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Solar Foods: Pfannkuchen und Brot mit Protein aus dem Reaktor

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Finnisches Cleantech-Startup backt erstmals Hoch-Protein-Brot.

Die Technologie ist faszinierend, ein bißchen wie Magie. Dabei ist das, was das Cleanthinking-Startup des Tages macht, reine Wissenschaft. Aus der Kombination aus Gasen (CO2, Sauerstoff, Wasserstoff) und Mineralien (Magnesium, Phosphate, Calcium, Sulfate, Ammoniak) entsteht in einem Fermentations-Reaktor ein Protein, das landwirtschaftliche Erzeugnisse etwa beim Pfannkuchen oder Brot ersetzen kann. Die Fortschritte des finnischen Cleantech-Startups Solar Foods sind beachtlich.

Brot mit hohem Proteingehalt ist der nächste mutige Schritt vom Cleantech-Startup Solar Foods im Bestreben, die Protein-Produktion von der Landwirtschaft abzukoppeln. Im vergangenen Jahr kündigte Solar Foods seine bahnbrechende Lösung Solein an, die die natürliche Proteinproduktion überall durch den Einsatz von Luft und Elektrizität ermöglicht und die Ressourceneffizienz nachhaltig verbessern könnte.

Der Hauptbestandteil des Brotes ist Solein, ein kohlendioxidbindendes, einzelliges Protein, das mit Hilfe von Wasser, CO2 und Elektrizität hergestellt wird. Solar Foods verwendet einen völlig natürlichen Gärungsprozess, der der Produktion von Hefe oder Milchsäurebakterien ähnelt und den CO2-Ausstoß im Vergleich zur Herstellung landwirtschaftlicher Erzeugnisse reduziert.

Seitdem hat das finnische Unternehmen beeindruckende Fortschritte erzielt. Nicht nur, was die Herstellung geeigneter Proteine für Pfannkuchen oder Brot angeht, sondern auch im Hinblick auf die Meilenstein-Planung in den kommenden Jahren. So will Solar Foods schon bis Ende 2021 in seiner ersten Fabrik Proteine für 50 Millionen Mahlzeiten herstellen. Die Skalierung auf zwei Milliarden Mahlzeiten könnte rasend schnell erfolgen.

Die Nahrungsmittelproduktion steht am Beginn einer beeindruckenden Revolution. Zell- oder pflanzenbasierte Nahrungsmittel drängen mit Wucht auf die Märkte und schaffen es bereits in die deutschen Discounter. Zellbasiertes Fleisch oder beispielsweise Meeresfrüchte werden im Labor erfolgreich gezüchtet und überzeugen. Es entsteht eine Art Food-as-Software-Industrie, die quasi Rezepte herausgeben kann, wie beispielsweise Garnelen genau gezüchtet werden müssen.

Erste Marktteilnehmer träumen bereits davon, den Menschen sozusagen Fleischautomaten zu verkaufen – die Zellen und sonstigen Zutaten werden geliefert, anschließend wächst das Steak im Fleischautomat der Zukunft. Dauern wird es aber noch, schließlich gab es ähnliche Prognosen auch für den 3D-Druck – sozusagen Drucker-Tankstellen an jeder Ecke, bei denen ich mir die nächste Zahnspange oder ein Auto-Ersatzteil ausdrucken kann.

Die Lösung von Solar Foods ist in diesem Kontext brillant, weil sie derart einfach skalierbar ist, dass es damit gelingen könnte, die Menschen auf der Welt zu ernähren, die bislang unter Hunger leiden müssen. Dezentral aufgestellte Fermentationsreaktoren sind kein Hexenwerk. Es braucht noch Zeit, aber die Food-Revolution steht vor der Tür – mit positivem Impact für die Bekämpfung des Klimawandels und die Schonung von Ressourcen wie Wasser oder weniger Landnutzung für Viehzucht beispielsweise.

Worthy

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