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Welche Rolle spielen Industriehäfen bei der Dekarbonisierung?

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Projekt des Hafenbetrieb Rotterdam mit Air Liquide will 1.000 wasserstoffbetriebene LKW auf die Straße bringen.

Den Häfen kommt in der Zukunft eine immens wichtige Bedeutung zu. Denn die Betriebsgesellschaften sind idealer Industriepartner, um beispielsweise große Produktionsanlagen für Power-to-Liquids zu bauen. Jetzt hat der Hafenbetrieb Rotterdam ein Konsortum u.a. mit dem Gasehersteller Air Liquide gegründet. Ziel ist es, bis 2025 1.000 Wasserstoff-LKW in der Region auf die Straßen zu bringen.

Die LKW sollen in den Niederland, Belgien und Deutschland eingesetzt werden – zum Kreis der Unternehmen, die sich auf Initiative des Hafenbetriebs Rotterdam zusammengeschlossen haben, zählen beispielsweise LKW-Hersteller, aber auch Transportdienstleister und Lieferanten von Brennstoffzellen.

Es ist somit eines der größten Projekte in Europa zur Entwicklung von mit Wasserstoff betriebenen LKW und der dazugehörigen Infrastruktur. Bis Ende 2022 sollen die Voraussetzungen geschaffen sein – zunächst dann mit 500 Wasserstoff-LKW und 25 Wasserstoff-Tankstellen, die Güter vom Hafen Rotterdam in die anderen Regionen transportieren sollen.

Zu den beteiligten LKW-Herstellern zählt neben der einheimischen VDL Group auch das Doppel Nikola/Iveco, das in Ulm im kommenden Jahr mit der Produktion batterieelektrischer Trucks beginnen will.

Eines der Umweltziele des Projekts ist es, die Luftqualität und die CO2-Emissionen zu verbessern bzw. zu reduzieren. Schätzungen zufolge können mehr als 100.000 Tonnen CO2 eingespart werden – das entspricht ungefähr 110 Millionen LKW-Kilometern.

Zuletzt hatte eine Studie gezeigt, dass Häfen eine zentrale Rolle bei der globalen Herausforderung der Dekarbonisierung spielen und der Industrie und den Regierungen eine Blaupause für die Reduzierung der Umweltverschmutzung und den Übergang zu einer saubereren Energiezukunft bieten können. Bis 2050 könnte sich die gesamte Stromerzeugungskapazität für Industriehäfen mehr als verzehnfachen.

Industriehäfen als Blaupausen für die Dekarbonisierung

Erneuerbare Energien könnten mindestens 70 Prozent der gesamten Stromerzeugung ausmachen, verglichen mit nur 5 Prozent heute. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Studie „Ports: Green Gateways to Europe“, die DNV GL kürzlich veröffentlicht hat.

Die Studie zeigt auch, dass der erwartete Einsatz von Offshore-Windenergie und die erforderlichen Netzverstärkungen zur Realisierung ihrer Anbindung zu einer vorteilhaften Position großer Industriehäfen als Drehscheibe für die Erzeugung erneuerbarer Energien führen werden.

Maßnahmen der Energieeffizienz und Elektrifizierung können zumindest das große, zu erwartende Wachstum der Häfen kompensieren. Erwartet wird eine um fast 60 Prozent höhere Industrieproduktion und ein um 30 Prozent höherer Ladungsdurchsatz bis 2050.

Diese Wachstumsprognosen zeigen aber auch, wie dringlich die Umstellung auf Erneuerbare Energien, eine Verkehrswende hin zu emissionsfreien Fahrzeugen und Energieeffizienz-Maßnahmen auf dem jeweiligen Hafengelände sind.

Der DNV-GL–Report steht hier zum Download bereit.

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