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Solar News: Juristische Schlammschlacht um Claassen-Rücktritt

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Eigentlich kennt man juristische Auseinandersetzungen dieser Art nur von Prominenten wie Boris Becker oder Lothar Matthäus, wenn der Scheidungskrieg beginnt. Jetzt hat die eigentlich perspektivisch interessante Solarfirma Solar Millenium AG einen Scheidungskrieg am Hals: Utz Claassen, kurzzeitig CEO von Solar Millenium AG, droht mit einer Klage gegen Solar Millenium, die die Rechtmäßigkeit seiner Kündigung vor einigen Wochen feststellen soll.

In einer über die Presse lancierten Erklärung, die u.a. von der dpa verbreitet wurde, heißt es:

„Der Manager, der nach nur zweieinhalb Monaten kündigte, will mit einer Feststellungsklage die Rechtmäßigkeit seiner Kündigung vom März erstreiten. Der Versuch, den Streit außergerichtlich beizulegen, sei an ‚unrealistischen Vorstellungen des Aufsichtsrats‘ gescheitert, teilte Claassens Anwalt Harald Noack am Mittwoch mit. Er begründete die Kündigung mit ‚fundamentalen Auffassungsunterschieden‘ in Fragen der Unternehmensführung und -kultur.“

Dazu macht der Anwalt kryptische Andeutungen, was die wahren Gründe für den Rücktritt Claassens gewesen sein könnten:

„Hinzu gekommen seien weitere Aspekte, die dazu führten, dass Claassen es nicht mehr verantworten konnte, weiterhin für die Solar Millennium AG tätig zu sein. Er habe sich über die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft, ihre Entwicklungsperspektiven und ihre technologische Position grob getäuscht. Und er habe sich vom Aufsichtsrat in seinem Gestaltungsspielraum eingeschränkt gefühlt.“

Erkenntnisse über etwaige Fehlbilanzierungen hätten Claassen aber entgegen einiger Mediengerüchte nicht vorgelegen.

Die Solar Millenium AG reagierte prompt und nahm wie folgt Stellung:

„Der Gesellschaft ist bislang keine Klage des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Professor Utz Claassen zugestellt worden. Der Aufsichtsrat sieht einer Klage mit Gelassenheit entgegen. Die von den Claassen-Anwälten am heutigen Tage verbreitete Pressemitteilung verfolgt ganz offensichtlich den Zweck, Druck auf die Gesellschaft auszuüben, um  Vermögensvorteile zu sichern.

Die Pressemitteilung ist in entscheidenden Passagen sachlich falsch und insoweit geschäftsschädigend. Der Aufsichtsrat wird kurzfristig strafrechtliche und zivilrechtliche Maßnahmen gegen Herrn Prof. Claassen und seine Berater veranlassen.“

Diese Aussagen klingen nach einer nachhaltigen, juristischen Auseinandersetzung zwischen Utz Claassen und der Solar Millenium AG – für das Unternehmen, das eine gewichtige Rolle im Wüstenstromprojekt Desertec spielen möchte, kann dies alles zu einem Problemfall werden.

Hoffen wir, dass man sich dort bald wieder auf die unternehmerischen Aufgaben wird konzentrieren können. Die Aktie der Solar Millenium AG jedenfalls erlebte in den vergangenen drei Monaten turbulente Zeiten und halbierte sich von über 30 Euro auf ca. 16 Euro aktuell.

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