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Saubere Spree – Pilotanlage LURITEC eingeweiht

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Nach über 8-jähriger Planung und Vorbereitung wurde am vergangenen Freitag die weltweit erste Pilotanlage eines neuen Systems von Regenüberlaufbecken auf der Spree offiziell in Betrieb genommen. Das einfache Modulsystem sorgt nicht nur für eine erhebliche Verbesserung der Wasserqualität von Fließgewässern, sondern bietet auch Möglichkeiten zur Refinanzierung der Investitionen. LURITEC ist eine neue Technologie für die Siedlungswasserwirtschaft und bietet neue Perspektiven für die Stadtplanung.

Bau der Pilotanlage LURITEC in Berlin.
LURITEC entsteht 2012 unweit der Oberbaumbrücke. ©LURI

Cleantech News / Berlin.Wenn bei sehr starken Regenfällen die Kanalisation überläuft, landet eine Mischung aus Regen- und Haushaltsabwasser ungefiltert in Flüssen und Kanälen. Dies ist eine Hauptursache für die Verschmutzung von städtischen Fließgewässern mit den bekannten negativen Folgen für Flora und Fauna. Auch als Naherholungsgebiet für innerstädtische Bewohner sind die Gewässer nur sehr eingeschränkt nutzbar: In Berlin sieht man zwar etliche „Strandbars“ an der Spree, doch wer in ihr badet, tut das bislang besser künstlich, in einem recycelten Schubleichter, dem „Badeschiff“.

Keep it simple: LURITEC – flexibel und wirtschaftlich

Zur nachhaltigen Lösung des Problems hatte der Landschaftsarchitekt und Umweltplaner Ralf Steeg, Geschäftsführer der LURI.watersystems.GmbH, schon 2003 eine sehr einfache und wirtschaftliche Idee: LURITEC, ein Modulsystem aus miteinander verbundenen Behältern, wird direkt im Fluss vor den Einleitungspunkten der Kanalisation installiert. Die Anlage befindet sich unterhalb der Wasseroberfläche und wird an der Gewässersohle verankert. Kommt es bei Starkregenereignissen zu Überläufen, wird das Abwasser von der Anlage gespeichert.

Ist die Kanalisation nach dem Ende der Regenfälle wieder frei, wird das Wasser zurückgepumpt und gelangt als normales Abwasser in den Reinigungs- und Nutzungskreislauf der städtischen Wasserversorgung. Durch die Bauweise im Wasser entstehen Inseln, die für Gastronomie, Freizeiteinrichtungen, Grünanlagen oder Bootsanlegestellen genutzt werden können.

Gemeinsam mit der TU Berlin wurde das System entwickelt und nach komplizierten und z. T. schwierigen Verhandlungen mit der Berliner Hafenbetreiber BEHALA wurde im April 2012 mit dem Bau der ersten Versuchsanlage begonnen. Am Abend des 14. September 2012 wurde die Pilotanlage im Beisein von vielen Hundert Interessierten und Unterstützern feierlich eröffnet. Zwei Jahre wird nun getestet. Sollte sich das System bewähren, müssten noch weitere 13 davon in der Spree installiert werden, damit die Spree so sauber wird, dass Anwohner und Besucher in ihr baden können.

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