Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Werbung

Solarausbau: Klimaschutzziele nur ohne 52-GW-Deckel erreichbar

0 175

Forschungsverbund Erneuerbare Energien FVEE sieht Photovoltaik-Bedarf bis 2050 in unterschiedlichen Szenarien bei 120 bis 500 Gigawatt.

Der Solarausbau muss deutlich beschleunigt werden, um die Klimaschutzziele 2030 und 2050 zu erreichen. Daher sollte der 52-GW-Deckel, der die Photovoltaik im EEG von 2012 ausbremsen würde, schnellstmöglich durch eine Nachfolgeregelung ersetzt werden. Zumindest Solarstrom, der lokal nicht verbraucht werden kann, sollte auch nach dem Erreichen von 52 Gigawatt installierter Leistung ins Netz eingespeist und vergütet werden.

Der Forschungsverbund Erneuerbare Energien hat jetzt eine solche Anschlussregelung gefordert. Nur so könne der notwendige Solarausbau zur Erreichung der Ziele beim Klimaschutz gesichert werden. Denn mit 52 Gigawatt Leistung kommen wir nicht besonders weit in Sachen Klimaschutzziele. Notwendig sind mindestens 120 Gigawatt, in manchem Szenario sogar 500 Gigawatt Photovoltaik.

Laut Bundesregierung soll der Anteil Erneuerbarer Energien bis 2030 bei 65 Prozent des Bruttostromverbrauchs liegen. Photovoltaik und Windkraft werden dazu den größten Beitrag leisten. Der Forschungsverbund FVEE hat mehrere Studien veröffentlicht, die sich mit der Transformation des deutschen Energiesystems befassen. Nur bei konsequentem Ausbau von Windkraft und Photovoltaik sind die Ziele erreichbar.

Je nachdem, welches modellbasierte Szenario zugrunde gelegt wird, werden bis 2050 etwa 120 bis zu 500 GW an installierter Photovoltaik-Leistung benötigt, um den Energiebedarf in den unterschiedlichen Sektoren überwiegend aus erneuerbaren Energieträgern zu decken. Bei einem mittleren Ausbauziel von 300 GW bis zum Jahr 2050 müssen im Mittel jährlich etwa 9 GW zugebaut werden.

Die Ergebnisse von Modellrechnungen deuten darauf hin, dass der jährliche Bruttozubau (Solarausbau) außerhalb des Ausschreibungssystems (v.a. Dachanlagen) nach dem Erreichen des 52 GW-Deckels auf eine Größenordnung von rund 1 GW pro Jahr absinkt (siehe Literaturnachweis 2). Zudem reduziert der PV-Deckel die Partizipation der Bürger an der Energiewende. Gerade die Photovoltaik-Dachanlagen haben eine große Akzeptanz.

Solarausbau: Gibt keinen ökonomischen Grund mehr für den Deckel

Auch aus ökonomischer Sicht besteht keine Existenzberechtigung mehr für eine Deckelung. Durch das monatliche Absinken der Einspeisevergütung entsprechend §49 EEG wird die Vergütung von neu installierten Anlagen ab den 2020er Jahren die Strompreise kaum noch beeinflussen. In den letzten 10 Jahren sind die Systempreise für schlüsselfertige Photovoltaik-Anlagen um 75 Prozent gesunken.

Bei einer Lernrate von 15 Prozent werden die Stromgestehungskosten ab 2030 unter 4,7 (Dachanlagen) beziehungsweise 2,41 €cent/kWh (Freiflächenanlagen) fallen. Sogar kleine Dachanlagen werden Strom dann günstiger erzeugen als neu errichtete Steinkohle- oder Gas-und Dampf-Kraftwerke. Bis dahin werden Photovoltaik-Dachanlagen aber weiterhin eine ordnungspolitische Flankierung durch das EEG benötigen, damit der für den Klimaschutz notwendige Ausbau realisiert werden kann: Strom, der nicht lokal verbraucht werden kann, muss ins Netz eingespeist und vergütet werden.

Über den weiteren Zubau von Dach-Photovoltaik hinaus muss auch die Integration von Solarmodulen in die bebaute Umwelt stärker vorangetrieben werden, weil das nicht nur dem Klimaschutz dient sondern auch eine große Chance für eine Renaissance der deutschen und europäischen Photovoltaik-Branche ist: hocheffiziente, ästhetisch anspruchsvolle Anwendungen sind kein Markt für importierte Massenprodukte.

Die Forschungsinstitute entwickeln und demonstrieren Lösungen, bei denen Module erfolgreich in Fassaden, Fahrzeugen, Straßen oder über landwirtschaftlichen Flächen installiert werden. Im Zuge der Neugestaltung des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) sollten daher die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für den Markthochlauf dieser Technologien für die flächenneutrale PV geschaffen werden, um Planungssicherheit für Entwickler, Industrie und Anwender zu schaffen.

Das könnte dir auch gefallen

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More