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Sogwirkung, RNA-Drucker und volle Unterstützung für Tesla Giga Berlin

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Elon Musk tourt durch Deutschland und erhält viel Rückenwind für seine Projekte.

Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg – Tesla-CEO Elon Musk tourt durch Deutschland und erhält dabei viel Rückenwind für seine Projekte. Im Mittelpunkt stand dabei die Präsentation des für die Bekämpfung der Corona-Krise so wichtigen RNA-Druckers, den Tesla Grohman Automation in Zusammenarbeit mit CureVac entwickelt hat. Weiterer Grund des Besuchs waren politische Gespräche mit Vertretern der brandenburgischen Landesregierung sowie der Bundesregierung.

Die Beziehung zwischen dem Tübinger Impfstoffhersteller CureVac und der heutigen Tesla Grohmann Automation GmbH aus Prüm in Rheinland-Pfalz reicht in die Zeit zurück, bevor Elon Musk den Betrieb übernahm. 2017 bei der Übernahme entschied Musk, Altaufträge zu kündigen – davon betroffen war unter anderem Daimler.

Grohmann-Manager hatten aber auch den Auftrag erhalten, sogenannte RNA-Drucker für die Herstellung von sogenannten mRNA-Impfstoffen zu entwickeln – sie suchten das Gespräch mit Musk in Kalifornien, um dem eigenwilligen Manager klar zu machen, dass dieser Auftrag kein Risiko für seine Expansionspläne im Automobilsektor darstellt. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt.

Durch die Corona-Pandemie kommt dieser damaligen Entscheidung eine besondere Bedeutung zu: Der Bund beteiligte sich zuletzt an Curevac, auch um eine Übernahme durch ausländische Investoren abzuschmettern. Seit kurzem ist Curevac, das langjährig von Dietmar Hopp finanziert wurde, auch an der NASDAQ gelistet. Hopp lehnt eine Übernahme durch Tesla indes entschieden ab.

Am Dienstag nun besuchte Elon Musk zuerst die eigene Tochtergesellschaft in Prüm und später das Firmengelände von Curevac in Tübingen. Der Grund: Der RNA-Drucker in der Größe eines Automobils, der flexibel in sogenannten Hotspot-Regionen der Pandemie eingesetzt werden kann, ist soweit, von Politik und Öffentlichkeit in Augenschein genommen zu werden.

Altmaier sichert „volle Unterstützung“ zu

Musk kam am Mittwoch Nachmittag zu Gesprächen in den Berliner Westhafen. Dort traf sich die CDU – Musk sprach unter anderem mit Altmaier und Gesundheitsminister Jens Spahn. Und: Er präsentierte eine der RNA-Mikro-Fabriken.

Elon Musk bei der Präsentation des CureVac RNA-Druckers.

Schon bald könnte dieser zum Einsatz kommen: CureVac befindet sich mit der Europäischen Kommission in fortgeschrittenen Gesprächen über die Bereitstellung von bis zu 405 Millionen Dosen eines potenziellen mRNA-basierten Impfstoffs für COVID-19.

In den Gesprächen zwischen Musk und Wirtschaftsminister Altmaier hat dieser dem Unternehmer die „volle Unterstützung“ des Bundes für die Ansiedlung der Fabrik inklusive Batteriefertigung zugesagt. Die Aussage und auch das Ringen um die Aufmerksamkeit von Musk zwischen CDU-Bundes- und SPD-Landespolitikern zeigt, wie wichtig es für Deutschland ist, was Tesla zusammen mit der Politik und den Behörden schafft.

Woidke: Sogwirkung durch Tesla Giga Berlin

Unterdessen ist bekannt geworden, dass Tesla bereits morgen Richtfest auf der Baustelle der Tesla Giga Berlin feiern wird. Die sogenannte Drive Unit ist im Rohbau weitgehend fertig. Zuletzt wurde ein Zelt errichtet, weil nun eine Phase kommt, in der mindestens 1.000 Menschen auf der Baustelle arbeiten sollen. Gleichzeitig wurde Eventtechnik angeliefert – wahrscheinlich für einen kleinen Pressetermin rund um das Richtfest am morgigen Freitag.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach nach einem Treffen mit Musk von einem „sehr angenehmen und konzentrierten“ Gespräch. „Aber vor uns steht noch viel Arbeit“, so der SPD-Politiker. „Planungssicherheit, Konzentration und Rechtssicherheit sind dafür maßgebend. Die geplante Autofabrik hat bereits jetzt eine Sogwirkung.“

Am 23. September steht der nächste wichtige Meilenstein auf der Tagesordnung: Die Anhörung zum Genehmigungsverfahren der Gigafactory in Erkner. Treten dort keine unerwarteten Probleme auf, dürfte die vollständige Baugenehmigung ab November bei Tesla vorliegen. Zuletzt hatte die ÖPD Brandenburg erneut Bedenken geäußert – u.a. wegen des Wasserverbrauchs durch die Autoproduktion.

Tesla Model Y ab Mitte 2021 aus Grünheide?

Es ist nicht einmal ein Jahr her, dass Elon Musk den Bau der Giga Berlin in Grünheide ankündigte. Mittlerweile gibt es kaum noch Zweifel, dass die Fabrik auch wirklich schon Mitte (Juli) kommenden Jahres das Tesla Model Y wird produzieren können. Die Zahl der Hürden ist in den kommenden Monaten deutlich kleiner geworden. Für den Standort Deutschland und die Elektromobilität eine ganz wichtige und gute Entwicklung.

Gestern war übrigens auch ein Besuch von Musk in Grünheide angekündigt – Schuhe und Helm lagen bereit. Allerdings traf er bis zum Abend dort nicht ein. Womöglich wird der Termin heute nachgeholt, das ist aber nicht von Tesla bestätigt. Da die Fabrik gebaut wird, wird es sicher bald wieder eine Gelegenheit zum Vor-Ort-Termin geben.

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1 Kommentar
  1. […] Unter anderem mit seinem Deutschland-Besuch, bei dem Musk andeutete, dass das Tesla Model Y dort vollkommen anders produziert werden soll als in den USA und Shanghai. Dazu wurde die erste Giga Press in den USA in Betrieb […]

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