder Dauerfeuer?

Doch die Frage bleibt: Kann das nur ein Strohfeuer sein oder ist Q-Cells in der Lage, wieder gutes Geld zu verdienen mit einem starken Partner im Rücken? Klar ist: In der deutschen Solarbranche haben vor allem die Unternehmen eine Chance, die einen starken Partner im Rücken haben. So etwa Avancis mit Saint-Gobain oder die ehemalige Ersol (heute Bosch Solar), die heute Bosch Solar heißt. Q-Cells hat in den kommenden Jahren diesen starken Partner im Rücken, muss aber den Konsolidierungskurs sicherlich weiter fortsetzen.

Für eine Rückkehr in die Erfolgsspur spricht, dass Hanwha mit Q-Cells große Ziele im internationalen Solarmarkt verfolgt und gerade in den USA dafür gute Chancen sieht. Klar ist ebenfalls, dass die Marke Q-Cells nahezu weltweit ein starkes Image verkörpert: Qualität und Service sind die Botschaften, die mit der Marke verbunden werden. Jedenfalls in vielen Märkten. Hinzu kommt, dass Hanwha weiterhin auf die Weiterentwicklung der Q-Cells Solarzellen und Solarmodule setzt – und daher den Standort Bitterfeld-Wolfen auch erhalten dürfte. Ein weiteres Indiz für einen Erfolg der Wiederbelebung ist, dass sich die beiden Unternehmen bereits kennen und seit vielen Jahren auf operativer Ebene zusammenarbeiten. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Produkte zueinander passen – und im Markt angenommen wurden.

Letztlich wird die Zukunft zeigen, ob Q-Cells eine Zukunft hat. Die Aktie wird sich in den kommenden Tagen einpendeln und dann vermutlich in Lauerstellung begeben: In Lauerstellung auf künftige Strategien und die ersten Schritte des gemeinsamen Unternehmens. Die Marke Q-Cells, das ist die positive Nachricht, wird aus dem Solarmarkt nicht verschwinden. Eine Wiederbelebung des Börsenstars wird aber nicht über Nacht geschehen, sondern ein bis zwei Jahre dauern: Verbessern sich dann die Zahlen, wird das Unternehmen auch wieder an Wert gewinnen.

Das könnte dir auch gefallen

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More