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SF Motors mit Tesla-Mitgründer Eberhard stellt Elektroauto vor

Perfekter Zeitpunkt, um alte Rechnungen mit Tesla-CEO Elon Musk zu begleichen / SF Motors präsentiert heute Nacht das erste Elektroauto

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Es ist Zufall, aber der Zeitpunkt könnte kaum besser sein: Während Elon Musk mit zahlreichen Widrigkeiten und dem Absturz der Tesla-Aktie zu kämpfen hat, will Martin Eberhard mit seinem neuen Unternehmen SF Motors das erste Elektroauto präsentieren. Bislang wollte das Cleantech-Unternehmen eher unter dem Radar segeln – um im Hintergrund und in aller Ruhe eine klare Grundlage zu erarbeiten. Das ist, so steht zu vermuten, in den vergangenen zwei Jahren gelungen.

SF Motors hat Produktionsstätten in China und den USA. Gegründet wurde es im Silicon Valley im Januar 2016 als Tochter der chinesischen Chongqing Sokon Industry Group, bedeutender Hersteller von Nutzfahrzeugen und Motorrädern. Im September kam die erste Verbindung zu Martin Eberhard und dessen damaligem Batterie-Startup zustande.

Dieses – das Unternehmen inEVit Inc. – wurde im Oktober 2017 schließlich komplett von SF Motors übernommen. InEVit hat eine einzigartige EV-Chassis-Architektur, Innovationen im Design von Batteriemodulen und Fertigungstechniken entwickelt und patentiert, die es der Industrie ermöglichen sollen, schnell und kostengünstig E-Fahrzeuge herzustellen.. Chef-Wissenschaftler und Vice Chairman of the Board wurde: Tesla-Mitgründer Martin Eberhard. Führende Management-Köpfe sind CEO John Zhang und CTO Yifan Tang.

Die Vision von SF Motors liest sich ganz ähnlich wie die anderer Elektroauto-Startups, wie etwa Byton:

Our vision is to deliver premium electric vehicles that enhance the daily lives of our users, allowing them to live more connected, productive lives through the integration of clean technology and advanced hardware and software. The future of mobility is more than getting from A to B, it’s about keeping connected to provide users customizable features, when they want it.

Wie so oft, geht es um Vernetzung, um autonomes Fahren, um eine Art neues Lebensgefühl beim Fahren. Die Unternehmen planen, ihren Insassen Zeit, die sie bislang für’s Steuern des Fahrzeugs verschwendeten, zurückzugeben. Dabei setzt SF Motors klare Schwerpunkte bei Forschung & Entwicklung – und hat in den vergangenen mehrere solcher Entwicklungszentren auf drei Kontinenten aufgebaut. Dazu gehört u.a. ein „Intelligent Driving Research Center“ in Beijing.

Während der Hauptsitz im Silicon Valley im März vor einem Jahr eröffnet wurde, entstand die Produktionsstätte im Juni: Damals verkündete SF Motors die Übernahme einer Auto-Produktionsfabrik in Mishawaka im Bundesstaat Indiana. Dies beinhaltet auch Zugriff auf 430 Mitarbeiter der dortigen Fabrik – die zuvor mitgeholfen hatten, Fahrzeuge für Mercedes-Benz und Hummer zu bauen.

SF Motors: Martin Eberhard und die offene Rechnung mit Elon Musk

Es ist kein Geheimnis, dass Elon Musk, damals noch Investor von Tesla, Martin Eberhard als Gründer aus dem Unternehmen katapultierte. Seitdem äußert sich Eberhard immer wieder kritisch zum Stand bei Tesla und dessen Autos. Während Eberhard in den letzten Jahren eher im Hintergrund, u.a. bei dem Batterie-Startup, wirkte, kommt er nun wieder zurück mit einem direkten Tesla-Konkurrenten.

Heute Nacht wird vor allem spannend zu sehen, wie weit SF Motors sich beim autonomen Fahren wähnt und wie sehr das vorgestellte Fahrzeug als Tesla-Konkurrent positioniert wird. Es ist davon auszugehen, dass eine sehr klare Roadmap kommuniziert wird, wann das neue Fahrzeug auf den Markt kommen wird. Für Elon Musk ein zusätzlicher Konkurrent mehr – der aber vor ähnlichen Problemen stehen dürfte wie Tesla vor einigen Jahren. Es bleibt spannend…

Den Livestream des SF Motors Events gibt es hier zu sehen.

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